Mit dem israelischen Angriff auf den Libanon und dem zionistischen “Krieg gegen den Terror”, ist die muslimische Welt zum Mittelpunkt in jedem amerikanischen Haus avanciert. Ich sehe das Blutbad, den Tod und die Zerstörung, welche den Libanon befallen haben, aber ich sehe zudem noch etwas anderes: Ich sehe dich. Ich komme nicht umhin zu bemerken, dass fast jede Frau einen Säugling trägt oder Kinder um sich hat. Ich sehe die Schönheit, die durchscheint, trotz ihrer sittsamen Kleidung. Aber es ist nicht nur äußere Schönheit, die ich bemerke. Ich bemerke außerdem, dass ich etwas Seltsames in mir spüre: Ich empfinde Neid. Ich fühle mich schrecklich wegen den grausamen Erlebnissen und Kriegsverbrechen, welche das libanesische Volk erleiden musste, anvisiert von unserem gemeinsamen Feind. Ich kann nur eure Stärke bewundern, eure Anmut, eure Bescheidenheit und vor allem eure Lebensfreude.
Ja, es ist sonderbar, aber es erscheint mir, dass ihr, sogar unter ständigem Bombardement, fröhlicher seid als wir, weil ihr weiterhin das natürliche Leben einer Frau lebt. Auf eine Art, auf die Frauen seit Anbeginn der Zeit gelebt haben. So war es auch im Westen bis in die 1960er Jahre, bis wir von demselben Feind bombardiert worden sind. Nur sind wir nicht mit tatsächlicher Munition bombardiert worden, sondern mit subtilen Tricks und moralischer Verdorbenheit. Durch die Versuchung Sie bombardierten uns Amerikaner von Hollywood aus, anstatt von Kampfflugzeugen oder von unseren eigenen in den USA produzierten Panzern. Sie würden euch gerne auf dieselbe Art bombardieren, nachdem sie eure Infrastruktur und eure Felder zunichte gemacht haben. Ich möchte aber nicht, dass dies euch widerfährt. Ihr werdet euch herabgewürdigt fühlen, genauso wie wir es tun. Ihr könnt diese Art von Bombardement verhindern, wenn ihr nur denjenigen von uns zuhört, die bereits ernsthaft unter ihrem bösen Einfluss gelitten haben. Denn alles was ihr aus Hollywood kommen seht, sind Unwahrheiten, eine Verdrehung der Realität, nichts als Schall und Rauch. Sie präsentieren Gelegenheitssex als harmlose Freizeitaktivität, denn sie zielen auf die Zerstörung der Moral einer Gesellschaft ab, in welche sie ihr Gift einflößen. Ich bitte euch, nicht ihr Gift zu trinken. Es gibt kein Gegenmittel dafür, wenn ihr einmal gekostet habt. Du kannst dich vielleicht teilweise erholen, aber du wirst nie wieder derselbe sein. Besser ist es, das Gift im Gesamten abzulehnen, als sich zu heilen suchen, nachdem es einen Schaden verursacht hat. Sie werden versuchen euch mit ihren anzüglichen Filmen zu ködern und mit ihren Musikvideos. Sie werden uns amerikanische Frauen fälschlich als glückliche und zufriedene Menschen darstellen, die stolz sind, sich wie Prostituierte zu kleiden, die ohne eine Familiezufrieden sind. Die meisten von uns sind unglücklich, glaubt mir. Millionen von uns nehmen Antidepressiva ein, hassen ihre Jobs und weinen nachts den Männern nach, die vorgaben uns zu lieben, dann über uns herfielen und anschließend verschwanden.
