Am Samstag Abend erlebte ich etwas Unangenehmes, mein Ex lief mir über den Weg. Aber von Anfang an:
Der Samstag war kein schöner Tag, zum einen war ich in der Küche beschäftigt, habe zwei Kuchen gebacken und parallel Essen gekocht. Danach schrubbte ich das Bad und putzte die Wohnung, natürlich hätte ich danach gerne etwas Schönes unternommen. Mein Freund war jedoch nicht so in der Stimmung, er saß lieber am Laptop. Zum Glück klingelte meine Schwester durch und teilte mir mit, dass sie heute Abend in "meiner" Stadt zu einem Konzert sei. Als mich fast zeitgleich eine SMS eines guten Freundes erreichte, der ebenfalls bei diesem Konzert sein wollte, entschied ich mich spontan, auch dort hin zu fahren (nicht sonderlich zurecht gemacht).
Im Club angekommen, empfing mich meine Schwester mit den Worten "Ben ist da." Ben, ja... Ben ist mein Ex, was für ein "Ex" genau, weiß ich selbst nicht, am ehesten noch Ex-Affäre. Ben lernte ich durch meine Schwester kennen, er ist der Sohn ihrer Chefin. Nicht, dass ich Ben nicht irgendwie schon kannte, wir gingen auf die selbe Schule und sahen uns hin und wieder bei Konzerten, allerdings sprachen wir nie miteinander. Bis wir im Dezember 2006 miteinander bekannt gemacht wurden. Wir quatschten damals den ganzen Abend lang, über Musik, Politik, Freunde, Hobbies... einfach alles mögliche. Ben verknallte sich sofort in mich, das sah jeder. Ich allerdings steckte damals noch in einer Beziehung, die jedoch wenige Tage vor dem Treffen mit Ben durch einen Vorfall in eine schwere Krise kam. Ich war also "anfällig" für hübsche Männer. Und Ben ist hübsch! Er ist so schön, dass ich es manchmal nicht glauben konnte. Sein Gesicht ist männlich und doch fein geschnitten, sein Lachen ist herzlich und strahlend, seine Augen sind blau wie das Meer. Als Sportler hat er natürlich auch eine hammer Figur - optisch gesehen ist er einfach ein Traummann. Bei uns kam aber noch hinzu, dass wir sehr ähnliche Interessen und Ansichten hatten, die selbe Musik mochten und in die selben Clubs gingen. So kam es, dass wir uns von nun an regelmäßig mehrmals in der Woche trafen.
Die ersten Wochen bemühte er sich sehr um mich. Ständig rief er an, schrieb SMS oder Mails. Er schüttete mich mit Vorschlägen für Treffen zu und fand immer einen Grund, warum wir uns unbedingt sehen müssten. Wenn wir uns trafen, baggerte er massiv an mir herum, umwarb mich und versuchte mir näher zu kommen. Ich blockte ihn ab, niemals böse - ich steckte ja immer noch in einer Beziehung. Außerdem wollte ich mir Zeit lassen, nicht schon nach ein paar Tagen schwach werden. Trotzdem knisterte es zwischen uns - heftig. Es dauerte nicht lange und meine Beziehung war vorbei, nun hatte ich deutlich mehr Zeit für Ben und ging mehr auf ihn zu, weiterhin unternahmen wir jedes Wochenende etwas zusammen, allerdings ließen seine Baggerattacken nach. Jetzt war ich eher die, die ihn anschmachtete, aber er reagierte nicht mehr. Eher im Gegenteil. Er lud mich z.B. in seine WG ein, zog sich allerdings nach 10 Minuten an seinen Rechner zurück und ließ mich einfach mit seinen Mitbewohnern sitzen, stundenlang!! Manchmal trafen wir uns und er regte sich die ganze Zeit über irgendetwas auf und verbreitete miese Stimmung. Regelmäßig ging ich mehr gefrustet als alles andere von ihm weg.
