Gestern war wirklich nichts los. Kein Besuch, keine Telefongespräche, einfach gar nichts, nur ich und meine fehlende Motivation. Ein bisschen habe ich über den Tag verteilt sicher gelernt, aber es hätte wohl mehr sein können. Naja, immerhin befasse ich mich seit Wochen mit M's Artikel, der ja im Prinzip nichts anderes ist, als die Zusammenfassung meines Prüfungsthemas. Ich hoffe mal, das zählt auch als Prüfungsvorbereitung. Abends durfte ich dann nochmal ran und die restlichen Fehler aus dem Artikel picken. Ich hoffe, wir sind jetzt endlich fertig und können uns damit befassen, was nun als nächstes kommt. Sollte ich nicht durch ein Wunder an sehr viel Geld kommen, entscheide ich mich auf jeden Fall für Afrika - ob mit M. oder alleine, egal. Diese ganze Berichterstattung über die WM macht mich ganz kirre, ich werde unruhig und total neidisch. Immerhin kann ich jetzt aber sagen, dass ich auch schon da war - irgendwie tröstlich! Nächste Woche kommt dann ja auch C., Ablenkung ist also angesagt. Und am Wochenende darauf ist auch schon Hurricane. Und dann Prüfung. Zum Durchatmen komme ich wahrscheinlich erst im August - wer weiß!
Lange kein Eintrag ... Keine Ahnung, woran es liegt. Die Sinnlosigkeit des Tagebuchschreibens erkannt, vielleicht. Oder einfach, weil es mir besser ging, und der therapeutische Effekt wegfiel. Nun ja, jetzt kann ich ihn jedenfalls wieder gebrauchen.
Es ist so verdammt scheiße und schwierig, immer nur die Nummer 2 zu sein. Die Zweitfrau, die, die eigentlich für jedes Treffen, jedes nette Wort, jede Berührung dankbar sein müsste. Schließlich ist nichts selbstverständlich, alles eine Frage der Logistik, der An- und Abwesenheit von Dritten. Deshalb gibt es auch nur die Freude über den gemeinsamen Kinoabend und keine Enttäuschung darüber, dass es danach mal wieder gleich getrennt nach Hause ging. Zumindest sollte es wohl so sein. Ist es nur eben leider nicht.
Der Film war wirklich nett - wenn man Giraffen mag. Wenigstens gab es Weißwein ... es lebe der Tonfilm! An sich lohnend war nur diese Giftpfeil-Metapher, die mir jetzt nicht mehr aus dem Kopf geht. Mit der Liebe ist es ja so ähnlich: Man wird angeschossen, taumelt dann für eine Weile schmerzverzerrt durch die Gegend, bis dann am Ende gar nichts mehr geht und man entweder niedergestreckt wird oder einfach von selbst umfällt. Melodramatisch, oder?
Wahrscheinlich hätte es die Überlebenschancen der Giraffe erhöht, ganz schnell zu laufen und dann an einem geschützten Ort ihre Wunden zu lecken. Vielleicht hätte der Lauf das Gift aber auch nur schneller in ihrem Körper verteilt ...
So, genug des Dramas. Ich muss aufstehen, Kaffee trinken, lernen - möglichst in dieser Reihenfolge. Und hoffen, dass er mich anschreibt, anskypt, anruft ... Zweitfrau halt.
Ach ja: Und ich werde ENDLICH aufhören, diese furchtbar deprimierenden Rosenstolz-Lieder zu hören.
Bin heute morgen um 9 glücklicherweise aufgewacht, wer weiß, was ich sonst noch alles geträumt hätte. Von einer mysteriösen Höllenfahrt bis zum Türkeiflug für 30 Euro war alles dabei. Aufgewacht bin ich dann, als mir trotz Sieg über den Teufel (ich habe ihn mehrfach erdolcht und zweigeteilt) aufgetragen wurde, ein moralisch einwandfreies Leben zu führen. Keine Ahnung, was mein Unterbewusstsein damit gemeint haben könnte. Immerhin ist mein Leben im Augenblick so unschuldig und blütenrein, dass ich deshalb schon richtig deprimiert bin.
Irgendwie wäre das alles ja noch ganz witzig gewesen, wäre ER nicht schon wieder die Hauptfigur in jeder einzelnen dieser Traumepisoden gewesen. Und was habe ich gemacht? Geheult! Als ich dann zwischendrin mal aufgewacht bin, habe ich mir im Geiste (mal wieder) ausgemalt, was ich ihm wirklich gerne mal sagen würde:
Dass ich das alles SO nicht gewollt habe und immer versucht habe, es nicht mehr als eine Affäre sein zu lassen. Ich habe nie irgendwas von ihm gefordert, immer gewartet, bis er einen Vorschlag gemacht oder mich zu sich bzw. sich selbst zu mir eingeladen hat. Ich war ein Musterbeispiel an Unnahbarkeit und bemerkenswerter Selbstbeherrschung. Aber dann musste er ja anfangen, seine Freizeit mit mir zu verbrngen. Wundert er sich wirklich, dass ich plötzlich etwas für ihn empfinde, oder hat er das die ganze Zeit über so gewollt? Wenn ja, wäre er tatsächlich ein egoistisches Schwein. Man kann andere schließlich nicht aussaugen, wie ein Vampir und dann die leere Hülle einfach irgendwo liegenlassen.
