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C'est la vie


Von: fettnaepfchenfinderin
fettnaepfchenfinderin

Beschreibung:
Ich, meine Familie, die Gegenwart, die mir nicht sagen will, was aus der Zukunft wird und die Vergangenheit, die mich hierhin geführt hat... das ist mein Leben... das und noch ein bisschen mehr...

Kategorie: Tagebuch-Mein Leben

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 C'est la vie 
Der Wahn, perfekt zu seinErstellt am 29. Juni um 23:15 
Der Wahn, perfekt zu sein

Schönheits-OP’s, Make-up, Miederwäsche, Haartönungen, Reden über Toleranz, Einigkeit und Geduld. Der Mensch strebt immerzu nach Vollkommenheit.

Intelligent, klug, schlagfertig, lustig, humorvoll, lieb, nett, freundlich, höflich, gesittet, kindisch und doch verantwortungsbewusst.

Der Traummensch hat alles und kann alles und steht doch zu den Fehlern, die ihn ausmachen, die aber eigentlich gar nicht schlimm sind.

Wir alle wollen kleine perfekte Abbilde unseres Selbst sein – wir alle wollen vollkommen sein.

Doch was ist Vollkommenheit? Werden wir jemals genug schön, schlau und witzig sein? Werden wir jemals genau die richtige Mitte zwischen freundlich und ehrlich finden?

Und ist für jeden Mensch an der gleichen Stelle die richtige Mitte? Oder ist Vollkommenheit schlussendlich doch nur Ansichtssache und sowieso immer wieder anders?

Fragen, die schwierig zu beantworten sind und doch ganz einfach.

Kann ein Mensch denn vollkommen sein? Gibt es tatsächlich einen Punkt, an dem man sagen kann: „Hey, das war’s. Ich bin perfekt und makellos. Es gibt nichts mehr, was es an mir zu ändern gäbe.“?

Und wenn – wann ist er erreicht? Und wer beurteilt es?

Hermann Hesse sagt, dass sich mancher für vollkommen hält, nur weil er geringere Ansprüche an sich stellt.

Dann hat Vollkommenheit also etwas mit Ansprüchen zu tun – und Ansprüche wiederum mit sich selbst. Meine Ansprüche mögen wohl nicht dieselben sein wie die meiner Mutter und ihre wiederum entsprechen nicht denen unserer Nachbarin.

Während ich meine Schuhe am liebsten bei uns in der Wohnung hinstelle, will meine Mutter, dass sie vor der Haustüre bleiben. Unserer Nachbarin hingegen will sie nicht im Flur haben und bittet mich, sie draussen zu lassen.

Welche Ansprüche gelten? Wer sagt nun, wohin die Schuhe gehören und wie findet man die perfekte Lösung?

Natürlich – mit den Schuhen ist das meistens ganz einfach. Aber wie sieht es mit anderen Dingen aus – mit essenzielleren, wichtigeren Fragen?

Soll ich versuchen, es allen Recht zu machen oder ist es doch besser, zu meiner eigenen Meinung zu stehen?

Schlichte ich einen Streit oder mische ich mich besser nicht ein?

Sage ich meiner Freundin, dass ihre neue Frisur grässlich ist und ihr Gesicht rund aussehen lässt oder lächle ich sie an und sage: „Es ist wirklich hübsch geworden.“?

Die Frage ist schlussendlich, welche Ansprüche gelten. Manch einer mag sich für perfekt halten – das mag sein. Manch einer mag sich als vollkommen ansehen – doch sind denn seine Massstäbe die richtigen? Oder sind es meine?

Wenn er sich für vollkommen hält, dann mag er das sein – nach seinen eigenen, einzig nach seinen Kriterien. Doch vielleicht sind diese einfach geringer als die meinen. Vielleicht empfinde ich ihn als pingelig und zu ungeduldig.

Am Ende ist es wohl so, dass wir alle nach Vollkommenheit streben – nach unserer Vollkommenheit, vielleicht manchmal auch nach der unserer Liebsten - doch die wahre Vollkommenheit, die kennen wir noch nicht einmal.

Und vielleicht ist das auch besser so – denn so bleiben wir doch noch – unter der Haartönung und dem Make-up irgendwo verborgen, uns selbst.


ZitateErstellt am 29. Juli um 19:06 
Zitate

Geklaute:

Die wahre Lebenskunst besteht darin, im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen.

Der beste Weg ein Freund zu haben, ist der, selbst einer zu sein.

Einen Menschen zu lieben, heisst ihn so zu sehen, wie Gott ihn gewollt hat.

Liebe mich dann, wenn ich es am wenigsten verdient habe. Denn dann brauche ich es am meisten.

