Beschreibung: Ich schreibe über alles Wichtige und Unwichtige in meinem Leben, solange es mich berührt.
Die ersten Blogeinträge werde ich aus meinem anderen Blog übernehmen, damit alles von Anfang an dabei ist. Wen es interessiert, der sollte also chronologisch von hinten nach vorne anfangen. Viel Spaß beim Lesen.
Hätte ich in den letzten drei Monaten Blog-Einträge verfasst, so wären sie voll von Ängsten, Zweifeln und Verzweiflungen gewesen. Toms Art und Weise mit der Situation umzugehen, war beinahe unerträglich. Ich durfte niemandem von meinem Bauch erzählen und musste alles, was mit dem Kind zu tun hat, alleine regeln. Die Schwangerschaft haben wir zuhause fast totgeschwiegen. Tom schien mehrmals kurz davor zu sein, alles hinzuschmeißen. Das Merkwürdige daran war, dass ich ihn einerseits an manchen Tagen am liebsten aus der Wohnung geschmissen hätte und andererseits mehr und mehr gespürt habe, dass es nicht mehr nur um mich geht. Mein Stolz hat extrem gelitten, aber letztlich muss ich bereit sein mehr zu akzeptieren, als ich es normalerweise ertragen würde. Ich bin halt schon Mutter, das spüre ich immer mehr und wenn es für mein Kind eine minimale Chance gibt, sein Leben mit Mutter und Vater als Familie zu beginnen, dann muss ich sie nutzen.
Das war der Zustand, der bis in das zweite Schwangerschaftsdrittel hineinreichte. Dann kam Weihnachten und ich bekam ein kleines Stück von meinem Tom zurück. Er schenkte mir ein Kinderbett und erzählte es endlich seinen Eltern. Ohne viele Worte schien er begriffen zu haben, was er mir angetan hatte und unterstützte mich fortan täglich. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Tom ist nun der angehende Vater, denn ich mir die ganze Zeit gewünscht habe. Ich brauche keinen euphorischen mit-schwangeren Vater, der Schuhe im Kleinformat kauft. Ich brauche einfach nur meinen Freund, der zugibt, dass er genauso viel Schiss hat, wie ich und nicht Ruhe geben wird, bis alles geregelt ist. Tom war mit beim letzten Ultraschall und heute steht der Termin bei ProFamilia zur Beratung an.
Jetzt muss ich mich nur noch daran gewöhnen, dass ich mich wieder auf Tom verlassen kann, denn jetzt merke ich erst, wie unabhängig ich mich vor allem im Kopf bereits von Tom gemacht habe. Nun muss ich wieder lernen, dass ich mich auf ihn verlassen kann und dass er ab jetzt zu 50% über Mitspracherecht verfügt.
--- und das ist vielleicht ein Mist... seine Vorstellung von Jungennamen ist im wahrsten Sinne des Wortes gruselig! Aber ich freue mich tierisch auf diese Diskussion!
In mir wächst ein Fleck. Bei seinem Anblick heute morgen sind mir die Tränen in die Augen geschossen. Wie bescheuert ist das denn?
Gestern stritten Tom und ich über eine eventuelle Abtreibung und er wollte unbedingt wissen, warum sie für mich von vorne herein nicht in Frage kommt. Seit heute früh weiß ich es. Es geht hier um meinen schwarzen Fleck und, jetzt wirds wirklich bescheuert, ich mag meinen schwarzen Fleck. Ich stelle mich also bereits jetzt zwischen Tom und meinen Bauch.
Heute mittag telefonierten wir nach meinem Arzttermin und es schien ein weiterer Schock für ihn zu sein, dass dieses Ding wirklich existieren soll. Nachmittags bekam ich dann eine wirklich schöne Sms von ihm. Er wolle für mich kochen. Das Essen schmeckte und wir unterhielten uns über vieles... aber nicht über alles.
Danach räumte er ab und ich ging baden. Nun sitz ich in meinem Zimmer und er in seinem.
Ich hoffe nur, er hilft mir ins Krankenhaus zu kommen, wenns irgendwann soweit ist...
