Beschreibung: Seit gut einem Jahr diese seltsamen Gefühle, von denen ich dachte, ich sei sie los...Depression? Sinnkrise? Was ist der Sinn von allem? Ich glaube an einen Sinn im Leiden...
Obwohl die Depression nicht mehr so leidvoll ist wie noch vor einigen Monaten, überlege ich doch noch zu einem Psychologen oder Psychotherapeuten zu gehen. Ich wünsche mir jemanden, der mir sagen kann, was mit mir los ist, wenn ich Gefühle habe, die ich nicht verstehe. Aber das kostet mich noch immer Überwindung...und überhaupt -zu wem? Und wenn es meine Eltern erfahren? Ich kann weder den Gedanken, dass sie es wissen, noch den, dass sie es nie erfahren, ausstehen. Vor einigen Tagen hatte ich Geburtstag und habe ein Einschreibbuch von meinen Verwandten bekommen. Das habe ich als Anlass genommen, alles aufzuschreiben. Die kaputten Zeiten meiner Kindheit, wie es wieder anfing, dunkel zu werden, einfach alles...im Moment stecke ich noch bei den Gefühlen meiner Kindheit und mir ist erst so richtig bewusst geworden, wie krank ich war...
Die Suizidgedanken sind weg!!! Ich fühle mich immer noch nicht so besonders, die meisten Symptome einer Depression sind noch da aber ich will nicht mehr sterben, schon seit bestimmt zwei Wochen nicht mehr...ich bin mir sicher, dass Gott mich da geheilt hat - auch wenn es noch immer sehr viel zu heilen gibt. D ie Depression ist nicht mehr so schlimm wie sie es war aber dafür stecke ich jetzt in einem Zwiespalt. Ich bin die Antriebslosigkeit, die Angst, die Sinnlosigkeit leid...aber es gibt Momente, da will ich den Schmerz zurück. Oder die Todesgedanken. Vielleicht habe ich mich so daran gewöhnt...einmal, als ich in einer ziemlich dunklen Phase so da lag, fiel mir auf, wie ich das Wort DEPRESSION in großen Lettern über mein Leben geschrieben hatte. Es war einfach alles von meiner Krankheit bestimmt, auch wenn kaum jemand davon wusste. Ich versuchte, mir alles mit der Depression zu erklären und zu rechtfertigen. Ich war vielleicht ein bisschen verliebt in sie -schließlich machte sie mich anders...zu etwas Besonderem. Das klingt wirklich blöd aber ich würde manchmal die Leiden in Kauf nehmen, um besonders zu sein. Jetzt gerade nicht...jetzt gerade will ich keine Schmerzen. Ich bin froh, ein bisschen Ruhe zu haben...aber meine Stimmung schwankt. Das liegt wahrscheinlich an der Pubertät -auch wenn ich das Wort überhaupt nicht mag- und ich fühle mich dadurch oft ein wenig zerrissen zwischen meinem Willen die Depression zu besiegen und meiner Liebe zu ihr. Manchmal halte ich inne und versuche, genau auf meine Gefühle zu achten. Und wirklich -ich will nicht mehr sterben. Es ist einfach weg. ich warte noch immer darauf, dass die Sehnsucht nach dem Ende wiederkommt aber bald werde ich dieses Warten aufgeben müssen, um ein Stück weiter von der Depression loszukommen.
Nachdem ich gestern den ganzen Nachmittag nur traurig nichts getan habe, haben meine Eltern mich zu einem Klassikkonzert mitgenommen (und ich mich gefragt, ob Mama von meiner Depression weiß). Es war auch wirklich schön. Nur ab und zu kamen diese Gedanken an dumme Situationen hoch, ich meine dumme, nicht schreckliche aber sie lassen mich trotzdem an Blutbäder denken. Blutbäder, in denen ich ganz alleine verblute. Aber das hat sich mit der Zeit gelegt, ich bin dabei zu lernen, nicht zu sehr über unwichtige Sachen nachzudenken. Hatte heute wieder Angst vor der Schule, wollte nicht hingehen und habe gebetet, dass ich krank werde -wurde ich nicht. Es war nicht mal schlimm, teilweise sogar sehr schön. Bis auf die Physikstunde. Es war gar nicht so sehr der Unterricht aber ich saß neben meiner Freundin und hatte die ganze Zeit das Gefühl, sie zu nerven. Ich könnte sie wirklich verstehen. In Momenten, in denen ich mich nach Zuneigung sehne, kann ich glaube ich sehr nerven. Das war aber nicht das einzige. Meine Stimmung war in einem Tief, es war, als würde mich etwas am Boden halten, konstant runterziehen und nicht aufstehen lassen. Ich hatte auf nichts Lust aber die Ver abredung mit meiner Freundin stand nunmal. Ich wollte einfach nicht, es graute mir vor zwei Stunden Vorbereitung auf ein Referat über Wasserkraft und Hilfestellung bei einem Englischlesetagebuch. Die Unlust war unberechtigt. Es war total schön, bis auf die Angt um ihre krebskranke Oma. Ich habe sogar wieder Motivation, Ehrgeiz und ein bisschen Hoffnung entwickelt. Schließlich brach sogar die Liebe wieder hervor, nachdem ich in der letzten Zeit so viel Hass gespürt habe, der nicht mal gegen etwas Bestimmtes gerichtet war (manchmal gegen das Leben, okay). Sogar die Blutfantasien sind ausgeblieben, allerdings habe ich mich dann wieder unsicher gefühlt, wusste nicht, wie ich leben soll und hatte einfach Angst, dass die Dunkelheit wieder ausbricht. Und jetzt kommt mein Bruder und macht mir Vorwürfe *seufz*. Muss man durch...
wieder niedergeschlagen, traurig, hoffnungslos...warum leben wir überhaupt? Ich sollte aufhören, ich habe mir diese Frage schon zu oft gestellt und obwohl ich jetzt Antworten habe, frage ich immer wieder...
Eigentlich war der Tag ganz gut, ich hatte keine Schmerzen aber irgendwann ist dann meine Stimmung gekippt. Ich hadere mit mir selbst, weil ich glaube, mir die Depression nur einzubilden. Aber diese Todes- und Suizidgedanken sind doch nicht normal, oder? Und wenn die Tage ohne Schmerzen sich unnatürlich anfühlen...