Ich war verwirrt und gab "uns" eine letzte Chance. Durch Zufall erfuhr ich, dass er bei einem bestimmten Konzert sein wollte, also fuhr auch ich dort hin und nahm einen Freund mit. Natürlich stylte ich mich auf - so richtig! Ohne arrogant zu klingen, ich sah umwerfend aus! An dem Abend grüßte ich ihn zwar, ignorierte ihn aber weitestgehend und vergnügte mich mit meinem Bekannten (eingeweiht), immer dezent darauf achtend, dass Ben mich sehen konnte. Es kam genau so, wie ich es geplant hatte, kaum war ich wieder zu Hause, bekam ich eine sehnsüchtige SMS von ihm. Wir verabredeten uns für den nächsten Abend bei mir zu Hause, zum DVD-Abend (na klar...). Natürlich kam es wie es kommen musste. An diesem Abend küssten wir uns das erste Mal... dabei blieb es jedoch nicht (leider), wir landeten im Bett. Dummerweise (für ihn) lief das ziemlich schlecht, auf die peinlichste Art vermasselte er es. Natürlich war ich nicht erfreut, aber hey, das kann passieren. Nie hätte ich ihm das übel genommen. Wenn... ja wenn er danach nicht zum Arschloch mutiert wäre.
Er übernachtete an diesem Abend nicht bei mir, nein, er ging Heim. Das fand ich schon ziemlich blöd und eher untypisch für zwei Verliebte, die sich endlich gefunden hatten... Danach wurde es aber noch schlimmer. Wir trafen uns weiterhin, er tat aber so, als wäre nie irgendwas zwischen uns gewesen. Eher im Gegenteil. Er schleppte mich zu sich nach Hause und ließ mich dann alleine sitzen. Er nahm mich mit zu Konzerten, um mich dort einfach stehen zu lassen. Wir gingen etwas trinken, er sprach nur mit seinen Kumpels. Wenn ich ihn gefragt habe, ob wir uns treffen, hat er mir teilweise nicht mal geantwortet oder irgendwelche völlig dämlichen Ausreden benutzt. Ich fühlte mich komplett ignoriert. Hätte er nur ein einziges Mal gesagt, dass er von mir nichts mehr will, wäre es vollkommen ok gewesen, aber nichts dergleichen!
Natürlich habe ich alles viel zu lange mitgemacht! Aber jeder, der schon mal verliebt war, weiß wie das ist. Man lässt sich vieles gefallen, zu vieles. Ein Bekannter, dem ich mein Herz ausschüttete, sagte dann folgendes zu mir: "Wenn ein Mann eine Frau will, dann würde er sich so nicht verhalten." Einfache Logik, große Wirkung bei mir. Ich zog mich schlagartig von Ben zurück, es hatte Klick gemacht. Zufälligerweise lernte ich in der Zeit auch meinen jetzigen Freund kennen, Liebe auf den ersten Blick. Er war der Grund, warum ich es durchhielt, mich nicht mehr bei Ben zu melden. Nach fast 4 Monaten hin und her war unsere Geschichte vorbei. (Natürlich meldete er sich von sich aus nicht mehr)
Seit dem liefen wir uns nur ca. 3 mal über den Weg, jedes Mal bemühte er sich krampfhaft, mich zu ignorieren. Ich fand das sehr frech, ein neutrales Hallo bekommt jeder raus. Ich fand es vor allem deswegen unangebracht, weil seine Mutter die Chefin meiner Schwester war, wir uns also hin und wieder auf "offiziellem Boden" (Firmenfeier etc.) begegnet sind. Da wurden dann alle gegrüßt, nur ich nicht. Vor ein paar Monaten starb dann seine Mutter, er erbte das Geschäft. Theoretisch ist also nun er der Chef meiner Schwester, umso unfreundlicher war es, dass er mich nicht grüßte.
Dann kam der Samstag. Als ich mitbekam, dass er da war, zog ich mich sofort zurück, versuchte ihm aus dem Weg zu gehen. Auffällig unauffällig unterhielt er sich mehrfach mit meiner Schwester und beäugte mich dabei... Innerlich regte mich das total auf!! Meine Schwester berichtete mir dann, dass er bereits am Tag zuvor im Geschäft war und sich nach mir erkundigte. Nach 3 Jahren (!!!!) fragte er das erste Mal meine Schwester nach mir!!! Was ich jetzt machen würde usw. Gleichzeitig erzählte er ihr, dass er wüsste, wo ich arbeite, denn er wohne jetzt in der selben Straße!! Ich hab gedacht, mich haut es aus den Socken. Der Typ, der mich mit dem Arsch nicht mehr anguckt, weiß wo ich arbeite. Unglaublich.
