Ich komme irgendwie nicht zum Schreiben. Es gibt auch nicht wirklich etwas Weltbewegendes zu erzählen, aber so ab und zu schießt mir schon mal durch den Kopf "Ah, das muss ich bloggen..." - und dann habe ich keine Ruhe, ständig wuselt hier jemand herum, auch zu eigentlich kinderfreien Zeiten, grrr.
Also jetzt und hier nur schnell der Eintrag, dass ich mich am Sonntagabend trotz meiner Höhenangst sechs Stufen auf der Leiter hinaufgetraut habe - um diesen kleinen Mann aus der Regenrinne zu retten!
Mein Mann hätte das nicht gekonnt....der hat sich nämlich den Rücken "versessen" ;o) Klingt seltsam, und genauso seltsam verbogen läuft er seit Donnerstag auch herum. Er saß irgendwie schief auf dem Stuhl, auf dem er seit 14 Jahren sitzt. Keine Ahnung, warum dieser fiese Stuhl ihm ausgerechnet jetzt den Rücken verschoben hat. Und wie er das geschafft hat. Aber mein Mann leidet wirklich. Und ich muss fieserweise immer kichern, wenn ich mir vorstelle, dass er jetzt ja sicher bald zum Arzt geht und wie er dann dem Arzt erklärt, wie es zu seinen Schmerzen gekommen ist....
Ja, ich gehe mal lieber in Deckung, die Strafe des Universums wird mich sicher postwendend ereilen.
Ach, eins noch: irgendjemand schreibt ja immer die myself-Horoskope nur für mich. Für Juni lautet es:
"Uranus ist der Planet der Freiheit und der Veränderung, und der mischt derzeit Ihr Leben auf. Abhängigkeit, Symbiose, Anpassung - alles Themen, die Sie jetzt angehen. Zum Teil nicht ganz freiwillig, denn wer verlässt schon gern seine Komfortzone, um aus seinem Leben eine Baustelle zu machen? Aber keine Panik, der Einsatz lohnt sich."
Schönen Dank auch....aber wenn's nicht ganz freiwillig ist, muss ja was von außen passieren. Vermutlich gibt's im Urlaub den Mörderzoff. Wundern würde es mich nicht ;o)
Als Belohnung dafür, dass ich mich heute endlich überwunden habe, ordentliche Bewerbungsphotos machen zu lassen, war ich hinterher laufen. Ich lief bei strahlendem Sonnenschein los (aber schlauerweise schon in eine Regenjacke gewandet!), bog um die erste Ecke, schwupp, fing es an zu regnen. Nach der Kurve dann: H A G E L. Zum Glück nur kleine, weiße Perlen, die fröhlich auf dem Asphalt tanzten. Es fühlte sich ganz ulkig an - und sah wunderschön aus.....
...und ich bin froh, weitergelaufen zu sein, denn nach 3 Minuten war der Tanz vorbei und die Sonne kam wieder raus!
Jetzt muss ich mir "nur" noch einen genialen Werbetext für mich selbst ausdenken, damit ich mich bei Xing präsentieren kann. Grummel. Sowas kann ich gar nicht leiden. Aber wenn Andere das hinkriegen, muss ich wohl auch ;o)
Gestern, es war kurz nach 12, fuhr ich los, um meinen Sohn nach einer Übernachtung bei seinem Freund abzuholen. Noch hier bei uns in der Fontanestraße sehe ich aus dem Augenwinkel, wie ein dunkelblaues Auto rückwärts fährt, um auszuparken, quasi parallel zur Straße.
Das Kennzeichen springt mir ins Auge - Sam! Mehr wollte ich dann aber gar nicht sehen, habe mich auf die Straße konzentriert und bin weitergefahren, dann links auf die Hauptstraße abgebogen. Er bog rechts ab, aha, zurück nach Hause zum Familienmittagessen. Wobei er schon auffällig lang gebraucht hat, um zur Abbiegestelle zu gelangen, er hatte wohl Angst, dass ich ihn im Rückspiegel sehe?!
Einen winzigen Augenblick lang hatte ich ja wirklich überlegt, ob ich ihm quer vor die (Auto-)Schnauze fahren soll, um ihn so zum Anhalten und zum Wiedersehen zu nötigen ;o) Nach 15 Monaten wäre das doch ganz witzig gewesen. Aber a) war ich spät dran und b) sah ich nicht gut genug aus *grins*. Nicht wirklich mies, aber nicht strahlend schön. Albern, oder?!
Genauso albern war es von mir, zu denken, dass er evtl. deswegen mal wieder eine Mail schreiben würde. Er denkt/hofft vermutlich, dass ich ihn gar nicht gesehen habe und ist erleichtert darüber.