Jemanden vergessen wollen, heisst, an ihn zu denken.

Weil wir Engel ohne Flügel nicht Engel nennen können, nennen wir sie Freunde.

Die grossen Tugenden machen einen Menschen bewundernswert. Die kleinen Fehler machen ihn liebenswert.

Fighting for peace is like fucking for virginity.

Ein Freund ist einer, der alles von dir weiss & dich trotzdem liebt.

Die Vernunft kann nur reden. - Es ist die Liebe, die singt.


Meine:

Manchmal ist ein kleiner Kieselstein mehr Kunst, als es alle Bilder von Picasso und da Vinci je sein werden.

Im Angesicht mit dem Abschied scheint es zu wenig Worte zu geben.

Wenn Sekunden ein Leben überdauern, ist es Sehnsucht.

Die Endlichkeit des Lebens wird einem nie so bewusst, wie wenn man wartet.

Von kleinen EgoistenErstellt am 29. Juli um 19:00 
Von kleinen Egoisten

Kurzgeschichte:

Es scheint mir, als würde sich die Zeit zurückdrehen. Als hätte ich das alles schon mal erlebt. Ich fühle mich taub. Abgestumpft.

Ich fühle nichts.

Ich weiß, dass ich eigentlich traurig sein müsste. Dass ich vielleicht auch weinen sollte. Dass ich nervös sein sollte. Dass ich vielleicht auch schon sehnsüchtig sein sollte.

Doch diese Gefühle dringen nicht zu mir durch. Ich fühle mich einfach nur stumpf.

Wieder stehe ich am Bahnhof, wieder warte ich mit den anderen auf den Zug. Nur dieses Mal ist es anders.

Dieses Mal warte ich nicht darauf, dass Robin zurückkommt, darauf ihn zu sehen. Dieses Mal warte ich, um mich von ihm zu verabschieden.

Abschied. Ein grässliches Wort.

Man steht sich gegenüber, sucht nach passenden Worten, versucht etwas zu finden, was den Schmerz lindert. – Man findet nicht. Es gibt sie nicht. Die richtigen Worte, - sie sind Wunschdenken.

Man nimmt sich in den Arm. Zum letzten Mal, man schaut sich an. Zum letzten Mal. Man küsst sich, zum letzten Mal, man redet zum letzten Mal.

Zum letzten Mal steht man sich gegenüber. – Zumindest für eine Weile.
Was soll man sagen? ‚Adieu, gute Reise, pass auf dich auf, bis bald, wir hören voneinander, wir sehen uns wieder, mach’s gut, auf Wiedersehen, Lebewohl, Tschüss’.

Es gibt so viele Ausdrücke, so viele Arten sich zu verabschieden. So viele Worte, so viele Redewendungen.

Und doch scheint im Angesicht mit dem Abschied keine die Richtige zu sein.
Man will keine von ihnen aussprechen.

Geh nicht. - Das ist es, was ich sagen will.

‚Verlass mich nicht. Lass mich nicht allein. Steig nicht in diesen Zug. Ich brauche dich. Fahr nicht fort. Bleib bei mir.’

Das sind die Worte, die einem auf der Zunge liegen, die der Situation entsprechen würden. Doch man hält sie zurück, genau wie die Tränen. Genau wie die Angst, die Trauer, die Sehnsucht.

Man schluckt sie herunter, mitsamt Gefühlen.

Und dann. Dann fühlt man sich taub und stumpf.

Und leer.

Robin versucht gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Er lacht, er witzelt, er scherzt.
Auch Jannick gibt sich Mühe, sich nicht anmerken zu lassen, dass er seinen Freund gleich vier Monate nicht mehr sehen wird.

Melanie und Fabian lächeln auch, doch sie sind stiller als sonst. Fabian behält manch dummen Kommentar für sich, so scheint es mir.
Melanie kichert nicht unentwegt. Sie lächelt nur, ein wenig traurig, wehmütig.

Und ich. Ich stehe hier, abseits. Ich lächle nicht. Ich weine nicht. Ich stehe nur hier und warte.

Die Vorstellung jetzt zu lächeln, ist schrecklich. Ich kann mir noch nicht einmal vorstellen, meine Wangen auf diese Art und Weise zu beanspruchen.

Tief hole ich Luft, entscheide mich, stark zu sein.
Andere haben das auch schon geschafft. So schwer wird das also nicht sein. Ich muss nur… ich muss mich nur zusammenreißen.

Robin steht gerade neben Jannick. Die beiden albern rum, lachen. Sie machen einen glücklichen Eindruck.

