Beschreibung: Von einem, leider zu früh verstorbenen, Berner Troubadour gab es bereits "Betrachtungen über ein Sandwich". Ab und an zwingt mich meine gesellschaftlich Umwelt geradezu selber solche "Betrachtungen" anzustellen. Doch aufgemerkt! Es kommt noch schlimmer. Ich fühle mich dann noch dazu verpflichtet meine Umwelt daran teilhaben zu lassen. Somit seid ihr, geneigte Leserinnen und Leser, nun dazu verdammt. Doch! verzaget nicht. Auf gute Kommentare kann ich nicht verzichten. So haltet euch denn nicht damit zurück :-)
...tbc... ja, eigentlich muss ja der untenstehende blog zuerst gelesen werden, doch hier die zusammenfassung: wocheneinkäufe - viele leute - phänomene - nudelferig - kaffee trinken - sandalen (an denen bleibe ich immer wieder hängen...:-) so, das war also die zusammenfassung.
das ich an den sandalen hängen blieb war nicht nur die tatsache, dass es sandalen an gepflegten füsschen waren, oder gar die jahreszeit. die stimmt ja meines erachtens bereits damit überein. nein! die sandalen blieben an einem schaufenster stehen. darin waren stoffe kunstvoll um eine schaufensterpuppe drappiert. auch mein stoff!
für mich ein traum aus mohair und seide. fällt wunderbar, schlägt genau die wellen die ich haben will. wieder die frage: könntet ihr widerstehen und euch damit nichts gutes tun? zumal der stoff im ausverkauf zu haben war?
und obwohl ich mir einmal einredete nichts aus black watch zu tragen. zuviele erinnerungen sind daran. ausserdem ist es ein 08/15 tartan... doch eben: mohair/seide, fällt wunderbar, schlägt wellen... *hach3
ja, ich konnte nicht widerstehen und kaum zu hause begann ich zu schneidern...
ui! ich konnte nicht widerstehen! das geht euch doch sicherlich so: da ist mann und frau ganz gemütlich unterwegs um die wocheneinkäufe zu tätigen - obgleich ich dabei ncht unbedingt von gemütlch reden will, wenn ich mir die anderen paare vor augen führe. das schlimmste sind ja, in meinen augen nicht einmal die viele leute. nein, sondern das, ich sage jetzt mal einfach so, mangels eines besseren ausdruckes, die phänomene.
die zwei hier meine ich: sie darf papas grosses auto fahren - und bekundet damit grössen widerstand beim einparken. oder er ist unterwegs, hat weniger mühe beim einparken, dafür steht er garantiert immer im weg mit der einkasufskarre...
das dritte phänomen: doch das wirklich schlimmste: sie sind zusammen unterwegs. er hat keine mühe beim einparken und sie weiss wo sich alles im laden befindet. an sich das traumpaar, oder? ha! weit gefehlt. sie springt von regal zu regal, die einkaufsliste in der hand. er steht dekorativ beim wagen - und mir damit im weg - bis sie ihm den rücken zudreht. dann ist auch er weg, der wagen verwaist mir im wege. sie kommt zurück, sucht ihn, entshculdigt sich bei mir, weil ihre karre mir im wege steht. er kommt zurück, sucht sie und steht mir wieder im wege... so gehts weiter, bis jeder posten der liste abgehakt ist. wäre das nur ein pärchen... nein! es sind mehrere davon!
wen wunderts also das ich, nach einem kaffe, immer noch nudelfertig bin und meine augen schweifen lasse... und klar bleiben diese auch am objekt der begierde hängen. mit einem kurzen unterbruch, da sich sandalen an gepflegten füsschen kurz in meine aufmerksamkeit drängen. könntet ihr also widerstehen?
...besser gesagt: die abschrift des Artikels. erschienen ist der am 19.01.2010 im zürcherischen tagesanzeiger, geschrieben von bettina weber.