Sie würden euch gerne davon überzeugen, eure Familienbande zu zerstören und weniger Kinder zu haben. Sie tun dies, indem sie die Ehe als eine Form der Sklaverei darstellen, das Mutterdasein als einen Fluch und Demut und Reinheit als altmodisch hinstellen. Sie wollen, dass ihr euch selbst geringschätzt und euren Glauben ablegt. Sie sind wie die Schlange, die Eva mit dem Apfel in Versuchung geführt hat. KOSTET IHN NICHT! Selbstwertgefühl Ich sehe euch als kostbare Juwelen, als pures Gold, oder als die „kostbare Perle“, wie es in der Bibel heißt (Matthäus 13:45). Alle Frauen sind Perlen von unschätzbarem Wert, aber einige von uns wurden betrogen und zweifelten an dem Wert der Reinheit. Jesus sagte: „Gebt das Heilige nicht den Hunden preis und werft eure Perlen nicht den Schweinen vor, damit diese sie nicht mit ihren Füßen zertreten und sich umwenden und euch zerreißen.“ (Matthäus 7:6). Unsere Perlen sind von unschätzbarem Wert, aber sie wollen uns davon überzeugen, dass sie billig sind. Aber glaubt mir, es gibt nichts Schöneres, als vor dem Spiegel zu stehen und die Reinheit zu sehen, die Unschuld und die Selbstschätzung. Die Mode, die aus dem Westen stammt, ist entworfen worden, um euch glauben zu machen, dass euer wertvollster Besitz eure Sexualität ist. Aber eure schöne Kleidung und eure Schleier sind wahrhaft reizvoller als die westliche Mode, denn sie machen euch geheimnisvoll und zeigen eure Selbstschätzung und euer Selbstbewusstsein. Die Sexualität einer Frau sollte vor unwürdigen Blicken geschützt werden. Vielmehr sollte sie euer Geschenk an denjenigen sein, der euch liebt und euch genug wertschätzt, um euch zu heiraten. Und solange eure Männer weiterhin wahre Kämpfer bleiben, verdienen sie nicht weniger als das Beste von euch. Unsere Männer wollen nicht einmal die Keuschheit. Sie bemerken nicht die kostbare Perle und bevorzugen stattdessen glitzernden Strass. Nur um sie danach auch zu verlassen! Euer höchstes Gut ist eure innere Schönheit, eure Unschuld und alles, was eure Identität ausmacht. Aber ich stelle auch fest, dass einige Musliminnen über die Stränge schlagen und so westlich wie möglich zu sein versuchen, sogar beim Tragen des Kopftuchs (indem sie einen Teil ihrer Haare entblößen). Warum Frauen imitieren, die bereits selbst den Verlust ihrer Keuschheit bereuen, oder bald bereuen werden? Es gibt keinen Ersatz für diesen Verlust. Ihr seid reine Diamanten. Lasst euch nicht von ihnen zu Straßsteinen degradieren. Denn alles, was ihr in Modezeitschriften und in westlichen Fernsehsendern seht, ist eine Lüge. Es ist die Falle Satans. Es ist nichts als „Katzengold“. Das Herz einer Frau Ich möchte euch ein kleines Geheimnis anvertrauen, für den Fall, dass ihr neugierig seid: Vorehelicher Geschlechtsverkehr ist nicht gerade toll. Wir geben unsere Körper den Männern hin, in die wir verliebt sind. Wir tun es im Glauben, dass dies der Weg sei, dass sie uns lieben und uns heiraten. Genauso, wie wir es von klein auf im Fernsehen beobachten konnten. Aber ohne die Sicherheit einer ehelichen Bindung und ohne das sichere Wissen, dass er für immer bei einem bleiben wird, kann man es noch nicht einmal genießen! Das ist die Ironie dabei! Es war völlig umsonst, es lässt dich weinend zurück. Von einer Frau zu einer anderen: Ich glaube, dass ihr das bereits verstanden habt. Denn nur eine Frau kann wahrhaft das verstehen, was sich im Herzen einer anderen Frau abspielt. Wir gleichen einander. Unsere Herkunft, Religion oder Nationalität haben keine Bedeutung. Das Herz einer Frau ist überall dasselbe. Wir lieben. Das ist es, was wir am besten können. Wir erziehen unsere Familie und geben den Männern, die wir lieben, Trost und Stärke.