Wäre ich ein Fremder, würde ich lächeln bei ihrem Anblick. Wäre ich ein Fremder, würde ich denken, dass sie fröhlich sind.

Ich würde nicht glauben, dass diese beiden Jungs sich nun eine so lange Zeit nicht mehr sehen werden.

Robins Lachen lässt mein Herz hüpfen, - ich weiß nicht, ob es schon begriffen hat, dass es ihn nun lange nicht mehr sehen wird.

Es klingt hell, ehrlich und warm.

Ich mag sein Lachen. Es ist selten. Er lacht nicht oft.

Die blassblauen Augen strahlen, Grübchen bilden sich an seinen Wangen.

Er ist sehr attraktiv.

Sein blondes Haar ist etwas zerzaust, seine Haut sieht weich und zart aus. Seine Arme sind leicht gebräunt, wirken stark und etwas sehnig.

Da ist dieses kleine Muttermal in der Kuhle seines Ellebogens. Dieses Muttermal, das ich geküsst habe.

Dieses Muttermal, das ich mit der Zunge berührt hatte.

Arme, die mich gehalten haben. Lippen, die meinen Köper erkundet haben.

Der Zug fährt ein.

Das Lachen verebbt. Die Zeit des Abschieds ist gekommen.

Er wird von Fabian umarmt, kriegt einen Schulterklopfer. „Stell nicht zuviel Unsinn ohne mich an.“

„Niemals. Das wäre gar nicht lustig“, lacht Robin.

Melanie umarmt ihn auch. Ihr zierlicher Körper presst sich an ihn, sie vergräbt die Nase an seiner Brust. „Wir werden dich so vermissen.“
Sie weint.

Robin lächelt leicht. Es wirkt aufgesetzt und erreicht seine Augen nicht. „Ich euch auch. Aber ich komm ja wieder zurück.“

Melanie nickt und zieht die Nase hoch. Dann löst sie sich etwas von ihm, lächelt sie ihn an und streicht ihm eine Haarsträhne aus dem Gesicht. „Pass auf dich auf, ja?“

Jannick grinst schief, als er auf Robin zuschlendert. „Na dann. Sehen wir uns Weihnachten, was?“

Robin nickt. „Ja.“

„Ich denke, ich werde Kuchen backen.“

Robin lacht. „Willst du uns vergiften?“

Er kriegt einen Knuff von Jannick. Dann umarmen sich auch die beiden.
Die Umarmung fällt kurz aus, sie lösen sich wieder voneinander.
Beide sagen nichts mehr, sie blicken beide in eine andere Richtung.

Jannick stellt sich zu Melanie, nimmt sie tröstend in den Arm. Er flüstert ihr etwas ins Ohr, sie lacht und schluchzt zugleich.

Robins Blick streichelt mich.
Er sieht etwas verloren aus.

Ich lächle nicht. Ich weiß, es würde leichter für ihn sein, wenn ich lächeln würde. Aber ich will nicht lächeln. Ich will es ihm nicht leicht machen, mich zu verlassen.

Ich bin egoistisch. Ich bin nicht fair, aber ich will nicht, dass er geht.

Ich will, dass er bleibt. Bei mir.

Robin schenkt mir ein Lächeln, überbrückt den Abstand zwischen uns und streicht mir zärtlich über die Wange.

„Wie sehen uns Weihnachten wieder…“

Ich nicke nur.

„Du wirst sehen, die Zeit vergeht schnell.“

Ich schweige. Er seufzt.

Er küsst mich auf den Mundwinkel, dann zieht er mich eng an sich, vergräbt die Nase in meinen Haaren.

Tränen steigen mir in die Augen. Und auf einmal ist sie da. Die Trauer.

Erstickt hole ich Luft, versuche die Tränen zu verdrängen. Ich klammere mich an ihn, schluchze leise auf.

Ich will ihn anschreien. Ich will flehen. Will ihn festhalten. ‚Geh nicht!’ – Will ich schluchzen. ‚Verlass mich nicht’.

Doch schlussendlich entscheide ich mich anders. „Gute Reise“, flüstre ich leise, auch wenn mein Herz fast an den Worten zu brechen droht.

Dann schiebe ich ihn von mir, wische mir über die nassen Wangen.

Er schluckt mühsam, dreht sich schließlich aber um und steigt in den Zug.

Er schaut nicht zurück.

Und ich? Ich drehe mich um und verlasse den Bahnhof. Ich will nicht zusehen, wie der Zug wegfährt.

Ich kann es nicht.

Sehnsucht der NachtErstellt am 22. November um 18:22 
Sehnsucht der Nacht

Es ist dunkel.