Die WEiblichkeit abgewöhnt Ziemlich starker Tobak war das, was der Luzerner René Kuhn im sommer in seinem Blog über die Kleidervorlieben der Schweizerinnen zum Besten gab. Von verfilzten Weibern war die Rede und davon, dass vor allem, linke Frauen, diese Emanzen und Männerhasserinnen, ihre Weiblichkeit verleugneten. Da lobte sich der SVP-Mann (bürgerlich-rechte Partei in der CH; anmerkung von mir...) doch die Russinnen. Nun hat er ein ganzes Buch darüber geschrieben, "Zurück zur Frau. Weg mit den Mannsweibern und Vogelscheuchen - ein Tabubruch", das man sich nicht antun sollte, es ist in sprachlicher Hinsicht bodenlos: Von der "Verluderung der Frau" schreibt er und von Busen, die "weitläufig" sind. Seine Glaubwürdigkeit wird auch nicht gerade dadurch erhöht, dass er das modische Flair der Russinnen preist; ganz offensichtlich verwechselt da einer offensive und häufig billige Sexiness mit Stil. Französinnen mit ihrer Klasse wären zur Untermauerung der These beweiskräftiger gewesen. Dennoch: Nüchtern und bei Licht betrachtet, sprich, die parteipolitische Brille weggelassen, hat Kuhn im Kern Recht: Die Schweizer Frauen, nicht die linken, nicht die rechten, sondern die Schweizer Frauen an sich, haben es tatsächlich nicht so mit der Mode. Das Bild auf hiesigen Strassen ist ein trauriges. Man sieht vor allem die Unisex-Uniform aus Jeans und Turnschuhen und Windjacke, ein sich hartnäckig haltendes Überbleibsel aus den Neunzigern, als Calvin Klein mit seinem Parfum "One" die Androgyne neu erfand und für hio erklärte. Hohe Absätze mögen Schweizer Frauen nicht, es dominieren vor allem Bequemmodelle, Absätze gelten ja auch als so ungesund. Jupes (Röcke; Anmerkung von mir...) sind inexistent. Besonder augenfällig ist die kaschierte WEiblichkeit bei beruflich erfolgreichen Frauen und Politikerinnen. Graue Mäuse sind das, deren Garderobe hauptsächlich aus schlecht geschnittenen Hosenanzügen besteht; elegant kann man das nicht nennen, sondern bloss unbeholfen.
Frau will kein Modepüppchen sein
Aber Nachlässigkeit gilt hierzulande als chic, wer sorgfältig auf seine Kleidung achtet, setzt sich dem Verdacht aus, seicht zu sein. Den Schweizerinnen ist Mode zu frivol. Zu oberflächlich. Und das Land hat, wie Deutschland, wo die Misere ähnlich gross ist, keine modische Tradition. Im Gegesatz zu Italien, Frankreich und England fehlt hier das Bewusstsein dafür, sich gepflegt zu kleiden, und vor allem: dass es sich bei der Mode nicht nur um ein Kulturgut handelt, sondern auch um einen mächtigen Wirtschaftszweig, und dass sie deshalb nicht belächelt werden sollte, mögen ihre Protagonisten noch so hysterisch daherkommen. In der Schweiz hingegen gilt die Mode als Hobby von gelangweilten Hausfrauen mit zu viel Geld. Durch den Verzicht auf schöne Kleidung soll deshalb signalisiert werden: Ich bin eine ernstzunehmende Frau mit Tiefgang und kein Modepüppchen, ich habe was im Kopf und nicht nur eine schöne Frisur obendrauf. Ein merkwürdiger Gedanke. Inwiefern sollen Kompetenz und guter Stil ausschliessen? Eine Französich würde darüber lachen, sich die Lippen nachziehen, und dann an die nächste Sitzung stöckeln. WEil sie erkannt hat, dass Mode immer eine Botschaft ist. Dass sie mit hohen Absätzen und rotem Mund schon auf den ersten Blick mehr Angriffslust und Selbstbewusstsein ausstrahlt als eine, die ungeschminkt, in einem formlosen Etwas und praktischen Schuhen auftaucht. Französinnen unterliegen nicht dem fatalen Irrglauben, sie müssten möglichst unweiblich daherkommen, um im Berufsleben respektvoll behandelt zu werdn. Das ist wahre Emanzipation, denn wenn Frauen ihr Geschlecht mit Kleidung neutralisieren, machen sie sich klein, bevor es überhaupt jemand anders tut. uind verkennen abgesehen davon die Macht der psychologischen Kriegsführung, wobei damit nicht kurze Röcke und tiefe Ausschnitte angesprochen sind: Tamara Mellon, Chefin des Luxus-Schuhlabels Jimmy Choo und eine der erfogreichsten Geschäftsfrauen Englands, trägt nicht nur aus Imagegründen High Heels: Sie habe einfach keine Lust, kleiner als die Männer zu sein, mit denen sie verhandle, sie wolle denen auf Augenhöhe begegnen. Selbst Alic Schwarzer hat erkannt, dass Lippenstift die Frauen nicht knechtet sondern einfach bloss schöner macht. Und ein Hauch Farbe einen durchaus willkommenen Nebeneffekt hat: Einem hübshcen Gegenüber hört man lieber zu.