Aber wir Amerikanerinnen verfielen dem Glauben, dass wir am glücklichsten sind, wenn wir uns unseren Karrieren widmen, ein eigenes Haus haben, indem wir allein leben und die Freiheit haben, unsere Liebe demjenigen unserer Wahl zu geben. Das ist keine Freiheit. Und das ist auch keine Liebe. Nur im sicheren Hafen der Ehe können der Körper einer Frau und ihr Herz sicher sein, um zu lieben. Gebt euch mit nichts Geringerem zufrieden. Es lohnt sich nicht. Ihr werdet es nicht mögen und ihr werdet euch selbst danach weniger mögen. Dann wird er dich verlassen. Selbstverleugnung Sünde zahlt sich niemals aus. Sie wird euch immer betrügen. Obwohl ich meine Ehre zurückgewonnen habe, gibt es keinen Ersatz für die bereits zu Beginn stattgefundene Entehrung. Uns westlichen Frauen ist indoktriniert worden, dass ihr muslimischen Frauen unterdrückt werdet. Aber die Wahrheit ist, dass wir unterdrückt werden. Wir sind Sklaven eines modischen Denkens, das uns herabwürdigt. Wir sind besessen auf unser Gewicht. Wir betteln um die Liebe von Männern, die nicht erwachsen werden wollen. Tief in unserem Herzen wissen wir, dass wir betrogen worden sind. Im Geheimen bewundern und beneiden wir euch, obwohl einige von uns das nicht zugeben wollen. Bitte schaut nicht auf uns herab und denkt nicht, dass wir die Dinge so gutheißen wie sie sind. Es ist nicht unser Fehler. Die meisten von uns hatten keine Väter, die uns beschützen konnten als wir jung waren, denn unsere Familien sind zerstört worden. Ihr wisst, wer dahintersteckt. Lasst euch nicht hinters Licht führen, meine Schwestern. Lasst sie nicht zu euch gelangen. Bleibt unschuldig und rein. Wir Christinnen müssen vor Augen haben, wie das wahre Leben einer Frau zu sein hat. Wir brauchen euch als unser Vorbild, denn wir selbst sind verloren. Haltet an eurer Reinheit fest. Bedenkt, dass ihr Geschehenes nicht ungeschehen machen könnt. Bewahrt daher eure Reinheit! Ich hoffe, ihr nehmt diesen Rat in dem Sinne auf, wie er gemeint ist: Nämlich im Sinne der Freundschaft, des Respekts und der Bewunderung. „In Liebe“ eure christliche Schwester -------------------------------------- Joanna Francis ist Schriftstellerin, Journalistin und Autorin und unterhält ihren eigenen Blog ezp-news.de/index.php
„... und dann, als Juri Gagarin voll Ruhm wieder auf der Erde gelandet war, kam eine alte Babushka zu ihm mit der Frage:
‚Mein Sohn, hast du denn Gott im Himmel gesehen?‘“
Ich sehe immer noch, als ob es gerade gestern war, meine Mutter, die in der Küche steht und mir diese bekannte Geschichte erzählt, meine Mutter, die mich dabei anlächelt - ich war 8 oder 9 Jahre alt - das Lächeln über die einfache, kleine, alte Babushka, die bestimmt keine Ahnung davon hatte, dass derjenige, der an Gott glaubte, gar keine Chance hatte, je ein Pionier oder Komsomolze zu werden. Was für eine Schande für die Arme!
So bin ich aufgewachsen. Pioniere, rote Flaggen, Atheismus, Vater Stalin, Vater Lenin, eine endlose Kette von anderen „Vätern“. Ostern... ja, wir hatten doch eine Art Ostern. Wir bemalten Eier und zwar mit Begeisterung, allerdings war es und verboten, dies in der Schule zu erzählen. Der Grund war immer der gleiche: der begehrte Pionierstitel würde dann schwer zu bekommen sein.
Und dann hatte sich alles verändert. Die „Väter“ waren entehrt und das ganze Land hatte sich auf die Suche nach neuen Idolen begeben. Schnelles Geld, Geschäftsleben, westliche Ware.
Freiheit, Freiheit und nochmals Freiheit. Die Kirche gewann langsam an Prestige und Macht. Ein Mafioso mit einer Goldkette dicker als sein Hals, alle möglichen Politiker und sogar der Präsident würden in der Kirche zu einem geeigneten Ereignis nicht fehlen.
