So langsam frage ich mich, ob es eigentlich noch Sinn macht, diesen Blog zu führen. Zumindest momentan. Ich komme einfach viel zu selten dazu, einen Eintrag zu verfassen. Zum einen liegt das natürlich an Aljoscha. Der Kleine wird in ein paar Tagen schon 5 Monate alt (Wahnsinn!!!) und spannt mich natürlich ganz schön ein. Es gibt Tage, da schläft er bis auf eine Stunden so gut wie gar nicht tagsüber oder nur dann, wenn wir unterwegs sind. Seine Schlafenszeit zu Hause muss ich natürlich nutzen, um Wäsche zu machen, zu bügeln oder anderweitig aufzuräumen. Manchmal schalte ich zugegebenermaßen auch einfach ab, indem ich anschalte - den Fernseher. Dann sitze ich da, lass mich berieseln und versuche an gar nichts zu denken. Und im Nu quatscht er mich durchs Babyphone schon wieder an und vorbei ist die kurze Erholungszeit. Und wenn mein Mann dann mal zu Hause ist, will ich ihm Aljoscha auch nicht einfach so auf die Backe drücken und mich an den Laptop setzen, da habe ich auch wieder ein schlechtes Gewissen. Meistens nutze ich solche Tage, um wirklich einmal gründlich aufzuräumen oder wir sind alle 3 unterwegs.
Man sieht also, ich habe nicht mehr dieses Zeitfenster, um regelmäßig zu bloggen. Früher habe ich das immer während meiner Mittagspausen auf Arbeit gemacht und ich hoffe wirklich, dass ich spätestens dann auch wieder häufig blogge, zumal es dann auch wieder mehr zu bloggen gibt. Was soll ich schon groß erzählen? Dass Aljoschi uns jetzt seine Zunge rausstrecken kann? Sicher, mein Mann und ich sind vor Freude fast durchgedreht und ich habe sofort die Videokamera drauf gehalten, als er das (vorgestern Abend) zum ersten Mal ganz plötzlich und von alleine gemacht hat. Für uns war es ein Highlight, aber für euch? Ist so etwas interessant zu lesen? Ist es sinnvoll darüber zu schreiben? Ich weiß es nicht und derlei Fragen verstärken meine Zweifel noch, ob ich überhaupt weiter bloggen soll. Wenn ich eines nicht möchte, dann völlig trivialen Mist schreiben, der sich noch nicht einmal besonders schön lesen lässt.
Wir haben nun schon wieder Ende Januar und dieser Monat hat uns auch schon viel Trauriges gebracht... Vor einer Woche ist mein Opa verstorben, es ist nicht so, dass es völlig überraschend kam, denn er war schon lange ziemlich krank und diesmal sah es tatsächlich so aus, als würde er sich nicht mehr aufrappeln können. Dann kam es doch irgendwie ziemlich plötzlich und überraschend, aber das ist wohl beim Tod immer so. Man fühlt sich immer davon überrumpelt, egal wie krank oder alt ein Mensch war. Das liegt wohl daran, weil das so ziemlich der einzige Schritt im Leben ist, der sich, egal was man macht und versucht, keinesfalls rückgängig machen lässt. Der Tod ist endgültig und lässt die Hinterbliebenen immer mit diesem Gefühl zurück, dass man beraubt wurde, etwas wurde zerstört, geklaut, ausradiert und man versteht weder wer das war noch wie es passiert ist... Es gibt keine Stopptaste, die man drücken kann kurz bevor "es" passiert. Nur für 5 Minuten, um noch einmal schnell alles sagen zu können, was noch zu sagen ist, um schnell noch einmal ein Lächeln zu schenken, einfach um "auf wiedersehen" zu sagen. Nein, diese Chance haben wir nicht, zumindest nie mit Sicherheit, eben weil man nie genau wissen kann, in welcher Minute die Lebenskerze eines Menschen abgebrannt sein wird..
