Beschreibung: Meine wunderbare Traumfrau und ich wollen gerne eine Familie gründen. Mit Hochzeit, Kind und allem was dazugehört. Freue mich über Kommentare!!!!
Jetzt muss ich nochmal schreiben. Als ich diese Puppe gehabt hatte und danach den Effekt: "weinendes kleines Baby- ich will trösten" hatte, dachte ich, das läge an der Puppe. Das Projekt ist ja jetzt eine Weile her. Und heute beim Einkaufen hat wieder ein sehr kleines Baby geweint. Mein ganzer Körper hat gekribbelt und mir hat es in den Fingern gejuckt. Da war das Projekt wohl nur der Auslöser...*Seufz* Macht den unerfüllten Kinderwunsch kein bisschen besser...oder einfacher...
Familienfeiern sind schon seit Jahren für mich von einem gewissen Horrorgefühl begleitet, aus sehr unterschiedlichen Gründen. Seit ich mit meiner Frau zusammen bin und ihre Familie kenne, hat sich das sehr gebessert, aus dem einfachen Grund, dass ich "ihre" (ist ja auch meine) Familie sehr mag und mich bei ihnen ausgesprochen wohl fühle, auch wenn ich bei manchen Themen einfach nicht mitreden kann, weil ich eben einige Leute, die alle anderen kennen, nicht kenne. Bisher war auch alles so ziemlich ausgeglichen. Sogar letztes Jahr. Ostern war die Cousine meiner Frau schwanger, aber das war nicht so weltbewegend und auch nicht Thema Nummer eins über den Tag verteilt, selbst als sie mit Freund und Babybauch zum Kaffee auftauchte. Selbst als wir im Sommer da waren und ihr Baby mittlerweile auf der Welt war, war es sehr ausgeglichen, da der Kleine fast die ganze Zeit in seiner Babyschale schlief und wir unsere Hochzeitsfotos dabei hatten, es waren leider nicht alle bei unserer Hochzeit gewesen.
Dann kam heute. Der Kleine ist fast ein Jahr alt und supersüß. Er ist aktiv und zieht einfach die ganze Aufmerksamkeit auf sich. Und da ist ganz klar, dass der Kleine eben der zentrale Punkt der Aufmerksamkeit ist. Gleichzeitig stehen die Eltern im Fokus, wobei sich das auch sehr in Grenzen hielt.
Es war ein sehr, sehr schöner Nachmittag und ich habe mich wie immer da wohl gefühlt. Nur hatte ich wieder das Gefühl, dass man als Frau ab einem gewissen Alter ohne Kind einfach nicht so interessant ist, vor allem wenn Kinder, insbesondere kleine, anwesend sind. Als wäre man ohne Kind irgendwie nicht vollwertig. Und ich wette, wenn ich oder meine Frau ein Mann wären, wären auch Stimmen laut geworden wie "Na, ist der nicht süß, wollt ihr denn nicht mal auch eins?", gefolgt von Hinweisen, dass wir ja auch nicht jünger werden oder was auch immer.
Vielleicht habe ich mir das ja auch alles nur eingebildet. Aber egal, ich empfinde eben einfach so. Und ich wünsche mir brennend ein Kind. Wenn der liebe Ludo, gespielt von Til Schweiger, in Zweiohrküken recht hätte, mit der Aussage, dass etwas wahr wird wenn man es sich ganz doll wünscht und ganz fest daran glaubt, müsste ich schon mindestens eine halbe Fußballmannschaft hier haben. Wobei, ich denke, es scheitert an dem daran glauben.
Ich versuche gerade, mir klar zu machen, dass wir so oder so im August/ September den nächsten Versuch starten, da wir ja auch unabhängig von R. und L. jemanden haben, der für uns spendet. Und ich kann es nicht glauben. Noch viel weniger kann ich glauben, dass ich dann nächstes Jahr Ostern schon gar nicht mehr so weit von einer Geburt entfernt wäre. Aber irgendwie...ich weiß nicht. August/ September ist noch so weit weg. Und ich mag mich auch auf den anderen Spender nicht einfach so verlassen, obwohl wir ihn ja nun seit Beginn unserer Kindwunschzeit kennen und er zwischendurch immer wieder bestätigt hat, dass er uns zur Verfügung steht. Naja, so lange ist es nicht mehr hin und ab nächstem Donnerstag, wenn die Arbeit wieder los geht, habe ich auch wieder genug um die Ohren, um mich abzulenken. Genaueres von L. werden wir erst im Mai zu hören bekommen, da er dann erst wieder in Deutschland ist. Ich muss sagen, trotz meiner nach wie vor etwas ablehnenden Haltung der Idee gegenüber, würde ich die Regenbogenfamilie mit den beiden grundsätzlich sehr gerne umsetzen. Alleine schon aus dem Grund, dass die beiden Freunde sind und ich ihnen bei ihrem nicht ganz einfach umsetzbaren Kinderwunsch helfen möchte. Es ist nun mal schwieriger für schwule Männer, ihren Kinderwunsch umzusetzen als für lesbische Frauen...Nur mag ich die Art und Weise der beiden momentan nicht.
