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Alles was eine Frau (wie mich) bewegt


Von: tendency

Beschreibung:
Es sind die vielen Facetten die uns Menschen und das Leben so interessant machen. Einige der Meinen will ich hier preis geben.

Kategorie: News-Gesellschaft

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 Alles was eine Frau (wie mich) bewegt 
Mutter mit 17 - 2. TeilErstellt am 28. Februar um 21:41 
Mutter mit 17 - 2. Teil

1989 zogen wir aufs Land zu meinen Grosseltern. Sie besassen ein grosses Haus mit einem grosszügigen Gemüsegarten hinter dem Haus und ansehnlichem Umschwung. Da meine Grosseltern beide um die achtzig Jahre alt waren wurde ihnen das Pflegen der ganzen Anlage langsam zu viel. Meine Mutter wollte sie deshalb unterstützen.
Für mich in der Schule wurde alles noch viel schlimmer. Ich fand weder Zugang zu meinen neuen Klassenkameraden noch zu meinem Lehrer. Eine kurze Flucht in den italienisch sprechenden Teil des Landes folgte um nach der Rückkehr festzustellen, dass alles noch beim Alten ist. Somit besuchte ich ab der sechsten Klasse eine Privatschule in Zürich. Dieses sechste Schuljahr diente als Vorbereitung aufs Gymnasium. Ich war damals der Meinung, dass alle gescheiten Kinder das Gymnasium zu besuchen haben. Demzufolge ich auch. Ich war auf gutem Weg dahin bis nach dem ersten Semester ein neues Mädchen in meine Klasse kam. Sie war zwar ebenso rundlich wie ich jedoch mit einem wunderschönen Gesicht, grossen braunen Augen und einer roten Lockenpracht die bis zu den Hüften reichte. Noch viel mehr als Ihre äussere Erscheinung beeindruckte mich Ihr sicheres Auftreten. Sie sagte immer direkt und ehrlich was sie dachte. In unserer Klasse war ich nicht sehr beliebt. Ein Junge machte mir das Leben besonders schwer und sie wurde auf eine gewisse Weise zu meiner Beschützerin. Ihr traute niemand zu widersprechen, davon profitierte ich. Gleichzeitig erwachte damals langsam das Bewusstsein, dass man mit dem persönlichen Auftreten sehr viel beeinflussen kann. Von der Lösung dies auch für mich umzusetzen war ich noch weit entfernt.
Wir zwei Mädchen konnten stundenlang zusammen lachen. Manchmal über ein und denselben Witz oder auch nur über unsere Mitschüler. Wir hatten es immer sehr lustig zusammen und ich lebte wieder richtig auf. Zum Leidwesen meiner Noten. Meine Freundin tat mir gut. Für die Schule, das Lernen oder die Noten interessierte sie sich jedoch nicht sonderlich. Wir konnten, entgegen dem geringsten Verständnis einer Lehrperson, uns sogar über zweien in Mathe amüsieren.
So stabilisierte sich zur Freude meiner Mutter mein Gemütszustand, meine schulischen Leistungen verschlechterten sich dafür im Gegenzug zusehends. Als meine neu gewonnene Freundin die Schule nach einem einzigen Semester wieder verliess hatte ich den Übertritt ins Gymnasium bereits verpasst. Mit den Lehrern gemeinsam beschlossen wir, dass ich zwei Jahre lang die Sekundarschule besuchen würde und danach die Möglichkeit nutzte ins Gymnasium zu wechseln. Ich kam in eine neu durchmischte Klasse. Ein paar wenige Kameraden aus dem vorherigen Klassenzug waren auch dabei. Viele kannte ich noch nicht. Und diesmal wurde auch alles anders. Ich freundete mich mit drei Mädchen an. Und auch mit einigen Jungen verstand ich mich ganz gut. In den folgenden zwei Jahren entwickelte ich mich persönlich sehr stark. Mein Aussehen fing sich an zu verändern und mich zu interessieren. Ich wuchs in die Höhe und wurde schlanker, ich fing an mich zu schminken, mir die Haare mit Henna rot zu färben und die Kleider mussten von nun an einen bestimmten Stil haben. Dieser änderte sich jedoch noch ein paar Male bis zum heutigen Tag.
Ich merkte wie ich von der Umwelt anders wahrgenommen und behandelt wurde. Und lernte daraus. Dies gab mir Auftrieb und weckte den Wunsch nach mehr davon. Ich lernte langsam meine Bedürfnisse klarer mitzuteilen und mich durchzusetzen. Hierdurch kam ein langer Prozess ins rollen.
Während dieser beiden Jahre entwickelte ich mich zu einer gut aussehenden Jugendlichen. Meine Persönlichkeit war gestärkt aber dennoch sehr schwankend. Ich fing an Jungs herum zu kommandieren und konnte auch mal handgreiflich werden wenn sie nicht gehorchten. So riss ich zum Beispiel einmal einen an den Haaren weil er mir aus der Kantine den falschen Schokoriegel brachte. Ich genoss diese neue Macht und sie machte mich stark. Für meine Entwicklung vom kleinen Mimmöschen zur selbstsicheren jungen Frau war diese Entgleitung ins bestimmende Extrem der richtige Weg um zum eigenen Gleichgewicht zu finden. Am Ende der zweiten Sekundarschule schaffte ich den Übertritt ins Gymnasium und entschied mich für den Typus E, Wirtschaft. In dieser Klasse traf ich wieder auf meinen Quäler aus der sechsten Klasse. Doch diesmal gestaltete sich das Aufeinandertreffen ganz anders. Nur schon durch die selbstsichere Präsenz die ich ausstrahlte begegnete mir dieser junge Mann mit einem gewissen, zuvor nie da gewesenen Respekt.
Mutter mit 17Erstellt am 27. Februar um 20:39 
Ich habe mir vorgeommen die Erlebnisse meiner frühen Mutterschaft rückblicken betrachtet nieder zu schreiben. Einerseits zur Verarbeitung der vielen Geschehnisse der letzten Jahre, aber auch um allen Frauen die ebenso ungewollt schwanger werden Mut zu machen Ihren Weg zu gehen. Ich möchte keinen einzigen Moment missen, gab es auch noch so anspruchvolle Zeiten.