Bei meinem Opa war es nun leider soweit und deshalb herrscht momentan nicht die beste Stimmung. Vor allem meiner Mutter, die selbst gerade erst eine Operation hinter sich bringen musste, nimmt das alles sehr mit. Nächsten Freitag ist die Beerdigung und der Gedanke, dass ich dort hingehen muss, macht mich jetzt schon wahnsinnig. Ganz ehrlich, ich möchte es nicht. Zwar heißt es so schön "jemandem die letzte Ehre erweisen", aber wer sagt eigentlich, dass man das nur auf diese Weise kann? Ich sehe das nicht so, für mich hat Ehre etwas mit Ehren zu tun und ehren kann ich meinen Opa auf andere Weise genauso oder noch besser. Indem ich mich an schöne Momente erinnere, an Tage, an denen er noch fit und gesund war, als wir zusammen mit seinem damaligen Hund spazieren gegangen sind, an Quatschmachen und Blödsinn, an Lachen und auch an Schimpfen. Einfach daran, dass er ein toller Opa für mich war, so einer, wie man ihn sich nur wünschen kann. Genauso habe ich ihn sowieso die letzten Jahre immer gesehen, als er das aufgrund seiner Krankheit schon längst nicht mehr war. Durch die Beerdigung erinnert man sich doch nur schmerzlich daran, dass es vorbei ist, dass es diesen Menschen nicht mehr gibt, warum macht man das? Sicher, es gehört zu unserer Kultur dazu, aber ich habe nun einmal eine andere Meinung. Ich muss mich nicht damit quälen, mir vor Augen zu halten, dass er weg ist. Lieber lasse ich ihn in mir weiter leben.
Trotzdem werde ich natürlich hingehen, auch wenn ich mir manchmal heimlich wünsche, bis Freitag noch krank zu werden, um eine gute Ausrede zu haben. Aber nein, ich werde hingehen, es wird von mir erwartet und es wäre mir viel zu kompliziert, erklären zu müssen, warum ich nicht hingehen möchte. Es würde bestimmt so aufgefasst werden, als würde mich sein Tod nicht interessieren, aber das ist es nicht. Ich möchte nur einfach grinsen, wenn ich an ihn denke und nicht weinen, wie es bei einer Beerdigung nun einmal ist.
Eines macht mich aber doch ein kleines bisschen glücklich: dass er seinen Enkel Aljoscha noch kennen gelernt hat. Ich hatte darauf bestanden, ihm den Kleinen zumindest mal kurz zu zeigen, das ist jetzt schon ein paar Monate her. Aber er hat ihn gesehen, hatte ihn angegrinst und über die Hand gestreichelt. Das ist mir, vor allem so im Nachhinein betrachtet, sehr viel Wert.
Silvester ist für mich wie für die meisten anderen Menschen immer die Zeit um Bilanz zu ziehen. Jeder stellt sich dabei andere Fragen und legt andere Schwerpunkte. "Was habe ich beruflich erreicht?" oder "Habe ich endlich privat etwas klären können" sind da durchaus übliche Überlegungen zum Jahresende. Bei mir sieht das immer ein bisschen anders aus, ich bilanziere zum Jahreswechsel gern die letzten Jahre und zwar eben diesen einen Tag - Silvester. Das ist nämlich meistens der Tag, an den ich mich noch gut erinnern kann und so weiß ich immer ganz genau, was und wer in dem dazugehörigen Jahr für mich wichtig war.
Als Kind feierten wir immer mit der Verwandtschaft Silvester, da gibt es in meiner Erinnerung so viele gleiche Silvesterabende, dass ich sie nicht mehr auseinander halten kann. So richtig geht diese genauere Erinnerung an Silvester 1999 zu 2000 los. Das war mein 1. Silvesterfest außerhalb meiner Familie (es sollte eigentlich schon das Jahr zuvor soweit sein, aber da kam mir leider ein Unfall mit kochendem Wasser dazwischen und ich verbrachte den Abend im Bett...), ich war 14 Jahre alt und feierte mit meinem 1. festen Freund und einigen Freunden zusammen in der Wohnung eines Kumpels. Dieser Abend war wirklich schön, niemand kontrollierte uns, niemand hob den Finger und verbot uns irgendwas. Wir tanzten zu Nirvanasongs, aßen massenhaft Chips und ballerten um Mitternacht draußen herum. Danach teilten wir uns zu viert ein winziges Zimmer und ständig lachte irgendjemand, sodass wir nicht einschlafen konnten. Spaß stand im Mittelpunkt.
Das Jahr danach war komplett anders, ich feierte bei anderen Freunden, wir redeten viel, legten uns Tarotkarten und versuchten eine Geisterbeschwörung, die aber nicht klappte. An Knallzeug kann ich mich gar nicht erinnern... Grundsätzlich war es irgendwie weniger fröhlich und weniger ausgelassen, was jedoch im Rückblick genau zu mir passte, denn auch ich war weniger fröhlich und das etliche Jahre lang.