Von dieser Zeitspanne kann ich nur sagen, dass mich diese Massen-Kircheneuphorie unberührt ließ. Ja, die Fassade war schöner, attraktiver, moderner geworden, sie gab jedoch keine Antworten auf die ganz einfachen, lebenswichtigen, essentiellen Fragen. Meine Logik weigerte sich, die Idee von Gott, der einen Sohn hat, zu akzeptieren. Zu der Zeit sah ich keinen anderen Weg als das Christentum, so stellte ich die ganze Existenz vom Leben nach dem Tod, vom Lebenssinn, von meinem eigenen Sinn in diesem Leben in Frage.
Das war wahrscheinlich der noch unbewusste Anfang meiner Suche nach Gott. Ich sehnte mich nach den Antworten auf meine Fragen. Ich konnte nicht einfach so in den Tage hineinleben, ohne jegliches Ziel, wie es mir schien. Es gab Momente, in denen mich eine fürchterliche Todesangst überwältigte. Es grenzte an eine Depression. In diesen Momenten fragte ich mich immer wieder: Ja, nehmen wir an, du wirst ein nach den üblichen Standards glückliches Leben führen: Liebevoller Ehemann, süße Kinder, guter Job, gute Freunde und dann stirbst du. Würde etwas aus deinem ganzen Leben irgendeinen Sinn haben? Deine Kinder und Enkelkinder werden eines Tages auch sterben. Die Erde, der Kosmos, alles wird eines Tages Geschichte. Wofür lebe ich dann? Wofür soll ich mich anstrengen? Wo ist die Grenze zwischen dem, was richtig ist und dem, was falsch ist? Warum soll ich gut sein? Warum soll ich schlecht sein?
Es ist schon merkwürdig, dass ich nie den Satz „Ich glaube nicht an Gott“ sagen konnte.
Ich konnte einfach nicht. Ich fühlte, dass ich doch glaubte. Wenn mich jemand nach Religion fragte, geriet ich fast in Panik und abhängig davon, wer fragte, erwiderte ich, es sei eine sehr persönliche Frage oder ich fing eine Diskussion an, die mit noch mehr Fragen endete. Das Konzept, dass ich glauben, ohne zu fragen, sollte, konnte mich überhaupt nicht zufrieden stellen. Ich konnte nichts fühlen, wenn meine Fragen unbeantwortet blieben. Jetzt verstehe ich, wie sehr ich damals Gott lieben wollte, ich wollte fühlen und glauben und sicher sein und in Frieden leben.
Während meines fünfjährigen Studiums kam ich nur einmal mit dem Begriff „Islâm“ in Berührung. Wir hatten ein Fach, das hieß „Die Geschichte der Religion“. Eins der Unterrichtsbücher enthielt folgenden Satz: „... und es steht im Qurân geschrieben: „Tötet die Götzendiener...“ (Sûra 9:5). Ich kann mich noch erinnern, wie schockiert ich war und wie ich zu mir sagte, falls ich mich je für eine Religion entscheide, dann sicherlich nicht für den Islâm. Allâh weißt es jedoch besser!
Nachdem ich mein Studium in Russland absolviert hatte, ging ich nach Deutschland, um mein Studium dort fortzusetzen, Al-Hamdu li-llâh!
Ich komme aus einem sehr entfernten Ort in Russland, dem Fernen Osten. Wir sind das Landesende, der letzte Punkt vor China. Japan, Korea und China sind meiner Heimatstadt näher als Moskau. 10.000 Kilometer musste ich bis nach Hannover reisen. Eine 10.000 Kilometer lange Reise, damit ich meine Liebe zu Allâh und zum Islâm finden konnte. Ist das nicht ein Wunder? Ist das nicht eine große Barmherzigkeit? Subhan Allâh!