R. hat am Donnerstag wegen des Alters angefangen, von wegen, er habe ja einen Bericht gesehen über Kinderwunsch und Kliniken und da wurde gesagt, dass Frauen unter 30 schneller schwanger werden und ab 30 es eben länger dauert und sämtliche Risiken steigen. Da hat er bei mir einen wunden Punkt getroffen. Ich hatte früher, nach meinem Humanbiologie-Seminar an der Uni, vor allem nach dem Genetik-Teil, die Überzeugung, dass ich mindestens das erste Kind vor meinem 30. Geburtstag bekommen muss, sonst lasse ich es ganz. Die erste Fehlgeburt brachte das nicht in Gefahr, aber die Trennung. Letztes Jahr wäre ja noch gegangen, da wäre ich eben vor der Geburt 30 geworden. Aber jetzt bin ich beim Versuch schon 31. Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich eingesehen habe, dass diese 30-Grenze Quatsch ist. Und jetzt, wo ich sie endlich überwunden habe und mir wegen meines Alters keinen Kopf mehr mache, fängt der auf einmal so an...
Gestern abend war R. zu Besuch bei uns. Er und sein Partner L. sind die, mit denen wir nach der Fehlgeburt über eine Regenbogenfamilie geredet haben, dann aber gemeinsam beschlossen haben, dass wir das nicht machen wollen, eben weil L. doch ziemlich konkrete Vorstellungen hat, von denen er nicht bereit ist, auch nur einen Milimeter abzuweichen. Ich glaube, für ihn bedeutet Kompromiss, dass er sagt, was gemacht wird und die anderen tun was er will. Nur blöderweise bin ich kein Mensch, der auf die Aufforderung "Spring!" fragt, "Wie hoch?". Naja, auf jeden Fall war R. gestern abend hier. Ich hatte ihm neulich geschrieben, dass uns die beiden Typen haben fallen lassen. Und gestern fragte er, wieso wir denn überhaupt suchen würden, wir hätten doch jemanden. Ich schaute ihn mit Fragezeichen im Gesicht an. Er meinte tatsächlich, dass er und L. ja mit uns nach wir vor die Familie planen würden. Aber meine Frau und ich finden das alles nicht so einfach. Wir haben unsere klaren Vorstellungen wie Familie für uns aussieht und wir sind nicht bereit, auf unsere Ideen zu verzichten, nur damit L. seine Familie zufrieden stellt. Ich bin nach wie vor der Meinung, dass die beiden am besten damit fahren würden, sich in den USA oder sonstwo eine Leihmutter zu suchen und dann für sich alleine ein Kind zu haben, ohne sich mit einer oder zwei Müttern auseinander zu setzen. Ich bin zwar strikt gegen Leihmutterschaft, aber meine Meinung ist da ja nicht ausschlaggebend. Auf jeden Fall habe ich gestern meine Zweifel sehr deutlich gemacht und auch gesagt, dass ich von L. erstens eine Entschuldigung haben will und dann noch von ihm hören will, wie er sich das vorstellt. Mir ist es egal, wie konkret die mit uns planen, wenn es für meine Frau und mich nicht passt, lassen wir es. Lieber kein Kind als eins mit Vätern, mit denen wir uns nicht wohl fühlen...Ganz davon abgesehen haben wir ja jemanden, der für uns spenden würde, nach unseren Ideen. Von daher sind wir von R. und L. überhaupt nicht abhängig...
Die beiden netten Männer, bei denen ich ein echt gutes Gefühl hatte, haben abgesagt. Warum können die sich nicht erst auf den Spenderseiten eintragen wenn sie sich sicher sind, was sie wollen??? Schon wieder Energie verschwendet und auf die Schnauze geflogen. Ich könnte kotzen!!!!!!!! Also wieder bei Null. Und ich mag nicht mehr. Seit 2 Jahren und 6 Monaten suchen wir jetzt nach einem Spender und kommen nicht weiter. Immer wieder landen wir bei null, schaffen die erste Hürde nicht. Irgendwann muss man den Traum auch aufgeben, wenn es sich so gar nicht weiter entwickelt. Der Frust wird immer größer und wir sind einfach nur müde. Ich bin zu müde, um mich in irgendeiner Form mit dem Kinderwunsch auseinander zu setzen. Wozu denn auch??? Es wird ja eh nichts werden....