Ich wusste es. Mir ist seit Tagen schlecht und in meinem Bauch scheinen gerade Renovierungsarbeiten zu laufen. Trotzdem... als der erste Streifen rot wurde und gleich darauf der zweite... ich wusste gar nicht, was ich empfand. Freude? Dafür bin ich zu panisch. Angst? Ja... aber irgendwie auch nicht. Wut? Nee, das trifft es gar nicht.
Was wird Tom sagen? Eigentlich ist das das Einzige im Moment, was mich interessiert. Und ich kann es nicht mal annähernd vorhersagen. Es könnte alles passieren, wenn er gleich nach Hause kommt. Ich glaube allerdings nicht, dass er mich freudig in die Arme schließt. Ich glaube eher, dass es ein Schock für ihn wird. Was wenn er es absolut nicht will? Ich habe bereits gecheckt, was ich essen darf und was nicht, für mich gibt es keine Entscheidung zu treffen. Aber ich glaube, für ihn schon.
Und wie sicher ist es eigentlich? Schwanger bin ich... aber wie lange? Vielleicht geht es ab. Wird Tom sich dann freuen und ich weinen?
Keine Ahnung. Eigentlich weiß ich grade überhaupt nichts. Er soll endlich nach Hause kommen. Ich will es hinter mich bringen. Nur eine Sache ist komisch. Ich fühle mich plötzlich, als wär ich um mehrere Meter gewachsen. Als verfüge ich nun über eine Stärke mit der ich alles bewältigen kann. Für mich gibt es nichts zu entscheiden. Wie kann ich etwas positives nicht wollen?
Ich bin nicht paranoid! Ich bild mir das nicht ein. Mag sein, dass mein Leben eben so funktionieren soll, aber irgendwie will ich das nicht. Wenn ich mich zufrieden geben würde, dass er mich stundenlang ignoriert oder mit mir das Notwendigste bespricht, mir dabei aber bloß nicht zu nahe kommt, dann könnte ich glücklich sein. Es gibt ja in seinem Tagesplan auch Zeiten für mich. Ich spüre regelrecht, wenn meine Zeit gekommen ist, wenn er sich mir plötzlich zuwendet. Spontanität und Leichtigkeit gibt es kaum. Bei den Hunden macht er es. Er streichelt sie, obwohl sie nichts dafür tun. Er liebt sie bedingungslos.
Es ist so unglaublich schwierig einen positiven Blog-Eintrag zu formulieren. Ich schreibe fast immer, wenn mich etwas aufregt oder ich traurig bis verzweifelt bin.
Heute bin ich glücklich. Ich bin schon seit Tagen glücklich. Mit Tom habe ich unser Leidenschaft-Problem so unglaublich rational und vernünftig gelöst, dass es mir wie ein Paradoxon an sich erscheint. Aber so fühlt es sich nicht an. Nein, ich werde umarmt, geküsst, bekuschelt und all das in genau der Intensität und mit der Hingabe wie ich es mir gewünscht habe.
Aber ich habe schlechte Laune. Seit gestern. Und ich habe wirklich keinen Grund, deshalb zählt sie auch nicht und mein Blog bekommt trotzdem einen fröhlichen Anstrich mit glücklichem Titel. Warum ich miesepetrig bin, weiß ich nicht. Fakt ist, ich bin nicht dran mit schlechter Laune. Frühestens in einer Woche und das finde ich merkwürdig. Und ich fresse Pflaumenmus ohne Ende. Jetzt auf einmal. Und ich beginne zu hoffen. Und ich weiß, dass das nicht gut ist, denn in frühestens einer Woche werde ich enttäuscht sein, wenn ich jetzt hoffe.
Trotzdem. Mit Tom und mir läuft es phantastisch und im Moment habe ich sogar genug Energie, um meinen Uni-Kram zu bewältigen. Zugegeben, die Stresslokomotive holt mich noch so manches Mal ein. Nur tue ich dann etwas, was ich sonst nie hingekriegt habe... Ich nehme meinen Freund an die Hand und gehe mit meinem Hund in den Humboldthain.