Es wurde aber noch besser. Ich bemerkte, dass er mich den ganzen Abend lang anstarrte. Meine Schwester machte mich zwischendurch auch darauf aufmerksam, so auffällig war sein Gestarre. Ich vermied es konsequent, irgendwo alleine zu stehen, ich hatte einfach Angst, dass er mich ansprechen könnte. Ich wollte es nicht!!! 1. Habe ich ihm nichts zu sagen, 2. interessiert mich nicht, was er zu sagen hat, 3. musste ich befürchten, ihn anzuschreien, sobald er vor mir steht und 4. hatte ich Angst, mich von ihm einwickeln zu lassen... Ich spürte sehr stark, wie meine Wut auf ihn wieder hochkochte. Die Wut darüber, dass er mit mir ins Bett ging und mich danach einfach sitzen ließ. Die Wut darüber, dass er nie den Arsch in der Hose hatte, mir zu erklären, warum er sich von mir so abwandte. Letztendlich hatte er ja nicht mal den Mut, mich zu grüßen, wenn wir uns sahen.
Dann passierte es trotz aller Sorgfalt doch, wir liefen uns genau in die Arme. Er stand mit seinem scheiß-schönem Lächeln vor mir und sagte "hallo". Ich merkte, wie mir das Blut in den Kopf raste (zum Glück war das Licht so schlecht), meine Knie weich wurden und mein Magen sich umdrehte. Innerlich wusste ich, ich muss diese Situation sofort abbrechen, sonst wird es peinlich (ich wollte dort keine Szene hinlegen - nein!!!). Also sagte ich knapp "Tag", wandte mich sofort um und ging weg. Im Augenwinkel sah ich sein verdutztes Gesicht.
DAS war ein Triumph! Über ihn aber vor allem über mich selbst. Sonst bin ich nämlich nicht so hart. Normalerweise hätte ich mich mit ihm unterhalten, nett. Hätte ihn bestimmt darauf angesprochen, dass er sich nie mehr gemeldet hat, mich aber am Ende als Schuldige gefühlt. Ich bin so, viel zu mitfühlend. Diesmal ist mir das aber nicht passiert, ich bin einfach gegangen! Natürlich habe ich mir hinterher Gedanken gemacht. War ich zu unfreundlich? Tue ich ihm Unrecht? Sollte ich doch noch mal auf ihn zu gehen, einfach um mich zu erklären? Meine Wut zu erklären? Gleichzeitig redete ich auf mich ein, genau das richtige getan zu haben. Bloß nicht wieder auf diesen Idioten reinfallen, bloß niemals wieder in diese Augen schauen. Mich niemals wieder so einlullen lassen.
Irgendwas hat der Mann, klar. Wäre das nicht so, hätte ich mich damals nie so von ihm behandeln lassen. Es ist auch klar, dass wir uns wieder über den Weg laufen werden. Ich hoffe, er hat verstanden, dass ich mit ihm nichts mehr zu tun haben möchte. Ich hoffe, er lässt mich das nächste Mal in Frieden.
Dieser Abend hat mich wirklich sehr verwirrt. Ob das in meiner Schilderung so rüber kommt, weiß ich nicht. Die Sache ist einfach die, dieser Mann hat mir damals große Hoffnungen gemacht. Er hat mich auf Händen getragen und zeitgleich wie Dreck behandelt. Dazu hat er mir nie erklärt, warum er das getan hat. Bis heute nehme ich ihm das übel, die Erinnerung an "unsere gemeinsame Zeit" löst immer noch starke Emotionen aus.
Deswegen beinhaltet mein heutiger Eintrag auch nur dieses Thema, so konnte ich es wenigstens einmal los werden.