Wenn ich jetzt zurückblicke, sehe ich so viele kleine Dinge, die wie Teile eines Puzzles ein komplettes Bild von meinem Weg bilden. Mein erstes Jahr in Hannover; zu beschäftigt mit meinem Studium, mit dem Deutschlernen, mit dem Gewöhnen an die neue Umgebung, um mir die existentiellen Fragen zu stellen. Wie an einen kleinen Tropfen in diesem See von Beschäftigungen, erinnere ich mich an ein Gespräch mit einem Studenten aus der Türkei. Er war nicht gerade sehr religiös, das ist allerdings etwas, was mich immer noch bei vielen Muslimen fasziniert: Sogar die nicht-praktizierenden Muslime tragen manchmal die Charakterzüge eines guten Muslims in sich, sei es die Großzügigkeit, Gastfreundlichkeit, Ehrlichkeit oder einfach ein fester Glaube, dass es einen Gott gibt, einen Verzeihenden, einen Barmherzigen. Ein Glaube, der einem in der westlichen konsumbesessenen Gesellschaft eher seltsam vorkommt.
Eines Tages sprachen wir über Religionen. Ich stellte meine üblichen unbeantworteten Fragen, die fast immer die ganze weitere Diskussion blockierten. Es fiel mir schwer, das Konzept der Sünde im Christentum zu verstehen. Wie kann ein Priester die Sünden vergeben? Wie kann er wissen, dass meine Reue aufrichtig war? So könnte ich praktisch jeden Tag sündigen und jeden Tag zum Priester gehen? Und... wenn Jesus schon für all unsere Sünden gestorben sei, warum nicht sündigen?
Der türkische Student war still und ruhig und dann sagte er: „Im Islâm sagen wir, dass jeder Mensch wie ein sauberes Blatt Papier geboren wird. Alles, was du im Leben tust, wird auf diesem Blatt aufgeschrieben und Allâh alleine kann entscheiden, ob Er dir vergibt oder nicht.“
Ich war fasziniert. Das war das erste Mal, dass die Diskussion nicht in der Sackgasse endete. Ich fand eine Antwort. Ich war davor so durcheinander gewesen und ein einfacher Satz machte die Dinge so klar und logisch, frei für den Verstand und für das Gefühl.
Zu diesem Zeitpunkt habe ich jedoch mein Wissen über den Islâm nicht erweitert. Das war erst ein Jahr danach, als ich mich in einen Muslim verliebte. Ich kann nicht sagen, dass es eine glückliche Beziehung war. Er war kein perfekter Muslim, er betete nicht und führte ein Leben, das leider viele junge muslimische Studenten führen, wenn sie in den Westen kommen. Abgesehen davon hatte er etwas, was mir fehlte, etwas innerlich sehr Starkes, den Glauben an Gott, den Glauben an eine Offenbarung und keine Angst vor dem Tod.
Gut, ich war eine fleißige Studentin, eine gute Freundin und versuchte, ein guter Mensch zu sein, mir fehlte aber immer so eine Kraft, die, heute weiß ich es, nur von der Erkenntnis der Existenz Gottes kommen kann. Ich sah, wie er im Ramadan fastete, jedoch dachte ich nicht viel über die Bedeutung davon nach. Es ist schon interessant, dass ich anfing, nach Bedeutungen zu suchen, als wir uns getrennt hatten. Wir verstanden uns in vielerlei Hinsicht nicht und ich konnte es nicht mehr ertragen. Ich wollte ihn verlassen aber auch verstehen, was es war, das nicht funktioniert hatte. War es seine Religion? Waren es seine Traditionen? War es seine Erziehung? Oder lag das Problem bei mir?
Ich kaufte ein Buch über das Leben des Propheten Muhammads und fuhr nach Frankreich zu einem Sprachkurs. Der Sprachkurs war gut, das Buch war noch besser. Ich wollte mehr lernen.
Das war ein schwieriges Jahr für mich. Ich war sehr krank geworden und musste operiert werden. In allem liegt aber Allâhs große Weißheit. Ich war sehr einsam und hatte Angst vor der Operation, aber das war der Wendepunkt, an dem ich anfing, mehr und mehr über Gott nachzudenken. Al-Hamdu li-llâh, alles war gut gegangen und ich war dadurch ein anderer Mensch geworden. Alles, was danach passierte fügt sich logisch zusammen. Ich denke, in dem Moment, war ich in meinem Herzen schon Muslima.