Worüber ich erleichtert bin: kein Herzrasen, kein Kribbeln, keine Panikattacke - ihn, nein: sein Auto, zu sehen hat keine nachhaltige Wirkung auf mich gehabt. Weder Sentimentalität noch sonstwas.
Das Einzige, was mich brennend interessieren würde: wer von den 6 Familien, die in der Reihe wohnen, ist sein potentieller Auftraggeber??? Drei von den Familien kenne ich nämlich....
Heute war ich den halben Tag etwas langsam und schaumgebremst unterwegs....ich sag' nur Caipirinha. 2 (in Worten: zwei) verteilt über einen Zeitraum von mehr als vier Stunden und gut gegessen hatte ich vorher auch...aber ich bin halt echt nichts mehr gewohnt.
Aber egal, der Abend mit zwei Freundinnen gestern war sehr nett und wir saßen lange draußen bzw. flüchteten rechtzeitig nach drinnen, bevor es anfing zu schütten! Süß war der Typ, der "versucht, ein Mann zu werden" - Beschreibung meiner Freundin für einen Heranwachsenden -, der am Bahnhof versuchte, mit uns Dreien gleichzeitig zu flirten. Um dann trotz seines alkoholisierten Zustands festzustellen: "Uppps, wahrscheinlich bin ich doch zu jung für Euch, oder? Ihr seid aber nicht mit meiner Mama befreundet, oder?!". Nein, sind wir nicht. Aber jede von uns hätte locker seine Mutter sein können. Und als erstes hätten jede von uns ihm dann diese peinliche rote Mütze verboten, die ihn wie einen Gartenzwerg aussehen ließ. Aber vermutlich ist das gerade total angesagt und die eigentliche Zielgruppe fährt voll drauf ab und wir alten Schachteln haben einfach keine Peilung ;o)
Aufgrund der heißen Temperaturen hatten meine Söhne gestern leichtes Spiel, mich dazu zu überreden, mit ihnen ins Freibad zu gehen. Es war aber trotz allem noch nicht allzuvoll und wir konnten im Nichtschwimmerbecken perfekt Ball spielen. Ich habe heute Muskelkater im rechten Oberarm.... Ich selbst war am Donnerstag schon im Bad, wollte eigentlich vorher gucken, wie warm das Schwimmerbecken sein sollte. Habe ich aber vergessen. Also wollte ich mal dezent checken, ob überhaupt jemand draußen schwimmt und wenn ja, wie alt derjenige ist. Wären es Rentner/-innen gewesen, hätte ich mich umgedreht und wäre lieber rein gegangen. Rentner/-innen sind nämlich beinhart, die schwimmen auch bei 15°C.... Es waren aber zwei Menschen ungefähr meiner Altersklasse. Da siegte dann das "Was die können, kann ich auch!". Aber beim Reinwaten dachte ich mir schon "Brrr, bist Du denn völlig bekloppt?!". Dieses Gefühl hielt auch diverse Bahnen lang an. Aber dann lief es wieder wie von selbst und machte richtig Spaß und ich habe auf Anhieb wieder meine 1500m in meiner regulären Zeit geschafft - und war sehr stolz auf mich. Ach ja, hinterher habe ich geguckt: 20,5°C sollen es gewesen sein.... Insgesamt bin ich in Sachen Sport momentan sehr diszipliniert und nutze jede sich bietende Gelegenheit - war auch heute schon wieder laufen. Letzte Woche bin ich am Sonntag bei strömendem Regen gerannt - und habe es genossen. War so schnell wie noch nie auf meiner Strecke. Schön.
Hier noch die Erklärung zum Bild: den kleinen Buddha habe ich zu Weihnachten von meiner Mutter bekommen. Bisher saß er schlicht auf dem Boden hier im Wohnzimmer am einzigen Platz, an dem ich ihn gut sehen kann. Mir schwebte die ganze Zeit schon ein schmales Schränkchen vor, aber ich fand bislang nichts. Letzten Samstag war ich aus anderen Gründen im Baumarkt, schon auf dem Weg zur Kasse - und da sprang es mich an! Sehr schön, so gefällt mir das ;o)
Am Schluss noch eine Anekdote zu meiner Ehe: Heute morgen frage ich meinen Mann "Wer hat eigentlich gestern das Relegationsspiel gewonnen?". Antwort: "Das steht doch in der Zeitung!". Danke für's Gespräch......
Wieder eine ziemlich schlaflose Nacht. Dann wandern meine Gedanken automatisch zu Dir, ich forciere es nicht, es geschieht einfach. Ich möchte es eigentlich auch gar nicht ändern. Sie tun es seit über eineinhalb Jahren. Und sie haben Übung darin, denn sie waren auch vor 15 Jahren ständig bei Dir. Danach lange Jahre nicht.
