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Frontalcrash-Polytrauma-Koma-Ü berleben-Leben


Von: pam0815

Beschreibung:
Eine Geschichte die alles veränderte

Kategorie: Bücher

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 Frontalcrash-Polytrauma-Koma-Überleben-Leben 
7.Febraur 2007Erstellt am 10. April um 21:48 
Ich liege in einer orthopädischen Fachklinik in München. Heute ist ein schöner Tag ein sonnendurchfluteter Februarmorgen, meine Bett Nachbarin ist gerade auf dem Sprung nach Hause. Sie hat eine neue Hüfte bekomme! Nach vielen erfolgreichen karrierebetonten Jahren hat die Hüfte der Münchner Mode Journalistin 66 Jahre den Knochen aufgegeben. Heute ist Sie, dank guter vergangener Verdienste und einer Erbschaft nur Privatfrau. Sie gibt sich betont lässig und es scheint mir als ob Sie wieder zurückgefallen ist, in Ihre Jugend als freiheitsliebender und rebellischer Hippie.
Nach dem wir 2 Wochen Tag und Nacht nun das Zimmer geteilt hatten, wissen wir doch einiges aus des anderen Leben. Sie war es auch die mir den Rat gab einfach anzufangen zu schreiben, damit ich meine Geschichte erzählen kann.

Vor 2 Jahren wusste ich noch nicht, dass man mit einer neuen Hüfte oder einem neuen Knie nach einigen Tagen wieder ohne Krücken laufen kann. Inzwischen habe ich viele alte und auch junge Menschen gesehen, die mit den Ersatzgelenk wunderbar laufen und alle strahlten höchste Zufriedenheit aus nach langer schmerzerfüllter Vergangenheit.
Jeder der sich Jahrelang mit einer Arthrose oder einer normalen Abnutzung seiner Gelenke plagt, ist eine Masochist an sich selbst
Die erste Nacht fast ohne Schrauben im Mittelfuss, eine Ende der Schmerzen in Sicht. Ich erhalte noch starke Schmerzmittel. Aber ich bin erleichtert und glücklich, wieder ein neuer kleiner Schritt um diesen Unfall zu überwinden.
Ich habe kaum Schmerzen, es wundert mich einen Tag nach dem man mir 18,5 Schrauben 1 bis 1,5 cm lang und 4 Fußplättchen ca. 5 cm lang aus Titan aus dem linken Mittelfuss gepoppelt hatte. Im wahrsten Sinne des Wortes.
Wobei hier muss ich erwähnen, dass wenn ich von „kaum Schmerzen“ schreibe, dies anders zu gewichten ist. Selbstverständlich stehe ich unter Novalgin und Voltaren dazu noch ein kleiner Tropf mit Opiaten. Es gab viele Stunden, Tage an denen mir diese Portion nicht ausgereicht hätte.
Auf diese Operation der Metallentfernung am linken Mittelfuss, habe ich lange sehnsüchtig gewartet. Die Entfernung der Schrauben soll, so sagen die Ärzte noch eine Verbesserung meines Laufvolumens ohne Schmerzen bringen. In Prozent vielleicht 10%, jedes Prozent ist wertvoll.
Bei diesem Eingriff kannte ich bereits die Operateure und die Räumlichkeiten. Der Chirurg und sein Team welches die Schrauben vor einem Jahr reingeschraubt hatte, holte die Schrauben auch wieder raus. Das ist der Idealfall.
Der Operationssaal, wobei hier der Begriff Saal wirklich nicht die Größe des Raumes umschreibt. Ich schätze der Saal hatte so um die 24 qm. Ein mir bekanntes Gerät war immer noch defekt, der Überwachungsmonitor. Der Monitor benötigte nach kurzer Einsatzzeit einen Neustart um ordentlich weiterzuarbeiten.
Bei meiner ersten Begegnung als ich diesem Gerät ausgeliefert war, habe ich scheinbar als Einzige bemerkt, dass mein Herz laut Anzeigemonitor nicht mehr schlug.
Das Team hatte an dieser Information kein Interesse.
Der Monitor zeigte einfach nur einen Strich und quietschte im Dauerton. Schon der Laie kann hier erkennen, dass etwas nicht so ist wie es sein soll.
Ich alleine kam damals ins Schwitzen da half auch der 18C kalten Operationsraum nicht.
Nachdem ich schon einige Minuten „tot“ war, drückte die Assistentin des Anästhesisten den RESET Knopf und siehe da ich lebte ja noch. Ein gutes Gefühl.
Heute lief alles gut; der einzige Vermutstropfen ich musste bis 14h auf die OP warten, nüchtern! Ca 14.01h bekam ich die Rückenmarksspritze, ein kleiner Pieks in den Rücken und schon spürte ich abwärts nichts mehr. Erst ein wolliges warmes Gefühl im Bauch und in den Oberschenkeln und dann keinen Kontakt mehr von Hirn zu Beinen und Unterkörper. Sofort nach dem ich an das Team meldete es wird warm, wurde mein linkes Bein blutleer gemacht und ich bekam den grünen Vorhang vor das Gesicht.
14.11h lt. dem gestörten Überwachungsgerät wurde der Schnitt gesetzt. Heute unterhielten sich die Ärzte und Assistenten nicht über Ihre Freizeitgestaltungen am Wochenende. Nein, diesmal spendierte der Anästhesist einen Runde Latte Macchiatto. Ich empfand es als besonders rücksichtslos, fast sogar hinterlistig, nachdem ich bis 14h auf die Operation warten musste und natürlich vorher keinen Kaffee bekam. Als Kaffeetrinker ist das bitter! Alle diensthabenden Schwestern und Pfleger samt Zivis habe ich heute morgen genervt, dass sie mir ja einen Kaffee heute Mittag reservieren.
Es würde mich nicht wundern wenn ich nachher 3 Kännchen neben meinem Bett stehen habe. Aber was sage ich da, liege auf dem OP Tisch und rege mich auf, das der Anästhesist mich nicht gefragt hat, ob ich auch einen Kaffee will.
„Gerne nehme ich einen Milchkaffee, danke Herr Doktor“ .
Dr. Bracker und seine Assistenzärzte versunken hinter dem grünen Tuch. Ich kann nur erahnen wie weit er ist, eigentlich warte ich auf das Klirren der Schrauben in einer Metallschale, stattdessen sagt der Kaffee spendierende Narkosearzt zu mir, ich könnte froh sein, dass heute seine Assistentin auf Ihn aufpasse und alles glatt geht. Schwester Angelika grinst frech mir Ihren Augen, mehr sehe ich nicht wegen Ihrem grünen Mundschutz, kann es aber durchaus erahnen. Ich weiss nicht was der Narkosearzt damit meint, , aber vielleicht verstehe ich auch den bayrischen Charme nicht. Die Stimmung im OP ist im Team sehr freundschaftlich und offen trotzdem spürbar hochkonzentriert. Ich fühle mich wohl in dieser Umgebung, sofern man hier von Wohlfühlatmosphäre reden kann, habe ich das Maximum erreicht.
Meine Werte sind entspannt- oder ist das gar nur das Standbild dieses Überwachungsmonitors!
Ich liege nur da und kann diese Hektik geniessen und meine OP Raum Erfahrungen zwangsweise erweitern.

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