Den ganzen Tag schon verfolge ich die Nachrichten über Griechenland. Da ich selbst in der Politik tätig bin, ist es für mich recht wichtig zu wissen, was aktuell los ist. Das betrifft vor allem Themen, die die Bürger bewegen, denn vor allem darauf wird man angesprochen. (Dabei ist es den Leuten völlig egal, ob es sich um bundes- oder gar europapolitische Themen handelt, wir also nichts damit zu tun haben) Ich muss also immer informiert sein, um auf die Bürger eingehen zu können. Das Aufregethema ist ja aktuell Griechenland bzw. die Milliarden, die Deutschland dort hin "leiht". Den Sinn dahinter verstehe ich ja wirklich, würde jeder, der sich ein wenig auskennt. Wir würden uns nur in eigene Fleisch schneiden, wenn wir Griechenland nicht helfen würden, der Euro würde entwertet und viele Güter dadurch teurer werden. Aber was die Griechen da heute abziehen, ist ja wahrlich feierlich. Sie wehren sich gegen notwendige Einsparungen - das Rentenalter auf 60 zu erhöhen oder das 13. und 14. Monatsgehalt bei Beamten zu streichen. Wow, Rente mit 60, davon kann der Deutsche nur träumen!!! Mit Kusshand würden wir die Rente mit 64 zurücknehmen, nein, die 67 stehen bei uns momentan als Ziel. Ich bin mir aber sicher, wenn ich mal so weit bin, ist die Rente mit 69 aktuell. Da jammern die Griechen über ihre 60... unfassbar. Solange mein Freund verbeamtet ist, seit 7 Jahren, hat er noch nie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekommen. Ist auch ok, fordern wir auch nicht. Die Griechen jedoch wollen darauf nicht verzichten - bei einem zahlungsunfähigen Staat. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Und heute streiken die Griechen, der komplette öffentliche Sektor liegt lahm. Also hätte auch ich heute frei, wenn ich Griechin in Griechenland wäre ;-)
Leider oder zum Glück bin ich Deutsche in Deutschland, es gibt Schlimmeres. Zur Zeit fühle ich mich sogar mal wieder sehr wohl, was vor allem an meinem Privatleben liegt. Mein Freund hat mich gestern wieder sehr überrascht, beim Einkaufen berichtete er mir ganz stolz von seiner "tollen Idee". Er hat sich nämlich Gedanken gemacht, wie wir es unseren Familien beibringen können, dass wir schwanger sind. (Nein, wir sind es noch nicht) Freudestrahlend erzählte er mir genau seine Pläne - wirklich total süß. So kenne ich ihn nicht, nein, gar nicht. Er ist zwar kein Macho-Typ, aber so romantisch und lieb, wie er momentan ist, war er noch nie. Ich glaube er wird ein grandioser Papa.
Gestern Abend setzte ich mich dann noch etwas in die Nesseln. Das Lieblingsthema (haha) Schwiegereltern stand an. Mein Freund telefonierte eine ganze Weile mit seiner Mutter, kam dann ins Zimmer und bestellte mir schöne Grüße (na danke...). Dann sagte er: "Wir bekommen übrigens Urlaubsgeld für unseren Urlaub." Ich: "Ach was." Ok, es ist mir etwas unfreundlich rausgerutscht, ich gebe es ja zu. Aber ich kann das erklären: wir haben noch NIE, bei keinem Urlaub, egal ob Jahresurlaub oder Kurzausflug, auch nur einen einzigen Euro von ihnen bekommen (nicht mal, als sie 5.000 Euro im Lotto gewonnen haben). In meiner Familie hingehen ist das völlig normal!! Da gibt man den Vereisenden immer ein paar Euro mit (10-20 Euro, nicht viel, die Geste zählt) und sagt sowas wie "esst davon ein schönes Eis am Strand und denkt an mich". Einfach als kleines Zeichen, als liebe Geste. Von seinen Eltern gab es das noch nie. Er fragte dann auf meine Reaktion: "Warum sagst du das so komisch?" Ich: "Na ja, weil sie uns bisher noch nie was gegeben haben." Er: "Es bestand ja auch keine Notwendigkeit." Ich: "Darum geht es doch nicht, das ist einfach eine liebe Geste."Stille.... Dann er: "Na ja, es ist auch kein richtiges Urlaubsgeld. Es ist die Garagenmiete vom halben Jahr, in dem ich das Motorrad nicht drin stehen habe und sie die Garage nutzen." Soll ich dazu noch irgendwas sagen???? (Anmerkung: mein Freund mietet neben dem Wohnhaus seiner Eltern eine Garage, in die er über den Winter sein Mottorad stellt. Im Sommer nutzen ausschließlich seine Eltern die Garage für ihren Kram, das Motorrad ist bei uns - er zahlte also bisher für ihre Garagennutzung, was ich nicht wusste...)