Auch in dieser Nacht war mir mal wieder überdeutlich bewusst, dass ich allein bin. Dass sich niemand an mich schmiegt, mich niemand im Arm hält, mir niemand in den Nacken pustet. Die Sehnsucht danach ist immer wieder mal sehr groß. Und da ich all das zuletzt mit Dir erlebt habe, sehne ich mich dann nach Dir.
Für mich ist die Erinnerung daran gestochen scharf in Nächten wie diesen, Du jedoch weißt nichts mehr davon. Eine ziemlich böse Ironie des Schicksals: Dir schenkt es das gnädige Vergessen, was es Dir ermöglicht, Deine Ehe ehrlich und aufrichtig fortzusetzen – höchstens manchmal mit einem nagenden, fragenden, bohrenden Gefühl im Hinterkopf. Und mir bleibt die volle Erinnerung. Manchmal schmerzhaft als sehnendes, unerfülltes Verlangen. Gleichzeitig aber auch wohltuend, beruhigend. Und diese Erinnerung verhindert, dass ich mich gedankenlos in neue Abenteuer stürze. Ich möchte mich nicht in meiner Suche nach Nähe wahllos auf irgendjemanden einlassen. Unser Arrangement war perfekt für mich, wäre es auch weiterhin. Ich trauere dem definitiv nach.
Du bist in meinem Leben aufgetaucht, als ich vor den Scherben meiner Ehen stand. Du warst nicht der Zerstörer. Jedoch hast Du beide Male zur Entmystifizierung der vorhandenen Liebhaber beigetragen. Mir geholfen zu erkennen, dass diese nicht das waren, was ich in ihnen zu sehen glaubte. Ohne Dich wäre ich länger Trugbildern nachgelaufen. Stattdessen lief/laufe ich Deinem Bild nach. Erfüllender war/ist das nicht, denn meine Sehnsüchte und Wünsche bleiben so auch unerfüllt. Hinzu kommt, dass es aussichtslos ist. Wir hatten nie eine Zukunft, haben uns auch nie etwas versprochen. Was sind wir einander? Freunde? Da Du nicht mehr weißt, wie es sich anfühlte, als mehr zwischen uns war, bist Du jetzt meist betont sachlich, oft frozzelst Du mich schräg von der Seite an – aber irgendwie „kümmerst“ Du dich doch. Zumindest nimmst Du ehrlich Anteil an meinem Leben, ich vertraue Dir vieles an, weil ich Dir vertraue.
Umgekehrt kann ich es schwer greifen. Mir kommst Du noch immer eher verschlossen vor, aber vermutlich ist das, was Du mir erzählst, schon eine ganze Menge. Eventuell mehr als das, was Du den Menschen in Deiner unmittelbaren Umgebung erzählst. Wie die zu nah dran sind und ich herrlich weit entfernt.
So könnte es also vermutlich ewig weitergehen. Wir schreiben uns, haben Teil am Leben des Anderen. Für Dich wäre das so in Ordnung und ich bin mir sehr sicher, dass Du nicht einmal einen Gedanken an diesen Teil der Zukunft verschwendest. Musst Du Dir ja schon viel zuviele Gedanken und Sorgen bezüglich Deiner gesundheitlichen Zukunft machen.
Wenn ich mir vorstelle, dass Du letztes Jahr auch hättest umfallen und nie wieder aufstehen können, kriege ich Gänsehaut. Ich hätte es nicht mitbekommen, ich hätte zwar weiterhin an Dich gedacht, von Dir geträumt, mich gefragt, ob die von mir gewünschte Funkstille der richtige Weg ist – aber ich hätte nie erfahren, was mit Dir los war. Somit bin ich dem Schicksal schon mehr als dankbar, dass es Dich überhaupt noch für mich gibt. Wenn auch in stark veränderter Form
Ich wünsche mir ein Wiedersehen. Ich will Dich sehen, umarmen – und eine halbe Ewigkeit lang einfach nur festhalten. Zumindest rede ich mir das ein. Sollte es dann genauso kommen und sich „nur“ ein normales Gespräch anschließen – wäre ich vermutlich dann doch enttäuscht…..
Doch. Trotzdem. Ich hoffe weiter auf dieses Wiedersehen. Vielleicht ist es falsch, diesem Trugbild nachzulaufen. Aber es hält mich davon ab, mich in irgendetwas Anderes zu verrennen. So bleibt zumindest die Fassade meiner Ehe, meiner Familie intakt.
Und solange mir der Mut und die finanziellen Mittel fehlen, um die Trennung zu realisieren, ist mir die Fassade – auch im Interesse meiner Kinder – wichtig.