Für mein Studium hatte ich über ein Jahr lang einen privaten Italienischlehrer. Durch meine ganzen Probleme hatte ich jedoch den Kontakt verloren. Nachdem ich wieder gesund war, wollte ich meinen Italienischunterricht fortsetzen und fing an, einen neuen Lehrer zu suchen. Eines Tages suchte ich eine von vielen Telefonnummern, die man an einem Informationsbrett an einer Universität finden kann, aus. Ich wählte die Nummer und eine sehr nette Italienerin sagte mir, sie würde sich freuen, mich zu unterrichten und der Preis sei nicht zu hoch. Wir verabredeten uns und dann teilte sie mir mit, es würde einfach sein, sie zu erkennen, weil sie ein Kopftuch trägt.
Ein Kopftuch? Ja, ich war überrascht, aber in dem Moment dachte ich, sie wäre vielleicht eine Italienerin mit arabischen Wurzeln oder etwas Ähnliches. Ich hatte bis zu dem Zeitpunkt noch nie in meinem Leben mit einer Frau, die Kopftuch trägt, gesprochen. Ich dachte gleich an die Frauen, die ich ab und zu sah und von denen ich vermutete, sie seien Europäerinnen, die Kopftücher tragen. Ich hielt nicht viel von ihnen und dachte immer, sie hätten eine schlechte Ausbildung und machten alles, was ihre Männer von ihnen verlangten. Ich wusste damals nicht viel über den Islâm und hatte meine eigenen westlichen Ideen, wie die Frau sich zu präsentieren habe.
Und dann traf ich Nura, Al-Hamdu li-llâh. Dieses Treffen veränderte mein ganzes Leben. Ich sah diese Italienerin, konvertiert zum Islâm, sehr gut ausgebildet, intelligent, schön, mit gutem Gefühl für Humor und... sie trug ein Kopftuch!
Sie hatte Licht, Strahlen in ihrem Gesicht, das von Innen kam, maschâ‘ Allâh!
Meine Welt veränderte sich. Ich verstand, wie viele Vorurteile ich hatte. Wir fingen unseren Unterricht an, aber, ehrlich gesagt, sprachen wir mehr über den Islâm als dass wir Italienisch lernten, Al-Hamdu li-llâh!
Und dann las ich den Qurân. Meine erste Frage war, warum ich das nicht früher getan hatte! Das hätte mein erster Schritt sein sollen.
Ich war überwältigt von Glück und Freude, weil ich sofort, mit dem Lesen der ersten Seiten verstand, dass das die Wahrheit ist, die ich schon so lange gesucht hatte, dass das die Antwort und die Rechtleitung ist und ich brauche keine Angst mehr zu haben. Diese Wörter gingen direkt in mein Herz und ich fühlte Frieden. Das Leben hat einen Sinn und ich kann, inschâ‘ Allâh, Vieles machen, um diesen Sinn zu erfüllen.
Ich kann mich erinnern, wie ich eines Tages bei der Arbeit saß und so ein absolutes und vollständiges Glück fühlte, dass wenn meine Kollegen mich gesehen hätten, sie gedacht hätten, ich sei verliebt. Und ich empfand tatsächlich eine tiefe Liebe für Allâh und den Islâm und die Lebensweise, die Er uns vorgeschrieben hat. Wahrlich, nichts auf dieser Erde kann dem Menschen dieses Gefühl von einem absoluten, unvergleichbaren Glück geben, außer die Liebe zu Allâh und die Erkenntnis Seines Willen.
Ich bete, ich trage den Hidschâb, ich faste im Ramadân und ich weiß überhaupt nicht, wie ich ohne dies alles früher gelebt habe. Was war das für ein Leben, voller Angst, Einsamkeit und ohne Sinn?
Alles kommt von Allâh. Wir müssen nur einen kleinen Schritt in Seine Richtung machen und Er wird uns in Seiner großen Barmherzigkeit entgegen kommen. Ich war einsam und Er gab mir eine wunderschöne Ummah, ich war krank und Er heilte mein Herz und meine Seele, ich war verloren und Er gab mir die Rechtleitung und Frieden, meine Seele hatte Hunger und Er gab ihr Nahrung.
