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Dieses und Jenes


Von: huebschermann1

Beschreibung:
Mal gucken, ob ich hin und wieder dazu komme, hier irgendwas reinzuschreiben, das halbwegs von Belang ist.
So oder so wird die Leserzahl sehr gering ausfallen, sodass ich dieses Medium v.a. zum "Spaß-Schreiben" nutzen werde.

Kategorie: Humor-Anekdoten

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Benehmen ist heutzutage Mangelware
Wie siehst Du aus, Baby?
Flüstern oder Sprechen, das ist hier die Frage!
DOMINANZ und devotion
Fake - was ist das eigentlich?
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Grand jeu-concours dans le blog de l’équipe  Fragen, Meinungen, Anregungen... Wir freuen uns auf Sie in unserem Team-Blog!
 Dieses und Jenes 
Benehmen ist heutzutage MangelwareErstellt am 26. August um 18:37 
Allzu oft wird nicht nur der stetig fortschreitende Sittenverfall in der Real-Gesellschaft bemängelt, sondern auch die manierlichen Entgleisungen in Distanzräumen.

Distanzräume, darunter versteht man z.B. das Auto. Darin wird selbst Lischen-Müller, die ansosnten jeden Sonntag brav zur Kirche geht, zur Furie. Kaum nimmt ihr einer die Vorfahrt, wechselt unberechtigterweise die Spur oder fährt zu spät von der Ampel los, lässt sie eine Maschinengewehrsalve wüster Beschimpfungen vom Stapel.

Dieses Verhalten ist psychologisch untersucht und bestätigt worden. Auch das Internet zählt zu diesen Distanzräumen (kein offizieller Begriff übrigens). Da kommt es dann gerne mal vor, dass ein Mann ohne Umschweife und vor einem "Hallo", die Frau nach Oralsex fragt, wobei er das in der Wirklichkeit nie wagen würde, oder ansonsten sofort einen roten Kopf bekäme und panikartig die Flucht ergreifen würde.

Neuerdings ist dieses Verhalten anscheinend aber auch bei Frauen zu beobachten. Auch sie lassen die nötige Etikette vermissen. Zwar selten in Bezug auf Sex (außer sie sind Fakes [s. Blogeintrag an früherer Stelle]), dafür aber beim Grußwort. Schreibt ein Mann sie an, gibts es häufig nicht nur eine Absage, sondern schlicht und einfach vollkommene Ignoranz. Und wir wissen ja, dass nicht Hass oder Abneigung die schlimmsten Gefühle sind, die wir unseren Mitmenschen gegenüber bringen können, sondern Gleichgültigkeit.

Also liebe Frauen: geht mit gutem Vorbild voran und legt selbst die Manieren an den Tag, die ihr einfordert. Denn wenn Euch ein Typ im echten Leben etwas fragt oder Euch grüßt, dann sagt Ihr ja auch ein paar Worte, egal wie schlimm Ihr ihn findet.

Ausnahmen gelten natürlich für die Männer, die schon beim ersten Satz soweit unter die Gürtellinie gehen, dass ein würdiger Umgang mit ihnen tatsächlich nicht möglich wäre. Dann ist es in der Tat vornhemer schlicht zu Schweigen.
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Wie siehst Du aus, Baby?Erstellt am 15. August um 18:13 
Wieso regen sich Frauen eigentlich im Chat gerne darüber auf, dass man sie recht bald im Verlauf des Gesprächs nach dem Aussehen fragt.

Sie sollen ja nicht gleich ein Foto versenden, diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar. Vergleichen wir jedoch einmal die Realität mit dem Chat-Kennenlernen:

Hat man im echten Leben ein Rendezvous, kennt man sein Gegenüber entweder bereits oder sieht es spätestens einige Sekunden vor dem Händeschüttlen oder Umarmen. Man mustert sich gegenseitig, sieht sich in die Augen, die Blicke wandern über den Körper. Abgecheckt! Das ganze dauert erstmal einige Augenblicke und zieht sich dann noch ein wenig weiter über den ganzen Abend.
Dieses wortlose Mustern fällt der Natur der Sache nach im Chat natürlich weg. Also was ist selbstverständlicher als diesen Vorgang zu verbalisieren? Schaut man im echten Leben einer Frau aufs Dekollté oder schätzt ihre Größe, hat kein Mensch etwas dagegen, im Gegenteil, fühlt sich unter Umständen sogar geschmeichelt, solange es nicht zu intensiv geschieht. Stellt man diese Blicke aber in Frageform, so passiert es nicht selten, dass man dafür als oberflächlicher Mensch abgestempelt wird. Soll man nun also erstmal über Politik und die Weltwirtschaft reden, bevor man sich ein wages Bild seines Gesprächspartners machen kann? Ich meine, diese Umkehrung von natürlichen Lebensvorgängen verdient keine Zustimmung und daher soll auch weiterhin jeder Chatter zu Beginn seines Dialogs gerne und ungeniert nach dem Aussehen fragen!
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Flüstern oder Sprechen, das ist hier die Frage!Erstellt am 9. August um 14:25 
"Ich mag keine Kerle, die nur flüstern können."

Sowas oder ähnliches liest man häufig in -überwiegend weiblichen- Profilen. Leute, die bisher nichts mit dieser Plattform zu tun hatten, ziehen beim Lesen dieses Satzes aller Wahrscheinlichkeit nach die Augenbrauen hoch. Kerle die flüstern? Normalerweise schreien die mich in der Disko immer an!
Ja, sollte man meinen, hier verhält sich das jedoch anders. "Flüstern" meint im gofem-Chat das Schreiben mit einer Person, ohne dass andere dies mitlesen können.