Und irgendwann werde ich es auch schaffen, ihm DAS alles zu sagen!
1. Ist es ungesund, wenn man in der 4. (!!!) Woche Urlaub dieses Jahres Gewissensbisse bekommt? (Läuft in der Arbeit auch alles ok, wird irgendwer sauer sein, etc.)
2. Wie liegen die Dinge mit I? Er vermisst mich, vermisse ich ihn auch?
3. Warum kann ich nicht aufhören, an IHN zu denken?
4. Wie bekomme ich die überflüssigen Kilos wieder runter?
5. Bin ich wirklich nur in meiner Wahlheimat depressiv? Und vor allem: WARUM?
Heute morgen waren die Dächer tatsächlich weiß gezuckert, aber eine geschlossene Schneedecke gibt es zum Glück noch nicht. Ich hoffe, dass sich keine richtige Weihnachtsstimmung einstellt, das würde mir im Augenblick glaube ich den Rest geben - v.a. weil ich dann darüber nachdenken würde, wie es letztes Jahr zur gleichen Zeit war. Und ich würde an die Weihnachtsfeier zurückdenken, vor der ER und ich wilden, zügellosen Sex hatten, bevor wir uns restlos mit Glühwein betrunken haben. Dieses Jahr werde ich mich wahrscheinlich alleine betrinken, potentiell mit seinem besten Kumpel, der genauso leidend wie ich in der Ecke sitzt und sowieso alles weiß, obwohl ich es natürlich nie erwähnen durfte.
Hier ist alles super, alle kümmern sich rührend um mich, das Essen ist eine Spur zu lecker (Tintenfisch in Tomatensoße - gab es neulich auch, als ich mit IHM beim Italiener war), der Wein ist gut ... die perfekte Erholung, aber es ist schwierig, sich so zu verstellen. Manchmal würde ich einfach gerne über IHN reden, und warum es mir eigentlich scheiße ging/geht, aber das kann ich meinen Eltern natürlich nicht antun. Ich würde schließlich auch nicht wollen, dass meine Kinder mir sowas antun. Wahrscheinlich würde ich mich ständig fragen, was ich bei der Erziehung nur falsch gemacht habe. Nun ja, vielleicht wäre das in einigen Punkten auch eine angemessene Frage, aber was soll's?
Ich hoffe, C. meldet sich, ich würde einfach gerne mal mit jemandem hier über alles reden.
Nachdem ich schon vorgestern zuhause bei meinen Eltern gelandet bin, folgt hier nun der erste Eintrag aus dem kalten OFra. Goldener Herbst, garniert mit Regen-, Schnee- und Graupelschauern. Im Laufe der Woche angeblich bis zu einem halben Meter Neuschnee. Juchu!!!
Sollte letzterer liegenbleiben und danach eine wundersame Wetterbesserung eintreten, würde das meine Laune erheblich aufbessern. Eigentlich bin ich kein Typ für Winter, aber den ersten Schnee finde ich in der Regel super, bis ich dann nach ca. 3 Tagen die Schnauze voll habe. Schnee könnte meinetwegen auch auf Weihnachten und Skiurlaub beschränkt bleiben, ansonsten bin ich eher für goldenen Oktober, der dann irgendwann Ende Februar in Frühling übergeht. Vielleicht sollte ich doch erwägen, demnächst unter die Zugvögel zu gehen oder im Tropenhaus unseres Tierparks zu überwintern.
Eigentlich vermisse ich IHN fast überhaupt nicht mehr - zumindest tagsüber. Habe heute Nacht von ihm geträumt, bzw. davon, dass er nun weg ist. Im Traum war ich die ganze Zeit am Heulen und ging den anderen damit schrecklich auf die Nerven. Allerdings habe ich absolut keine Ahnung, warum sich das Ganze in einem Pferdestall abspielte. Wahrscheinlich gibt das in etwa meinen momentanen Lebensinhalt wieder: Reiten, ER, Rumheulen. Muss dringend etwas daran ändern!
Muss mich außerdem bei I und C melden, meiner Mama beim Zurückschneiden ihrer Blumen helfen und endlich den Artikel von EE formatieren. Dabei habe ich angeblich U-R-L-A-U-B!