Mittlerweilen bin ich dreissig und seit mehr als 10 Jahren Mutter. Meine beiden Mädchen sind 10 und 12 Jahre alt, besuchen beide die Schule, pflegen Ihren Freundeskreis und betreiben eigene Hobbies. Sie sind in vielerlei Hinsicht bereits sehr selbstständig. Und ein paar Stunden ohne mich werden geschätzt. Doch dazu etwas später.

Ich wurde 1980 in Zürich geboren. Bereits eineinhalb Jahre nach meiner Geburt liessen sich meine Eltern scheiden und ich wuchs bei meiner Mutter auf. Die ersten 9 Lebensjahre ver-brachte ich in Zürich, danach zogen wir in ein kleines Dorf auf dem Lande wo ich auch heute noch mit meinen Kindern wohne.
Meine Mutter und mich verbindet eine tiefe innige Beziehung. Sie war und ist immer für mich da, kümmerte sich stets liebevoll um meine Problemchen und hatte für alle Anliegen ein of-fenes Ohr. Trotz behüteter Kindheit musste ich einige unangenehme Erfahrungen machen um mich zu der Persönlichkeit zu entwickeln die ich heute bin.

Ich bin von Natur aus ein aufgeschlossenes, fröhliches Wesen mit einer liebevollen, sehr sensiblen Seele. Da während meiner Kindheit zu Hause die heile Welt und Harmonie vor-herrschten war ich nicht gewappnet für die alltäglichen Sticheleien und Intrigen gewisser Mit-menschen. Insbesondere Kinder können grausam sein. Ich glaube zum Prozess des Er-wachsenwerdens gehört auch, dass man lernt andersartige Menschen zu akzeptieren und tolerant zu sein.
Zu meiner Schulzeit erlebte ich jedoch einen Umgang welchem ich als Mimmöschen nicht gewachsen war.
Nannte mich eine Mitschülerin eine blöde Kuh fing ich an zu weinen. Wurde ich wegen mei-ner pummeligen Figur gehänselt ebenso. Ich verbrachte die meiste Zeit mit den ausländi-schen Kindern meiner Klasse. Darunter waren ein portugiesischer Junge, ein Mädchen aus Manila und ein Knabe an dessen Herkunft ich mich nicht mehr erinnern kann. Wir verbrach-ten viel Zeit zusammen. Vor allem aber nutzten wir den gemeinsamen Nachhauseweg für unsere Streiche. Wir hatten keinen guten Einfluss auf einander. Über mehrere Wochen klau-ten wir in verschiedenen Kiosken und Geschäften Süssigkeiten. Irgendwie bereitete uns die-ser Nervenkitzel Spass. Es entstanden dabei auch komische Situationen.
Einmal als wir uns in einer Bäckerei ohne zu zahlen die Taschen gefüllt hatten und bereits hundert Meter vom Geschäft weg waren trat eine Person heraus und rief uns hinterher. So-fort rannten wir los. Ein anderes Mal liefen wir gerade vom Kiosk weg, die Süsswaren noch in den Händen als uns jemand direkt hinter uns ansprach. Eine aufmerksame Verkäuferin hatte uns anscheinend beobachtet. Glücklicherweise stand ich direkt neben einem Gebüsch und konnte meine Habe darunter schleudern ohne bemerkt zu werden. Für alle anderen war die Situation natürlich sehr unangenehm. Verraten hätten wir uns gegenseitig aber nie. Da ich jedoch, wie bereits erwähnt, im Grunde doch eher zart besaitet war taten mir diese Heim-lichtuereien nicht gut. Ich hatte ein schlechtes Gewissen und meine Mutter spürte dass et-was nicht stimmte. Als sie mich eines Abends beim zu Bett gehen fragte ob alles in Ordnung sei, ich benehme mich etwas seltsam, fing ich sofort an zu weinen. Unter Tränen gestand ich ihr unsere Taten. Nicht sehr erfreut vereinbarte sie mit mir, in den kommenden Tagen sämtli-che betroffenen Geschäfte zu besuchen, mich zu entschuldigen und wenn nötig die gestoh-lene Ware zurück bezahlen zu müssen. Mir grauste vor dem Gedanken und vor jedem Ver-käufer liefen mir die Tränen übers Gesicht. Bezahlen musste ich nirgends. Ich bin sicher beim Angesicht dieses kleinen weinenden Häufchen Elends allen leid getan zu haben. Spä-ter erzählte mir auch meine Mutter, dass sie sich aus rein erziehungstechnischen Gründen für dieses Vorgehen entschieden habe. Eigentlich hätte ich ihr leid getan und sie hätte mich am liebsten einfach nur fest in die Arme geschlossen.

Die Erzählung wird alle paar Tage fortgeführt.


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