Im Jahr danach - 2001 zu 2002 - wurde der Euro eingeführt und ich feierte Silvester außerhalb, sodass ich mich sehr gut erinnern kann, wie Nachts auf der Rückfahrt plötzlich ganz andere Preise an den Tankstellen standen.
Tja und so geht es weiter, ich möchte jetzt nicht jedes einzelne Silvester erzählen. Jedoch war es so, dass ich nach und nach wieder mehr zur Familie zurück gekehrt bin. Die letzten Jahreswechsel verbrachte ich zumindest hauptsächlich zu Hause bei meiner Familie oder meine Eltern waren bei uns zu Besuch. Auch da spiegelte sich wieder, was zu dieser Zeit besonders zählte - die Familie. Nur im vergangenen Jahr machten wir mal etwas ganz anderes und dies ist auch das bisher schönste Silvester gewesen, an was ich mich erinnern kann. Mein heutiger Mann und ich verbrachten den Abend in einer Therme und feierten dort aufs fürstlichste mit leckerem Essen, Sauna und einem Feuerwerk, was wir vom Außenbecken aus genießen konnten. Man war das toll und vor allem so gemütlich und innig zwischen uns beiden. Und es war - wieder einmal - symbolisch für das ganze Jahr 2011, es war einfach UNSER JAHR. Ganz zu Beginn erfuhren wir, dass unser Schatz unterwegs ist, dann heirateten wir und bekamen unseren zuckersüßen Sohn Aljoscha. Was kann es für ein perfekteres Jahr geben??
Und dieses Silvester? Feiern wir ganz ruhig bei uns zu Hause mit einem anderen Paar und deren kleiner Tochter, wenn wir das symbolisch nehmen, steht es auch wieder für Familie, nur eben wir unsere eigene. Aber das kann ich natürlich erst nächstes Jahr bilanzieren.
Somit ist Silvester nicht nur eine Zeit des Rückblicks, sondern auch eine Zeit des Ausblicks auf das nächste Jahr. Sieht man ja auch an den "guten Vorsätzen", die viele Menschen sich machen. Ich kann mich gar nicht so genau erinnern, ob ich mir immer etwas vorgenommen habe. Nur an einen Vorsatz vor vielen Jahren kann ich mich gut erinnern (leider an das Jahr nicht, ich schätze 1998), an Silvester habe ich mir nämlich einst vorgenommen, Vegetarierin zu werden. Tada, das bin ich bis heute :-) Und auch dieses Jahr habe ich einen guten Vorsatz, aber nicht "mehr Sport machen" oder "gesünder ernähren", nein, ich nehme mir vor, mir mehr Zeit für mich zu nehmen. Ich verlange mir und meinem Körper nichts ab, ich möchte mir etwas schenken: Zeit, Ruhe, Entspannung und mehr Gelassenheit. Vor allem im letzten Jahr gab es genau davon auch wirklich zu wenig. Zuerst der Stress um die Hochzeit, dann um das Baby und jetzt, wo es da ist, habe ich sowieso kaum mal 5 Minuten für mich. Genau das möchte ich langsam ändern, mal sehen, ob mir das gelingt...
Nun bleibt mir noch allen, die das lesen, ein schönes Silvester zu wünschen (wie auch immer es bei euch aussieht) und natürlich ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2012!
... so in etwa soll sich einst Brad Pitt zu seinen Kindern geäußert haben und der muss es, mit 6 Kindern, schließlich wissen. Ich kann dem bedingungslos zustimmen, denn gestern hat mich Aljoscha sowas von fertig gemacht, dass ich den eBay-Eintrag im Kopf schon formuliert hatte. ("Verkaufe gebrauchten aber gut erhaltenen Jungen mit kleinen Macken, zahle auch drauf...") Er war wirklich unausstehlich, das fing schon in der Nacht an. Er wachte ständig auf, weinte, schrie, trieb uns zum Wahnsinn. Völlig übermüdet und alleine (mein Mann war arbeiten) mühte ich mich dann über den Tag ab, nichts brachte was. Ich habe ihn gestillt, gewickelt, bespielt, mit ihm gesprochen, bin spazieren gefahren und gegangen - NICHTS. Nervi hat nur gebrüllt. Am schlimmsten war es beim Einkaufen, er hat den ganzen Netto zusammen geplärrt, die anderen Leute haben sich bestimmt gedacht, dass ich das arme Kind verhungern lasse oder foltere. Ich war sooo froh, als Abends endlich mein Mann kam und ich zur Rückbildung konnte. Nie habe ich mich so gefreut, von meinem Sohn weg zu kommen. Und - Überraschung - das dortige Thema war tatsächlich die Macken unserer Kinder. Irgendwie scheinen alle gerade eine kleine Meise unterm Babyhaarpony zu haben und unsere Hebamme erklärte uns etwas vom "schwierigsten, nein dämlichsten Wachstumsschub überhaupt", nämlich dem um die 15. Woche rum. Und *rechne rechne rechne* Aljoscha ist gerade in der 15. Woche, da prima. Da haben wir den Übeltäter. Am besten hänge ich mir ein Schild an den Kinderwagen: "Nein, er hungert nicht, er wächst". Übrigens war ihr Rat bezüglich dieser Probleme "aussitzen". Mehr kann man nämlich während solcher Phasen nicht machen, na danke.