ps: die dame auf dem ist tamara mellon. gut, oder?
Nicht was ihr jetzt denkt. Doch schon was in der Richtung :-) Auch ihr habt euch schon gefragt, was ein Schotte so unter seinem Kilt trägt. Ganz einfach (Und hier verrate ich eines der bestgehütesten Geheimnisse!): Strümpfe und Schuhe! Ihr dürft natürlich gerne selber nachfragen – Kiltträger unterhalten sich gerne, auch darüber.
Ich war dieses Wochenende genau so unterwegs. Natürlich mit dem Kilt darüber (Tartan: Amnesty international), doch ohne einengende Strumpfhose. Tatsächlich war es mir als ob bereits der erste zarte Hauch des Frühlings in der Luft war. Herrlich!
Nähere Betrachtungen darüber ergaben, dass ich nicht der Einzige war der dieses zarte Lüftlein verspürte. Statt der ewig-gleichen Stiefel, einige Over-knees und den schlimmen UGG-Boots (die eigentlich nur dazu dienen den Watschelgang der Flip-flops vom Sommer in den Winter zu retten) waren bereits Damen in Schuhen, Pumps und High-Heels zu sehen. Noch nicht die Modetrends des (hoffentlich recht schnell) nahenden Frühlings. Doch recht ansehlich.
Festzustellen ist allerdings, dass nur die Schuhe auf mildere Temperaturen reagieren. Die Leggins beherrschen nach wie vor das Strassenbild. Das könnte allerdings auch bedeuten, dass sich die Legginsträgerinnen derer überdrüssig werden und wir uns auf die „nackten“ oder bestrumpften Tatsachen im wirklichen Frühling und Sommer freuen können.
Die machen es uns ja nicht immer einfach. Und wir, als Teilnehmer, solchen Anlässen auch nicht. Das Problem „was ziehe ich bloss an“ stellt sich bei mir schon mal nicht. Der männliche Vorteil. (Doch ich bin ehrlich: ich fragte mich natürlich schon :-))
Letzte Woche gab’s gleich zwei davon. Zweimal befohlene Gemütlichkeit, gepaart mit Diskussionen über die Arbeit und allem drumherum. Hinzu kommt ja an diesen Anlässen auch der Alkohol. Nicht, dass ihr jetzt denkt, dass ich so voll der „Apostel“ für Trockene oder Andere bin und gleich noch den erhobenen Zeigefinger schwenke. Nein – gar nicht! Jedenfalls werden diese Diskussionen zunehmend lauter und heftiger geführt. Ein Grund mehr für mich solche sozialen Gelegenheiten zu meiden. Klar bin ich mir auch bewusst, dass solche Firmenanlässe auch etwas mit Team und Wertschätzung und Arbeitsklima und Kennenlernen und und und zu tun haben – doch mir fehlt der Wille und Diskussionen über die Arbeit und allem drumherum kann ich auch während der Arbeit haben.
Na, ja. Diese zwei habe ich hinter mir. Wie viele wohl dieses Jahr noch auf mich zukommen?