Kaum zurück aus Dubai lernte ich einen Algerier kennen.Er war auf Asyl hier und er war es, der mich nach langer Zeit innerer Leere wieder zum Lachen und zum Weinen brachte.Ich bin aufgewachsen als Katholikin in einem Dorf in Rheinland-Pfalz.
Ich bin gerne in die Kirche gegangen und war auch religiös, was aber von anderen – incl. meiner Familie – immer belächelt wurde.
Ich hab den Rosenkranz vorgebetet etc. Und dafür wurde ich ausgelacht und verspottet.
Mit dem Spott konnte ich nicht umgehen – deshalb erfolgte ein innerer Rückzug vom Glauben.
Welcher Gott, welche Religion lässt es zu, hab ich mich gefragt, dass man zwar genötigt wird Unterricht zu nehmen und den Gottesdienst zu besuchen – nur, damit man ausgelacht wird, wenn man dies alles sehr ernst nimmt.
Mit ungefähr 12 hatte ich dann einen „Rückfall“ mit der Schönstatt-Jugend. Eine andere Art von Katholizismus. Wo jedoch Maria im Mittelpunkt stand. Das Kettchen fand ich nett, das man tragen durfte wenn man dazu gehört.
Die Gemeinschaft war an sich ok – aber ich verstand den Sinn dieser Gruppierung nicht.
Danach hab ich mich total vom Glauben abgewendet. Ich war verletzt und enttäuscht – und leer. Zwischenzeitlich starb mein Bruder.
Ich hatte einen reichen Lebensgefährten (reich an Geld versteht sich), hatte durch ihn Heim, Haus, Mercedes und viele Reisen. Also alles super – nach außen. Innerlich fühlte ich mich aber tot.
Nach 3 Operationen bei denen ich wusste, dass man mir dadurch etwas „mitteilen“ wollte – sprich: dein Leben ist so nicht ok – hab ich mich von meinem Freund und Luxusleben verabschiedet und mich endlich auf eigene Beine gestellt.
Mein einziger Trost zu dieser Zeit: Karten legen. Darüber konnte ich meditieren. Ich las unzählige Esoterik-Bücher, legte munter Karten, besuchte einen Reiki-Kurs – und war immer noch nicht fertig mit der Suche. Ich dachte wirklich ich tue was Gutes – zumindest nichts Schlimmes.
Was ich aber unbedingt wollte, da ich von den Bauten der Araber immer so fasziniert fand – und was ja auch im Fernsehen immer so gut rüber kam – ja ich wollte unbedingt nach Dubai. Nach 2 Jahren erfüllte sich mein Wunsch. Aber oh Schreck. Ich mochte die Stadt an sich nicht. Es war wie in Europa. Keine „Tradition“, keine Möglichkeit etwas „altes“ zu sehen, ja nicht mal arabische Musik durfte man im Hotel spielen – wegen den Europäern. Bitte?! Wozu kommt man denn in ein arabisches Land fragte ich mich. Ok. Aber wenigstens kleideten sie sich noch Traditionell – ein sehr kleines Trostpflaster. Und ich war traurig darüber, bei allem Respekt dafür was sie da aus dem Boden gestampft haben, was Dubai tatsächlich ist. Und trotzdem packte mich dort unbewusst ein Interesse an Kultur und Islam.
Er lies mich den „Islam“ betrachten – ohne Vorschriften und ohne Zeigefinger.
Was haben wir uns manchmal gestritten - wegen dem Islam. Weil ich Angst vor dem Islam hatte (durch die Medien verursacht) und weil ich den Islam widerlegen wollte. Schließlich ist ja das Christentum auch was – dachte ich zumindest.
Zu dieser Zeit litt ich noch ab und zu unter Angstzuständen. Nichts half dagegen. Tabletten lehnte ich ab. Als ich ihm das am Telefon erzählte sagte er mir nur „leg Dich ins Bett und lese die letzte 3 Suren aus dem Koran 3x und Du wirst ruhig werden“.