Ich spüre dich neben mir, weiß genau, wie du daliegst, obwohl ich dich nicht sehe.

Dein Kopf liegt bestimmt auf dem Arm, die dunklen Haare fallen dir ins Gesicht. Ich mag sie.

Ich mag alles an dir.

Deine grünen Augen, die schmalen und doch schön geschwungenen Lippen, deine blasse, weiche Haut, die niedlichen Ohrläppchen.

Ich mag sogar deinen kleinen, krummen Finger.

Ich liebe dich.

Und obwohl du hier direkt neben mir liegst, ich deinen Atem hören kann, und ich das Bett mit dir teile, vermisse ich dich.

So habe ich mir das nicht vorgestellt. Nein, bestimmt nicht so.

Ich dachte, dass wir ewig verliebt bleiben werden. Hätte nie geglaubt, dass der Alltag uns so gefangen nehmen würde.

Wann hatten wir das letzte Mal Zeit füreinander? Nur wir beide?

Ich verlange keine Romantik, keine Geschenke, kein teures Abendessen. Einfach nur ein wenig Zeit mit dir. Vielleicht ein Kuss, der etwas länger dauert, als deine flüchtigen Abschiedsküsse. Vielleicht eine Umarmung, die etwas inniger ist, als das kurze Berühren von unsren Körpern. Vielleicht ein Gespräch, dass tiefer geht, als die Frage, wer das Auto aus der Werkstatt holt.

Ist das zuviel verlangt? Bin ich egoistisch, weil ich manchmal gerne mehr von dir hätte?

Mein Seufzen klingt unnatürlich laut in der stillen Nacht, und ich würde es gerne ungeschehen machen.

Ich möchte nicht, dass du merkst, dass ich mir mehr wünsche. Ich möchte nicht, dass du glaubst, dass ich unglücklich bin. Ich weiß, dass es dir wehtun würde. Und ich will dir nicht wehtun. Bestimmt nicht.

Ich will nur… mehr.

Tief kuschle ich mich in die Decke, versuche mir selbst die Geborgenheit zu geben, die mir von dir gerade fehlt. – Nicht, dass es klappen würde. Aber der Versuch zählt.

Ich bin nicht müde. Ich bin viel zu aufgekratzt, als dass ich schlafen könnte.

Ich hasse es. Ich hasse die Nacht. All die bösen Gedanken, die ich am Tag verdränge, all die Vorwürfe, die Sorgen, die Ängste, sie überfallen mich, rauben mir den Schlaf und lassen mich nicht zur Ruhe kommen.

Sie fressen mich von innen auf. Und manchmal frage ich mich, ob du auch so fühlst. Geht es dir auch so wie mir? Wünschst du dir insgeheim nicht auch mehr? Hast du dir unsere Beziehung so vorgestellt?

Oder lodert die Flamme der Sehnsucht auch in dir? Lässt sie auch dich brennen, nimmt sie auch dir die Luft zum Atmen?

Kannst du auch nicht schlafen?

Manchmal wünsche ich mir, dass du es nicht kannst.

Manchmal hoffe ich, dass nicht nur ich es bin, die wach im Bett liegt und sich nach etwas Zärtlichkeit sehnt.

Dass es dir ebenso geht. Dass noch nicht alles verloren ist. Dass wir wieder zueinander finden.

Einen zweiten Frühling erleben.

Dass ich wieder einmal in deinen grünen Augen versinken kann, wieder einmal durch die seidigen Strähnen deines Haares streichen kann, dir wieder einmal nah sein darf.

Doch da ist immer diese Angst. Die Angst, dass es dir nicht so geht. Dass du das nicht möchtest. Dass ich dir nicht mehr wichtig bin.

Tränen brennen bei dem Gedanken in meinen Augen.

Es tut weh, das zu denken.

Eng schlinge ich meine Arme um mich, versuche ein Schluchzen zu unterdrücken. Ich will dich nicht wecken, falls du schon schläfst.

Du würdest wissen wollen, warum ich weine. Was soll ich dann sagen?

Ich kann dich ja doch nicht fragen, ob ich dir egal geworden bin.

Zitternd atme ich ein, aus, ein, aus. So einfach und doch so schwer, weil mein Herz so schmerzhaft pocht und der Kloss in meinem Hals so dick geworden ist.

Ich zucke etwas zusammen, als ich spüre, wie du den Arm um mich legst und mich eng an dich ziehst.

Du hauchst mir einen Kuss auf den Nacken, kuschelst dich sanft an mich.

Und mir wird klar, dass nicht nur ich nachts wach liege…

(Einfach so, ohne Hintergrund, aus den tiefen Sphären meiner Kreativität entsprungen)


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