Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass ein Sohn von Boris Becker eine Freundin hat. Es war, glaube ich, in einem dieser Magazine mit den vielen Rätseln und den bunten Bildern.
Die Bilder von dem Becker- Kiddi und seiner süßen Freundin waren aus Facebook entnommen. Klein-Boris und Freundin am Strand, mit Eis, in Flip-Flops. Nette Bilder aus dem Süden von jungen Menschen, die ihre Freizeit genießen. Stellt sich die Frage, was Klein-Boris dazu bewogen hat, seine Strandbilder zu veröffentlichen.
Wer hat ihn darauf vorbereitet, dass er Sohn berühmter Eltern ist und dass er zeitlebens in der Öffentlichkeit steht? Entweder seine Eltern und Freunde haben das besonders geschickt gemacht oder besonders ungeschickt.
Bevor man seinem Kind einen Namen gibt, ist Recherche geboten – der Name hält immer hin ein ganzes Leben und noch lange darüber hinaus. Berühmte Namen sind für die Ewigkeit, denken Sie an Eva, Cäsar oder Boris. Klar, dass sich Menschen intensiv mit Namen beschäftigen und die Namenswahl lebhaft diskutieren. Schauen Sie etwa in unser Forum Vornamen:
In der Jobbewerbung soll der Name nach einem aktuellen Vorschlag in Zukunft ebenso wenig genannt werden dürfen, wie Alter, Geschlecht, Familienstand oder Herkunft. Das lässt sich vielleicht im Job, wo es um richtiges Geld durchsetzen, ist aber auf dem Feld der Schokogoldtaler und Spielzeugscheine völlig undenkbar. Zum Beispiel im Kindergarten oder in der Grundschule.
Und dank einer neuen Studie an der Uni Oldenburg wissen wir jetzt, dass ein Name einen nicht unerheblichen Einfluss auf die allgemeine Notenüberlegung des typischen Grundschullehrers haben kann. Die Studie (eine Masterarbeit einer Studentin) zeigt, dass Lehrer gegenüber bestimmten Vornamen Vorurteile hegen und auf Basis dieser Vorurteile systematisch (zumindest an die Jungs) schlechte Noten verteilen.
Die Fronten scheinen klar gezogen: Alexander, Marie & Co. stauben regelmäßig Fleißkärtchen und Sternchen ab, Kevin, Chantal und Freunde schwitzen zuhause bei Sonderaufgaben oder Korrekturen der Klassenarbeiten.
Wir meinen: auf die Anonymisierung von Namen im Klassenzimmer sollte man dann doch verzichten. Ob gut oder schlecht lässt sich ebenso wenig entscheiden, wie die Frage nach dem Pro und Contra von Curry- oder Barbecuesoße. Gebt den Kindern die gleichen Chancen, die alle verdient haben. Kinder streiten sich nicht über Namen.
Was ist ihre Meinung? Kann ein Name ein Nachteil sein?
Das Thema „Sexiest Man Alive“ hatten wir ja schon einmal irgendwo hier im Blog. Da ging es um die Auszeichnung des People Magazins. Wir meinen: Unsere Nutzerinnen kann man geschmacklich mindestens genauso vertrauen und möchten daher auf eine Umfrage im Forum aufmerksam machen:
Tataa: Jetzt ist es amtlich – eine Katze ist genau das Richtige für mich. Einfühlsam, Freiheit schätzend undundund. Aber auch eigensinnig, launig, verbringe meine Zeit am liebsten zuhause und ganz so viel Trubel ist auch nicht mein Ding.
Beim Thema Privatsphäre hört bei den meisten Menschen der Spaß auf. Spätestens seitdem eine ganze Generation von Karriereberatern davon abrät, Bilder von wilden Partys unter Angabe des vollen Vor- und Nachnamen irgendwo ins Internet zu stellen, sind die meisten Menschen sensibel geworden und interessieren sich dafür, was das Internet über sie weiß.
Wobei es da natürlich feine Unterschiede gibt. Während bei goFem zum Beispiel die meisten mit einem Nicknamen unterwegs sind, ist es bei studiVZ/meinVZ, wer-kennt-wen oder Facebook üblich den, „richtigen“ Namen anzugeben. Bedeutet, dass man von allen anderen Nutzern gefunden werden kann und gefunden werden will. Auch die Partybilder. Man steht in der Öffentlichkeit und zieht Aufmerksamkeit auf sich.
Eine Situation, die Promis eigentlich schon lange kennen. Nur das es jetzt durch das Internet (wie alles andere auch) nur noch schlimmer geworden zu sein scheint. Kann man so sehen. Muss man aber nicht. Ashton Kutcher zum Beispiel hat den Spieß umgedreht. Ashton Kutcher und seine Freundin Demi Moore fluten das Internet mit Informationen über sich – mit Bildern, Statusmeldungen und Geschichtchen. Alles mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu erzeugen und die Hoheit über die eigene mediale Identität wiederzubekommen.
Das Ergebnis ist ziemlich erfolgreich: In einem Interview mit Neon sagte Kutcher neulich, dass er jetzt weitgehend von Paparazzi in Ruhe gelassen wird. Ihm sei es gelungen, den Markt mit Fotos von ihm einfach zu sättigen und Schnappschüsse von ihm seien nichts mehr wert.
Mal eine ganz andere Sicht eines Promis auf die Themen Privatsphäre und Internet. Ashton Kutcher hat übrigens 4.707.699 Fans bei Facebook und 5.370.364 Follower bei Twitter. Lady Gaga hat 14.517.065 Fans bei Facebook.