Na super dachte ich. Ich hab Angst – er sagt lies Koran. Danke für’s Gespräch.
Dann dachte ich – ok - schaden kann es nichts. Aber ich glaube nicht daran. Tat es endlich, und tatsächlich, die Angstzustände waren weg.
So ging das immer weiter.
Leider bekam er nach kurzer Zeit unerwartet seine Abschiebung und für uns gab es keine Möglichkeiten mehr.
Da ich nun alleine war, habe ich mich intensiver mit dem Islam beschäftigt und erkannte was Islam bedeuten kann.
Manchmal hab ich geweint weil diese Religion so schön ist. Manchmal war es mir zu schwer. So ging es immer hin und her.
Der letzte extreme „Beweis“ bekam ich mit/nach einem Traum. Ich hörte innerhalb von 2 Tagen mit dem Kartenlegen, mit dem Rauchen und Trinken auf. Es war mir bewusst, dass da eine höhere Macht im Spiel war und es zeigte mir, dass ich tatsächlich auf dem richtigen Weg bin.
Wer jetzt denkt, dass ich auf so ein riesiges Zeichen hin gleich Konvertiert habe, der irrt. Als kleiner Sturkopf und aus Angst davor, dass ich es nicht schaffe die Regeln des Islam einzuhalten, hab ich es nicht getan.
Ein Jahr, 1 ½ Jahre nicht. Bis ich merkte, dass es an der Zeit ist, den Islam nun zu praktizieren. Nur wie und mit wem war die Frage. Ich hatte mir alles selbst oder über Internet beigebracht.
Nun denn. Kaum gedacht fand ich tatsächlich Anschluss zu praktizierenden Muslimen die mir sehr schnell den richtigen Schubs gaben.
So schnell, dass ich im November 2008 nicht mal mehr meine Arbeit verrichten konnte ohne ständig daran zu denken, dass ich jetzt endlich konvertierten muss. Ich konnte wirklich NICHTS mehr richtig machen. Nur noch wo werde ich konvertieren und bitte so schnell wie möglich.
Gut. Freitags hab ich mit der neuen Freundin vereinbart, dass sie mich schnellstmöglich mit zur Moschee nimmt, damit ich dort konvertiere. Sie hat sich gefreut, ich noch mehr – aber die Zeit hat mich innerlich gedrängt.
Nun hatte ja noch 2 wichtige Fragen VOR der Konvertierung für mich zu klären. Und die versuchte ich bei „Der wahren Religion“ zu klären.
Es kam wie es kommen sollte – ich konvertierte am Telefon.
„Sollte“ sag ich deshalb, weil ich tatsächlich 2 Stunden später beinahe einen schweren Autounfall gehabt hätte.
Mein Fazit nach ein paar Wochen als Muslima.
Ich gebe zu noch am Anfang zu stehen, und aus persönlichen Gründen noch kein Kopftuch zu tragen (ist aber in Planung).
Es gibt Muslime, die ich vorher schon kannte, die erst wollten das ich Konvertiere. Nun, da ich es getan habe, empfinden sie mich als extrem weil ich den Islam auch leben will. Sie unterstellen mir Dinge über die ich nur lachen kann. Es sind Muslime, die mir sagen, ich soll den Islam doch bitte leicht nehmen und ich müsste ja nicht 5x beten und ich könnte durchaus auch Sex vor der Ehe haben. Es sind Muslime die mir heute sagen, dass Muslime schlecht sind und was ich mir denken würde.
Ich denke, darauf muss man nicht näher eingehen und diese Kontakte habe ich abgebrochen.
Ich bitte nur meine neuen Geschwister im Islam – bitte seid vorsichtig(er) mit Euren Aussagen über Euch selber und über Eure Religion.
Wer noch nicht standhaft im Glauben ist, den können solche Reaktionen vom Glauben abbringen oder den neuen Glauben schwächen.
Letzten Endes aber kann ich sagen:
Das Gebet bringt mir Freude und ich habe eine wunderbare Gelassenheit und Ruhe, die ich vorher nicht kannte. Und dafür bin ich unendlich dankbar.