es gibt tage, da will ich liegen bleiben. es fühlt sich dann an, als würde mein körper beinahe an meinem bett feskleben. Fast so als würde mich irgend etwas davon abhalten aufzustehen. ich klebe fest. nach langem ringen schaffe ich es mich aufzusetzen und ehe ich mich versehe sitze ich in der u-bahn und beobachte die menschen. diese armen kreaturen – leere hüllen. wie sie sich aneinander reiben und vorbeidrängeln nur um ein wenig körper kontakt zu erfahren. es ekelt mich an, wie sie regelrecht nach liebe ächzen. ich stelle mir die dicke frau vor mir als hund vor, wie sie sich vor irgendeinem idioten zum affen macht und die spucke rinnt ihr aus dem maul. eine traurige spezies, die meinige. ich denke nicht immer so, manchmal da hab ich auch tage da liebe ich diese welt. es riecht nach frischgebackenen vanilletörtchen auf himbeergelee – unwichtig. was wollen sie? diese menschen? sie haben angst davor nachts durch dunkle gassen zu gehen, haben angst vor mördern und bösen hunden. komischerweise haben sie jedoch keine angst sich zu verlieben. nein ganz im gegenteil - sie wollen jemanden mit ihrem ganzen herzen lieben – einem anderen die kontrolle geben über ihr herz und ihren verstand. sozusagen „hallo. ich spiele jetzt geige. dasselbe stück immer und immer wieder, wenn ich dich nerve, dann erschieße mich einfach. ich werde mich nicht wehren.“ das ist doch krank. nach 6 monaten geige spielen, immer dasselebe lied – da will man das gegenüber doch erschießen. liebe. was ist das schon? ich hasse liebe. BING! schrillt es in mein ohr -ich bin an der endstation angekommen. ich muss umsteigen in den bus. ich hasse busse. ich hasse menschen. u-bahnen auch.
denn niemand der gesund ist, weiß wie es ist jeden morgen mit schmerzen aufzuwachen und wie es ist seinen eigenen körper nicht unter kontrolle zu haben.
das einzige auf der welt, dass nur dir gehört und niemandem sonst, kannst du nichtt beherrschen steuern oder beeinflussen.
manchmal fühlt es sich an, als wäre ich in einer fremden schale gefangen. eine orange würde sich in der schale einer banane auch nicht sonderlich gut fühlen. einfach zu rund, zu klein und zu sauer.
"so aussichtslos, wie ich mir die typen aussuche, kann mein herz ja nur mit rissen übersät sein. "
Komisch wie mein hirn trotzdem noch heile welt spielen will. Ich spüre förmlich, wie mein herz „ritsch“ macht – einmal in der mitte durchgerissen. Ich denke daran, wie viele stunden ich weinend in meinem bett verbracht habe, weil er mich schlicht und einfach vergessen hatte. Das schlimmste daran: vielleicht hatte er mich nicht einmal vergessen, sondern einfach stehen gelassen, weil ich ihm egal war. Mein vater sagte mir mal, dass weder das nachtleben, noch die schule der richtige ort war um sich ernsthaft zu verlieben. Wahrscheinlich hatte er recht und ich hätte auf ihn hören sollen. Mein herz war definitiv gebrochen. Nicht angeknackst, auch nicht rissig – es war inmitten durchgerissen und es lag wie zwei dicke fleischstücke vor mir und ich bemühte mich hilflos es wieder zusammen zu flicken. Wenn ein teller zerbricht erschallt ein lautes klirrendes geräusch, man kann es definitiv hören. Jedoch als mein herz zerbrach konnte es niemand hören. Man meint, wenn so etwas wichtiges wie ein herz zerbricht würde ein lauter gong ertönen, oder eine sirene erschallen so dass es jeder im umkreis von 10 kilometer hören würde. Aber nein. Es geschah ganz leise. Man konnte nichts hören, nur ein leichtes schnaufen meinerseits. Alle taten so, als hätte das mit ihm und mir nicht anders kommen können. Meine freunde, meine familie – und er selbst. In seinem und in meinem leben, war es so bestimmt, dass er mir irgendwann entgleiten würde. Meine mutter war mit den worten „du warst doch nichtmal seine freundin“ & „du wirst ihn vielleicht noch zweimal in deinem leben sehen, dann nie wieder“ nicht gerade eine große hilfe – es war der moment als sich in meinem bauch ein großer knäuel bildete und ich aufhörte ihm glauben zu schenken. Ich sah ihn aus der ferne traurig und mitleidig jedoch entschlossen an. er lächelte und ich versuchte durch festes zusammenpressen meiner lider, die tränen in mein auge zurück hineinzudrücken. Mein beschluss war gefasst, ich verspreche mir hoch und heilig nie wieder schwach zu werden, so hoch und heilig wie es eben geht. Dann drehe ich mich um und gehe, um ihn für immer und ewig – das schwöre ich – stehen zu lassen.