So viel zum Thema großzügige Schwiegereltern. Übrigens verdienen beide gutes Geld, es ist nicht so, als wären sie arm. Aber daran habe ich mal wieder gemerkt, dass meine Familie wirklich sehr großherzig ist. Es geht wirklich nicht ums Geld, es geht einfach um diese Herzlichkeit. Sowas kennt mein Freund von seinen Eltern gar nicht, was man an dem Satz mit der Notwendigkeit gut erkennen kann. In meiner Familie gönnt man dem anderen seinen Urlaub und auch alles andere Gute. In meiner Schwiegerfamilie ist immer alles nur Schein...
Es ist schon wieder halb 4, an einem normalen Montag wäre das ein Grund zur Freude, ich hätte nämlich noch ganze anderthalb Stunden zu arbeiten. Heute sieht das leider anders aus, zwar gehe ich etwas früher Heim, bin jedoch um 18 Uhr wieder hier, begleite eine Fraktionssitzung und gehe direkt im Anschluss noch auf eine Informationsveranstaltung, die wir ausrichten. Es wird also ein langer, wohl sehr langer Tag werden.
Die Arbeitszeit heute ging recht fix rum. In meinem Beruf ist es so, dass es Tage oder Stunden gibt, in denen ich nichts zu tun habe. Das ist einfach so. Es fällt nichts an, es ruft keiner an, es ist einfach tote Hose. Heute morgen war es wieder mal so weit, das kam mir allerdings ganz Recht, denn ich nutze die Zeit, um ein bisschen im Internet zu stöbern. Ich habe mir viele Anregungen für Frisuren geholt, die ich zur Hochzeit meiner besten Freundin tragen könnte. Meine starke Tendenz geht nun doch zu einer Hochsteckfrisur (wollte ich erst nicht) und zwar mit Hilfe eines Knotenringes. Damit bekommt man dann nämlich so ganz tolle Dutts hin (wie Heidi Klumm sie oft getragen hat), bei meiner Haarlänge brauche ich natürlich einen riesigen Ring und die habe ich bisher nur im Internet gefunden. Morgen nach der Arbeit will ich aber mal in die nächste Große Stadt fahren und ein paar Läden abklappern. Finde ich dort nichts, bestelle ich im Internet. Dann brauche ich nur noch tollen Haarschmuck, den ich an dem Dutt befestigen kann. Am Ende soll es so richtig glamourös aussehen... *träum*Ach ich freu mich schon soooo!!!!
Überhaupt wird dieser Monat sehr ereignisreich werden, jedes Wochenende ist schon verplant. Kommenden Freitag gehen wir zum 20. Geburtstag meines "Schwagers" (ach, noch einmal 20 werden...). Das heißt ich treffe wieder mit meinen "lieben" Schwiegereltern zusammen. Ich kann mir jetzt schon vorstellen, dass es ein reichlich bescheidener Abend werden wird. Meistens feiern sie in einem Zelt im Garten, alles schön und gut, aber nicht Anfang Mai! Ich sitze nämlich spätestens um 7 da und zittere mir einen ab, Jacke hin oder her. Ich bin einfach sehr kälteempfindlich und kann wirklich nur im Sommer längere Zeit Abends draußen sitzen. Natürlich versteht das wieder keiner und ich bin am Ende die Doofe. Außerdem wird wieder der komplette Freundeskreis der Eltern da sein, die sich ordentlich mit Pfefferminzschnaps zukippen werden... ach... ich hasse es. Apropos Schnaps, mein Freund und ich haben gestern beschlossen, dass es auf unserer Hochzeit keinen geben wird. Nur Bier, Wein und Sekt. Nun - nicht dass wir eine Hochzeit bereits fest geplant hätten, aber so ein paar Puzzleteile stehen bereits fest. Ist ja auch ok so, hat man später weniger zu tun.