Und dann passierte das Wunder. Heute Nacht schlief der kleine Quälgeist tatsächlich wieder 6 Stunden am Stück (der zweite Mal jetzt schon)! Gerade als er uns weckte, klingelte der Wecker meines Mannes, es war also um 4. Hätten wir beide nicht gedacht, wir waren nämlich beide eigentlich noch müde. Aber was solls, ich war natürlich wieder stolz wie Bolle, aber auch überrascht. Nach so einem Kacktag so eine Nacht? Nicht schlecht. Leider ging sie dann nicht ganz so gut weiter, er schlief noch einmal 2 Stunden und dann noch eine (bei mir im Bett). Halb 8 war schließlich die Nacht vorbei, nicht ganz meine Zeit aber auszuhalten. Jetzt schläft der Kleine gerade brav seinen Vormittagsschlaf und ich nutze die Zeit, um in aller Ruhe zu frühstücken und ein wenig im Internet unterwegs zu sein.
Gestern war übrigens wirklich ein ganz merkwürdiger Tag, es passierten so viele Kleinigkeiten, die mich zu dem Schluss kommen ließen, das gestern eigentlich Freitag der 13. gewesen sein musste. Nicht nur Aljoscha war quer, auch mir passierten ständig irgendwelche blöden Dinge und am Abend bei der Rückbildung ging das weiter. Da fiel eine vom Ball, da tropfte die Massagecreme auf den Teppich, da platschte der Blumentopf runter... oder war das ein kleiner fieser Geist? Man weiß es nicht...
Sofern er mich lässt, werde ich heute mit Aljoschi ins große Einkaufszentrum fahren und noch ein bisschen bummeln. Ich habe zwar "eigentlich" schon alle Geschenke beisammen, aber 1. ist das ein angenehmer Zeitvertreib und 2. sehe ich ja vielleicht doch noch das ein oder andere Geschenk. Aber ich plane es nicht, schließlich weiß ich nicht, welche Laune er nach seinem Schläfchen hat. Abwarten und Daumen drücken :-)
P.S: Meine Physiotherapeutin hat mich übrigens wieder hingekriegt. Mein Rücken ist wieder zu gebrauchen!!
Autsch! Ich armes Weibchen kränkel vor mich hin. Vorgestern habe ich mir derb den Rücken verränkt, ich kenne das ja schon, plage mich damit seit vielen Jahren immer mal wieder rum. Aber so schlimm wie diesmal war es lange nicht. Erschwerend kommt hinzu, dass Aljoscha mit seinen 3 Monaten immer noch nicht laufen kann und von mir rumgetragen werden will (*grins*), jetzt schleppt mal mit einem blockierten Lendenwirbel 6 Kilo durch die Gegend... unmöglich. Somit zog mich mein Mann (der Gute!) gegen meinen Willen gestern zum Arzt, dort wurde ich fies ins Gelenk gespritzt und zur Physiotherapie verdonnert. Fleißig wie ich bin, war ich heute auch schon dort und habe mich quälen lassen. Wobei es danach angenehm war, aber leider tut es jetzt wieder weh... Na morgen ist der nächste Termin.
Erkältet bin ich dazu auch noch, wird ja auch mal Zeit, um mich herum sind nämlich alle erkältet (inklusive Aljoscha). Jetzt habe auch ich eine Triefnase und Halsschmerzen. Ich hoffe nur, dass das nicht schlimmer wird... Weihnachtsmarktbesuche mit Erkältung sind nicht so schön, aber wir haben noch einige Besuche vor uns! Bisher waren wir erst auf 4 Weihnachtsmärkten in der Umgebung, da geht noch mehr!!