„Sich jemandem anzuvertrauen, ist wie ein spiel. Es ist eine kunst zu wissen, welche karten man in der hand hält, welche man als erstes ausspielt und welche man bis zum schluss zurück behält.“
Ich erinnere mich exakt genau an diesen moment, als ich dich das erste mal sah. Mit deiner höflichen art und diesem seltsamen humor alles ins lächerliche zu ziehen, was dich irgendwie verraten koennte. Zwei emotional verkrüppelte menschen, ganz nah aneinander gepresst, wie durch zufall, in einer lebendigen menschenmenge. Wir waren einander noch nie so nah und das ausgerechnet umgeben von menschen die wir beide nicht sonderlich gut leiden konnten. die musik dröhnte in meinen ohren und dennoch war es so so still in mir geworden, dass ich bei jeder bewegung regelrecht hören konnte, wie meine eingeweide den viel zu starken cocktail verdauten. Ich sah dich an diesem abend anders, als die tausenden male zuvor. Ein kleiner hilfloser mann, mit einem unglaublich verkümmertem herz, welches er mir vor jahren geschenkt hatte und nie wieder vollständig zurück bekommen würde. Du warst nichts anderes mehr, als all die menschen um uns. Würde man uns mit häusern vergleichen, so warst du eine schlauchartige wohnung, mit vielen aneinandergereihten weißen räumen. manche konnte man ewig durchlaufen, andere waren verschlossen und es würde niemals auf dieser welt jemanden geben, der den schlüssel dazu bekommen würde. Ich sah dich dort stehen, mit diesen mädchen, die sich geradezu darum rissen dass du ihnen mal auf ihren hintern greifst. Ab und an musste ich lächeln, weil ich mir dachte warum ich nicht so war. Eines von diesen unbeschwerten mädchen, welche einfach auf dich zugehen konnten und denen du ein unbedeutsames küsschen gabst. Der geruch von champanger stieg mir in die nase, das licht blendete mir in den augen und ich beschloss, dass all das was wir hatten vermutlich mehr war, als viele paare in langjährigen beziehungen spürten. Ich war zufrieden, denn dieses band, direkt unter meinem herzen, welches direkt zu deinem herzen führte, würde weder durch eine unendliche distanz noch durch nähe zu einem anderen menschen jemals reißen. Vermutlich waren wir beide nicht dafür geschaffen, liebe aus der tiefe unseres herzens zu fühlen und diese in eine gut funktionierende,normale beziehung umzusetzen. Möglichweise brauchten wir dieses gefühl der lieblichen distanz und des schmerzes inmitten des herzens, welcher einen knäuel in unseren hälsern bildete und uns beinahe ersticken lies.
es war im jahr 2007. ich erinnere mich ganz klar an diesen tag im september. gegen 8 uhr morgens betrat ich diesen raum, vollgestopft mit menschen, es hang ein übler geruch in der luft. ich war damit beschäftigt mein haar hübsch zurecht zulegen, mein röckchen gleichzuziehen und mir mein frisch gepudertes näschen nicht öfter als nötig zu schneutzen denn ich hasste rote, wunde nasen im herbst. am meisten an mir selbst. ich erinnere mich, so exakt an diesen moment als mein blick durch diesen raum schweifte, vorbei an nichtssagenden, gelangweilten gesichtern, bis ich bei dir stoppte. ich wusste damals noch nicht, wohin dieser eine moment führen würde. - " ich starre. du starrst zurück. " - ich erinnere mich besser an diesen moment, als an alles andere was davor oder danach geschah. man sagt, dass man einmal im leben jemanden trifft, der eine unglaubliche wirkung auf einen selbst hat, er schimmert in der menge und niemand sonst kann es sehen. nachdem du diesen menschen getroffen hast, ist alles was danach kommt, nicht mehr vergleichbar. ich kann es aus eigener erfahrung sagen: hat man ersteinmal erlebt, was wahre liebe alles bewirken kann, wie sie einen leitet, beeinflusst und verändert, ist alles was danach kommt, nur noch oberflächliches kaffeekränzchen mit menschen, die zufällig zur selben zeit, am selben ort leben. <3