Wesentlich mehr freue ich mich auf den Muttertag, ich werde meine Mam eine Erdbeertorte backen! Den Sonntag verbringen wir also bei meiner Familie. Da kann ich mich jetzt am Montag schon drauf freuen. Hoffentlich wird das Wetter etwas besser. Heute ist es derb kalt, schon den ganzen Tag versuche ich krampfhaft irgendwie meine Hände warm zu bekommen. Dummerweise kann man nicht arbeiten, wenn man auf den Händen sitzt :-)
Am Freitag habe ich ja meine alten Kollege im Landtag besucht - es war sooo schön! Alle haben mich herzlich empfangen und sich gefreut, mich wieder zu sehen. Mein alter Chef hat mir sofort wieder ein Jobangebot gemacht. Sowieso verstehen die nicht, warum ich nur halbtags arbeite. Sicher, ich müsste es nicht, ein Job wäre da. Und sicher, schaden würde es finanziell auch nicht, denn soooo reich sind wir nicht. Aber ich habe für mich einfach das Gefühl, dass sich mein Berufsleben und mein Privatleben in einem perfekten Gleichgewicht befinden. Das merke ich auch an meiner Psyche. Ich bin entspannt und zufrieden und möchte das ungern riskieren. Sicher vermisse ich meine alten Kollegen und die Arbeit hat mir auch viel Spaß gemacht, andererseits hat es mich nervlich teilweise sehr angegriffen, was sich negativ auf meine Beziehung auswirkte. Jetzt sind wir sehr glücklich, was garantiert damit zusammenhängt, dass ich es auch innerlich bin. Außerdem weiß ja keiner von denen, dass wir ein Baby planen ;-) Mit so einem Halbtagsjob wird es mir wesentlich leichter fallen, Kind und Arbeit unter einen Hut zu bekommen, als wenn ich voll arbeiten würde.
Aber dieses kleine Geheimnis erfährt noch keiner...
Ich zittere am ganzen Körper! Gerade habe ich bei meiner FÄ angerufen, um nach meinem Ergebnis vom Bluttest zu fragen. Ich musste ja letzte Woche, als ich von meinem Kinderwunsch erzählt habe, ordentlich Blut lassen, um den Impfstatus zu überprüfen. Im schlimmsten Fall hätte es heißen können: Impfungen auffrischen und die Kinderplanung um mind. 3 Monate verschieben.
Ich rufe also da an und frage bei der Sprechstundenhilfe nach... diese guckt in den Unterlagen... und guckt... und guckt... und sagt plötzlich "Oh, ich verbinde Sie mal nach drinnen..." Ich dachte WAS??? Was ist jetzt los? Was ist passiert, dass die Ärztin mit mir sprechen will? Sofort fing ich panisch an zu zittern (warum ich da nur immer so nervös bin, weiß ich auch nicht, ein reines Nervenbündel). Dann aber die gute Nachricht - alles ok, der Impfschutz reicht aus. Jippi!!!
Ich freue mich schon sehr, es nachher meinem Freund zu berichten. Jetzt wird es also ernst. Seit 3 Tagen nehme ich auch schon Folsäure, allerdings noch aus der Drogerie. Ich will schon mal vorarbeiten, aber sobald ich die Pille wirklich absetze, werde ich mir ein Präperat aus der Apotheke holen. Ich will einfach alles richtig machen.
Nun muss ich mich aber fertig machen, ich werde nämlich heute mal meine ehemaligen Kollegen im Landtag besuchen. Das habe ich schon seit Monaten vor, aber immer kam etwas dazwischen. Heute sieht es mal danach aus, als würde es klappen!
Eine Sorge habe ich momentan allerdings noch, seit gestern vertragen sich meine neuen Meerschweinchen nicht mehr... Eines versucht permanent die anderen zu besteigen (alles Männchen), die sich das natürlich nicht gefallen lassen und zurück beißen. Zwar habe ich gelesen, dass das Rangordnungskämpfe sind und völlig normal sei, aber Sorgen mache ich mir schon. Ich hoffe, dass endlich das Freilaufgehege kommt, was ich bereits vor einer Woche bezahlt habe! Dann wäre ihr Platz deutlich mehr und sie können sich aus dem Weg gehen...