Aljoschi war heute beim Impfen und jetzt schläft der kleine Mann schon seit über einer Stunde. Wie herrlich das ist, wenn ich endlich mal nichts tun kann. Mein Mann ist in der Nachtschicht und ich gammel gemütlich auf dem Sofa, schaue TV und lese mich ein bisschen durchs Netz. Doch, das ist durchaus angenehm. Aber sicherlich wird es nicht lange dauern und mein kleiner Quälgeist meldet sich wieder.
Nach dem Arzt klapperten wir heute noch 2 Tagesmütter ab. Also mal ganz ehrlich, die Eltern haben in dieser Stadt hier wirklich ne Macke! Hier läuft es nämlich so, dass alle Eltern sich auf so ziemlich jede Liste von Betreuungseinrichtungen (Kindergarten wie Tagesmütter) setzen lassen und sich dann kurz vor Beginn für eine entscheiden. Sprich, man blockiert gleichzeitig mal eben 20 Plätze, wie frech ist das denn??? Zur Folge hat das, dass uns keiner zusagen kann, dass wir zum März 2013 einen Betreuungsplatz bekommen. Nicht etwa weil es nicht genug gibt, sondern weil die alle einfach nicht wissen, wer von den angemeldeten Kindern wirklich kommt und welche Karteileichen bleiben. Was soll das denn? Wir weigern uns kategorisch bei diesem Mist mitzumachen und haben auch eine Tagesmutti gefunden, die jetzt schon fest zusagt und ebenso feste Zusagen erwartet, wahrscheinlich wird Aljoscha dann zu ihr gehen. Aber ehrlich mal... da fehlt mir wirklich jegliches Verständnis. Eine Mutti erzählte mir neulich, bei ihrem Kindergarten standen 90 Kinder auf der Liste und am Ende kamen 15 zum Aufnahmegespräch!!! Krass. Und die eine Tagesmutti heute hat momentan auch 3 Kinder zu wenig, weil von 30 angemeldeten Kindern 2 kamen!! In unserer größeren Nachbarstadt ist es übrigens so, dass man sich bei 2 Kindergärten anmelden darf (ein bevorzugter und eine Ausweichmöglichkeit) und das wars. Damit können die ganz schnell sagen, ob das was wird oder nicht. Traurig, dass unsere tolle Kulturstadt das nicht schafft. Darüber habe ich mich wirklich schon maßlos geärgert, vor allem auch, weil wir die teuersten Kindergartenbeiträge in Deutschland haben. Mit was rechtfertigen die das bitte??? Ja ja, ist schon gar nicht so einfach alles. Da will ich gar nicht wissen wie das im "Westen" ist, wo es dazu noch viel zu wenig Betreuungsplätze gibt. Bei uns gibt es zumindest rechnerisch ausreichend Plätze, man muss sie nur finden...
Letzte Nacht passierte etwas wirklich Besonderes! Wie immer weckt mich irgendwann Aljoscha durch sein Genörgel (zum Glück weint er Nachts nicht sofort, sonst würde ich wohl manches mal vor Schreck fast aus dem Bett fallen...), ich nahm ihn zu mir, stillte ihn und drückte ihn dann meinem Mann in den Arm, damit er runter geht und die Windeln wechselt. Ich hingegen ging auch mit runter, verschwand aber kurz im Bad. Dort sah ich Aljoschas Vitamin D stehen und mir fiel ein, dass er es noch nicht bekommen hatte, also schnell 4 Tropfen auf den Löffel und ins Kinderzimmer rein. Mein Mann empfing mich mit der Frage, ob er wieder einmal ein Stillen verschlafen hätte. Nö, sagte ich und guckte zur Uhr. Es war 4 Uhr!!! Das hieß, dass Aljoscha tatsächlich das erste mal 6 einhalb Stunden am Stück geschlafen hatte und ich damit auch erstmals mehr als 5 Stunden seit seiner Geburt. Mir fiel vor Schreck fast der Löffel runter! Ich hatte so lange darauf gehofft und gewartet, manche kurze Nacht verflucht und mir gewünscht, dass Schatzi mal etwas länger durchhält und dann verschlafe ich alles!! Versteht mich nicht falsch, natürlich habe ich es verschlafen, das ist ja schließlich auch Sinn der Sache (eben selbst mal schlafen), aber mir war das gar nicht bewusst! Ich habe mich beim Aufwachen annähernd genauso müde gefühlt wie nach 2 Stunden Schlaf. Dabei hatte ich mir vorgestellt, putzmunter wie das blühende Leben aufzuspringen, wenn er mich mal so lange schlafen lassen würde. Ein einziges mal vorher schlief er bereits 5 Stunden und das merkte ich sehr wohl. Ich wachte permanent unruhig auf, horchte, ob er noch atmete und war schließlich sehr erholt, als er endlich wach wurde und Hunger hatte. Und diesmal? 6 Stunden geschlafen wie ein Stein und immer noch müde... komisch. Den Rest der Nacht gestaltete er dann aber wie gewohnt - Probleme beim Einschlafen und schließlich einmal 2 Stunden und noch einmal 1 Stunden Schlaf, bis wir aufgestanden sind, na immerhin.
