Tja der Alltag hat mich wieder schon fast einen Monat. Mein Schatzi und ich leben wie immer so vor uns hin und im stillen sinniere ich darüber, dass der Alltag ja auch so seine Vorteile hat ...Hört sich irgendwie doof an, oder? Alles ist wie immer.. Der Tagesablauf ist gleich, der Ablauf der Wochentage ist gleich, ja sogar das Wetter ist gleich... Die heftige Verliebheit, die Unruhe, die ständigen Aggressionen, die mich ein paar Monate gequält haben, sind abgeklungen. Ich kann wieder normal essen, denken. Nur manchmal...wenn ich ein Auto sehe, dass SEINS sein könnte, wenn ich jemanden sehe, der IHM ähnlich sieht ...-oh es gibt viele Sachen, die mich an IHN erinnern, dann piekt es, Nadelstiche hoch zehn, leichtes Grummeln im Magen und ich muss mich schnell ablenken, ganz schnell... schnell wieder Alltag haben, damit es nicht so weh tut. Meinen Schatzi drücken, wenn er da ist. Dann gehts wieder. Da wird wohl für alle Zukunft eine Narbe bleiben, die ständig juckt. Wie gut, dass SEIN und mein Timing in letzer Zeit so perfekt ist. Immer wenn er hier zu tun hat im Haus, bin ich nicht da -so wie heute. Im ersten Moment war da nur Enttäuschung als ich gesehen habe, dass ER da war. Aber dann war ich auch wieder froh, denn IHN zu sehen, heißt auch, dass alles erneut hoch kommt. Ich versuche an mir zu arbeiten, mich nicht ganz so doll zu hassen. Tja auch dabei hilft irgendwie der Alltag...
Wenn das Objekt der derzeitigen Begierde (ER) ungefähr so erreichbar ist wie gleichzeitig vom Blitz getroffen zu werden, das Freiticket zum Mond zu bekommen und den Jackpot im Lotto abzuräumen, dann bleiben einem nichts weiter als Träumereien und Gedankenspielereien. Bloß irgendwann (bei mir jetzt) muss man aktiv versuchen das alles auszuschalten und sich wieder auf das wirkliche Leben konzentrieren. Denn es ist nicht mehr weit bei mir zur Manie! Aber es ist heutzutage so einfach Informationen zu bekommen... Ich habe mich wieder dabei erwischt wie ich seinen Namen und seine Adresse gegoogelt habe (nicht zum ersten Mal). Auch die Personen, die mit IHM im Zusammenhang auftauchen, gegoogelt und durchleuchtet. Satellitenbilder hin und her geschoben und darüber nachgedacht, ob ER dort nun wohl alleine wohnt... Aber immer wieder klopfe ich mir gedanklich auf die Finger: Laß das, Mach das nicht, vergiss es endlich. Tja was hilfst -gerade läuft ER weider durch meine Gedanken. Und meine innere Stimme labert und labert: Wo ist ER jetzt? Was macht ER jetzt? Ist ER bei seiner Frau? Denkt ER auch an mich? Oder kann ER sich schon gar nicht mehr an mich erinnern? (Sehr Wahrscheinlich!) So zu sagen eine Endlosschleife doofer Fragen. Verliebt sein ist schrecklich, wenn der andere nicht genauso empfindet. Und noch schlimmer ist es, wenn du für den anderen unsichtbar bist.
Eigentlich mag ich Montage gern, denn da hab ich frei. Nur leider finden zum Beispiel meine Eltern, dass man diese Freizeit besser nutzen kann um ihnen einen Gefallen zu tun und Sachen, die sie nicht gerne machen zu erledigen. So ist die gute Laune recht früh am Tag schon wieder vorbei und ich sinniere über mein gestörtes Eltern-Kind-Verhältnis. Irgendwie beim Nabelschnur durchtrennen, war die Schere wohl stumpf.Dazu kommt, dass ER mir wieder wie ein Gewitter durch den Kopf zieht und ich das ich das nicht mal mit saudoofen Talkshows ausblenden kann. Hinzu kommt das Nachmittags-Depri-Tief und schon bin ich wieder wie ein kleiner Käfer im Wassereimer, der vergeblich versucht an den glatten Wänden hochzukrabbeln. Im Moment ist sowieso der Wurm drin-nichts klappt und nichts fügt sich zusammen. Es ist ja nicht so, das ich sitze und warte auf den erlösenden Blitz aus dem Himmel oder dem Lottogewinn. Aber so sehr ich mich auch bemühe Veränderungen zu erreichen, desto enttäuschter und entmutigter werde ich. Ich habe ein arges Problem im Moment damit den Neid auf andere zu kontrollieren und nicht gehässig zu werden, weil ich oft sehe, dass andere sich gar nicht bemühen und ihnen fällt trotzdem alles zu.
An Tagen so wie heute ist der Druck im Innern so groß, dass ich ständig damit beschäftigt mich selber runter zuputzen. Egal womit ich nach außen hin gerade beschäftigt bin, im Innern läuft immerzu ein Tonband ab: Zu blöd, zu häßlich, zu untalentiert, zu ungeschickt. Andere ritzen sich, hungern oder tun wer weiß was ihrem Körper an. Ich habe eine viel bessere Methode gefunden, die keiner sieht und somit auch keine blöden Fragen aufkommen. Ich beschimpfe mich selber und es tut gut Täter und Opfer in einem zu sein. Laufen bis die Lunge raushängt hilft auch, habe neulich gerade festgestellt. Nur geht im Moment leider nicht(Knöchel verstaucht) Also nicht nur blöd und häßlich, sondern auch noch Krüppel
Manche Tage sind echt besch... Sie fangen nur nicht so an, sondern tarnen sich. Heute morgen war irgendwie alles gut. Die Sonne schien, der Wind war frisch und ich habe einigermaßen gut geschlafen - und ER war nicht mein erster Gedanke (der zweite vielleicht). Es war so ein Morgen wo man denkt: Das Leben ist doch irgendwie trotrzdem schön. Tja und wenn dann ausnahmsweise mal die Frisur sitzt...Auf Arbeit lief's gut, die Kollegen nett und gut gelaunt. Die Arbeit anspruchsvoll und spannend-und man freut sich auf den Feierabend in der Hoffnung das der Tag so weiter geht. Und dann unverhofft kommt von irgendwoher eine Faust und streckt dich nieder. Und schon bis du zurück im Loch, aus dem du dich gerade herausgequält hast...Der Tag ist dann ja wohl doch nicht so schön..Tarnung ist alles! Den Rest des heutigen Tages brauche ich mich jedenfalls nicht mehr über das schöne Wetter freuen, sondern kann mich getrost wieder verkriechen und grübeln(Habe ja jetzt eine Ausrede). Überlegen wie es weiter gehen soll auf einem Weg, der eigentlich nur aus Sackgassen und Steilklippen besteht. Viele Grüße an alle da draußen, denen es ähnlich geht!! Vertraut bloß nicht diesen schönen Tagen!