Es ist schon ein bisschen gemein! Ich wohne zwar in einer kleinen, aber bei Touristen sehr beliebten Stadt, demzufolge strotzt unser Stadtzentrum nur so vor Cafés. Zufälligerweise befinden sich direkt neben meinem Büro drei dieser Sorte. Dabei habe ich noch Glück, dass ich sie von innen nicht sehen kann, ich gucke nur auf eine Straße. Gerade eben musste ich aber mal wieder zum Rathaus und bin an so vielen glücklichen Menschen vorbei gelaufen, die bei Kaffee und Kuchen in der Sonne saßen... Mist, ich musste wieder zurück ins Büro. Bei mir hier drin ist es wahrlich kälter als draußen. *seufz* Ich bin also mit gesenktem Kopf an den Straßencafés vorbei geflitzt, um keinesfalls der Versuchung zu unterliegen, mir doch schnell ein winziges Softeis oder ein klitzekleines Stück Kuchen zu gönnen. Ja, ich bin standhaft geblieben! Heute gibt es nichts Süßes. Natürlich fällt das sehr schwer, wenn die Sonne so schön scheint und der Gedanke an ein Eis schon Glücksgefühle auslöst... Aber morgen habe ich ja frei und werde etwas mit meiner Schwester unternehmen. Es soll noch wärmer werden, da fällt uns sicher was Nettes ein. Meine Meerschweinchen werde ich ihr auch zeigen, aus zwei sind mittlerweile drei geworden!!! Zufälligerweise kenne ich jemanden, der jemanden kennt, dessen Kind sein Meerschweinchen nicht mehr wollte und nun stand die Alternative, an Schlangen zu verfüttern (welche sie auch besitzen) oder weiterhin in einer Waschschüssel halten und ab und zu mal Gurkenschalen reinwerfen. Grässlich - natürlich setzte da mein Tierrettungsinstinkt ein und ich MUSSTE den Kleinen dort einfach rausholen. Jetzt habe ich eben drei kleine Fresser, macht ja nichts :-)
Bald beginnt ja auch der Mai und meine beste Freundin heiratet, so langsam mache ich mir Gedanken über meine Frisur. Wir Mädels sind eben so, wollen immer gut aussehen! Bei meinen Haaren ist das nicht so einfach, sie sind dick, "popolang" und glatt und dazu trage ich einen geraden, kurzen Pony. Was zur Hölle kann ich nur mit diesen Haaren machen??? Schwierig schwierig. Komplett hochstecken wäre zu schade, wenn man so lange Haare hat, soll man sie ruhig zeigen. Komplett auflassen will ich sie aber auch nicht, dann sieht man die schöne Schnürung am Rücken nicht. Irgendwas dazwischen müsste es sein, nur was? Da ich nun schon genug Geld in Kleid und Schuhe gesteckt habe, muss ich auf einen Friseurbesuch leider verzichten. Vielleicht hat ja meine Schwester eine Idee, die ist immerhin mit einer ähnlichen Haarpracht gesegnet :-) Auch wenn viele unsere Haare bewundern, es ist nicht immer leicht, sie zu haben.
Noch etwas über zwei Stunden muss ich arbeiten, dann habe ich endlich Wochenende :-) Wochenende klingt immer so faul, ist es aber nicht, immerhin bleiben nahezu 90% des Haushalts an mir hängen. Da ist so ein Halbtagsjob schon ne gute Sache. Leider ist am Samstag ja 1. Mai, alle Polizisten oder Polizistenfreundinnen wissen sicherlich was das bedeutet - ein Arbeitstag für unsere Freunde und Helfer. Das trifft auch auf meinen Freund zu. Ich hasse den 1. Mai ganz besonders!! Das ist ein schlimmerer Sondereinsatz als alle anderen. Man weiß nie, was los sein wird und muss doch auf das Schlimmste gefasst sein. Eigentlich traurig. Dafür, dass sich irgendwelche Chaoten die Schädel einhauen wollen, geht uns ein gemeinsamer Tag verloren. Wenigstens soll es am Wochenende regnen, das heißt weniger Demonstranten und weniger Ärger. Na hoffen wir es.