Trotzdem, auch wenn es für mich gefühlt nicht sehr erholsam war, bin ich unheimlich stolz auf meinen Kleinen! Langsam geht es scheinbar aufwärts. Und bin ich stolz, das ohne irgendwelche dämlichen Schlaftrainings erreicht zu haben. Immerhin gelten 6 Stunden bei Babys ja als durchgeschlafen. Ich kann also behaupten, Aljoscha hat das erste mal durchgeschlafen!!
Auf noch etwas bin ich ganz stolz, ich bin nämlich in diesem Jahr schon so gut wie fertig mit allen Weihnachtsgeschenken und das am 3. Dezember! Einige sind sogar schon eingepackt. Das heißt für mich, kein Stress, keine Notfallgeschenke, kein blödes Gefühl. Ich kann mich entspannt zurück lehnen und Lebkuchen futtern.
AproposLebkuchen, ich finde ja, dass diese Weihnachtszeit nach einer Schwangerschaft echt fies ist. Ich erwähnte ja neulich schonmal, dass ich leider nicht zu den glücklichen Mamas gehöre, die mehr oder weniger schnell nach der Geburt wieder rank und schlank sind. Ich renne immer noch entweder in einer meiner Umstandshosen rum (klar, der Bauch ist weg, aber sie sitzt gut auf der Hüfte und ist schick) oder in einer Schlupfhose mit Gummizug, ich mag einfach keine Hose mit festem Bund und Knopf! Die drücken und zwicken und fühlen sich auf der Narbe unangenehm an. Und ja, meine alten Hosen gehen entweder gar nicht oder nur schwer zu und sind dann eben unbequem. Nun, nach 3 Monaten, möchte ich das aber langsam mal angehen und mich nach und nach wieder auf den Stand bringen, den ich vor der Schwangerschaft hatte. Dabei ist es wirklich nicht so, dass ich den ganzen Tag fresse! Ich habe in der Schwangerschaft auch nicht übermäßig zugenommen (ca. 12-15 Kilo, also völlig normal), aber trotzdem bin ich irgendwie breit geworden. Es ist hauptsächlich meine Hüfte, die breiter ist, rein vom Körperbau her. Natürlich könnte ich streng diäten und Sport machen, um das zu kompensieren, aber mal ehrlich, Diät in der Weihnachtszeit????!!! Wer schafft das? Zu jedem Weihnachtsmarktbesuch gehört für mich mindestens eine Leckerei, genauso wie an den Adventswochenenden selbstgebackener Kuchen und Weihnachtsplätzchen. Das macht doch diese Zeit so schöööön. Ich kann also momentan gar nicht abnehmen, keiner kann das an Weihnachten. Deshalb ist es umso fieser, wenn man sich in dieser Zeit nach der Schwangerschaft befindet, in der man "wirklich langsam mal wieder in Form kommen sollte". Ist doch so. Sieht man eine recht frisch Entbundene, die noch moppelig ist, sagen alle sicher "Na ja, die Geburt ist ja erst ... Wochen her, ist ja normal." Nach 9 Monaten sagen die Leute wahrscheinlich eher: "Ach, bei der ist eh alles verloren, die bleibt jetzt so dick." Also auch kein Druck, aber nach 3 Monaten, wie bei mir, fühlt man sich schon ganz schön unter Druck, da wird irgendwie erwartet, dass man so langsam wieder nach was aussieht. Wobei, was mir wirklich hilft, ist, wenn ich mir die anderen Mamas aus meinem Rückbildungskurs ansehe. Ich habe es ja schonmal erwähnt, die sind alle noch ein bisschen mollig, da möchte sicherlich keine momentan einen Bikini anziehen. Zum Glück ist der Winter eh keine Bikinizeit, wenigstens etwas Faires an der ganzen Weihnachtsgeschichte :-)