Eigentlich die normale Art der Kommunikation zwischen zwei Personen, sollte man meinen. Oder wer schreit in einem Restaurant so laut, dass es alle Nebentische mithören können? Also wieso tut man es dann im Chat? Vielleicht das Gefühl der Sicherheit, dass die anderen alles mitlesen könne? Oder die Furcht davor, dass der Flüsterer im Privatgespräch unanständig wird? Obwohl man das Gespräch dann genauso gut abbrechen kann? Und dafür nimmt Frau dann in Kauf, dass der komplette Main-Bereich mit ihren Nichtigkeiten zugemüllt wird.

Gespräche die in aller Öffentlichkeit geführt werden, gehen selten bis nie in wirkliche Tiefe, soviel steht fest. Wenn also eine Dame ausschließlich "sprechen" will und sich dann vor allen anderen beschreibt, benutzten lässt, über's Wetter unterhält oder versaut redet, beweist sie damit lediglich, dass sie entweder nur an oberflächlichen Gesprächen interessiert ist oder aber exhibitionistisch veranlagt ist.
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DOMINANZ und devotionErstellt am 1. August um 17:30 
Um auch etwas für die Freunde kurzer Texte anzubieten, und um meinen gestrigen Eintrag ein wenig zu kompensieren, hier mal ein paar schnelle Gedanken zum Thema DOM/dev.

In (fast) allen gängigen sozialen Netzwerken, die in irgendeiner Art und Weise, ob nun ganz bewusst oder nur latent, mit sexualisiertem Inhalt zu tun haben, ist diese Thematik von Bedeutung.

Auch auf Seiten wie fetischpartner, bei denen man beim ersten Mal Hören an weitaus skurrillere Vorlieben der körperlichen Liebe denkt, spielt die Ausrichtung geteilt in dominant und devot, eine - haha - dominierende Rolle.

Während manche Frauen sich nur gerne sagen lassen, was sie tun sollen oder Männer ihre, im Alltag nicht vorhandene, dominante Ader virtuell ausleben möchten, gehen andere soweit und richtigen ihr komplettes Leben nach ihrer (nicht mehr nur noch) sexuellen Orientierung aus.

Unter hartgesottenen SM-Lern sind Switcher sehr verpönt. Das sind Leute, die nicht wissen was sie wollen. Entweder sind sie keine "Richtigen" oder einfach unentschlossen. Wenn ich hier die These aufstellen wollte, dass ein Mensch allem Anschein nach nicht ausschließlich devot oder dominant sein kann und in vielen Teilen auch einfach Produkt seiner Umwelt bzw. Opfer seiner Rolle, in die er gepresst wurde, ist, würde ich wohl von vielen dieser Leute ein verächtliches Schnauben vernehmen. Vorausgesetzt es sind ansonsten höfliche Menschen.

Unbestrittenermaßen kenne auch ich selbstverständlich Frauen und Männer, die im echten Leben (wer weiß, wie sie im Bett sind?!) hauptsächlich entweder dominant oder devot sind. Allzu oft ändert sich diese "unumstößliche Tatsache" aber verhältnismäßig schnell, wenn der Partner gewechselt wird und dieser plötzlich ganz "anders drauf" ist, als sein Vorgänger.

Nun sei zweifelsohne jedermann seine individuelle Sexualität gegönnt, stößt er damit nicht unbequemerweise an die Grenzen geltender Rechtsprechung und Gesetze.

Wer mir aber einerseits richtig Leid tut, und wem ich andererseits fast schon ein wenig Verachtung entgegenbringe, sind folgende Gruppen von Menschen. (Ich führe an dieser Stelle nur die Problematik, auch aus Textlängengründen, für eine Seite aus, es sei den Gender-Study-Fetischist/innen jedoch ausdrücklich versichert, dass es genausogut andersrum geht, ich es nur bisher äußerst selten gesehen habe).

Das eine sind (hoffnungslos) devote Männer. Die Gründe ihrer Unterwerfung sind an dieser Stelle nicht zu erörtern, genauso wenig wie die unbestrittene Tatsache, dass es freilich durchaus seinen Reiz haben kann im Bett dominiert zu werden! (Oder sonstwo: schließlich gibt man damit auch ein Stück weit Verantwortung ab. Was, als die Bundeswehr, wäre ein besseres Beispiel dafür?). Diese Männer haben einfach den absoluten Drang sich dem weiblichen Geschlecht unterzuordnen. Dies ist nun keinesfalls ungewöhlich oder abnormal, das wird es erst, wenn dieses Verhalten mit einer extremen Einbuße an Selbstachtung und Selbstwertgefühl einher geht. Wie gesagt, für diese Art von Menschen empfinde ich aufrichtiges Mitleid.

Diejenigen aber, denen ich den Vorwurf machen will, sind diejenigen, die diese Situation und Persönlichkeitstruktur schamlos ausnutzen. Das sind Frauen, die sog. TG ('Taschengeld' für den Unwissenden - natürlich nur aus sozialversicherungstechnischen Gründen so bezeichnet) für ihre sog. "Dienste" verlangen. Dieses Wort setze ich deshalb in Anführungszeichen, da es sich keineswegs um Frauen handelt, die ihre sexuelle Orientierung mit einem gewerblichen Aspekt verknüpfen, sondern viel mehr um Menschen, die die Zwangslage anderer Personen für die eigenen Zwecke nutzen. Geboten wird nämlich in vielen Fällen nicht explizite sexuelle "Dienstleistung", sondern Dinge, für die einem eine Putzfrau noch zu teuer ist, wie Wäsche bügeln, Kloputzen, Garten umgraben und dafür darf dann der "Sklave" (wie er schonungslos genannt wird) auch noch blechen und wird zum krönenden Abschluss, vor lauter Gnade der "Herrin", auch noch anuriniert.


Prost Mahlzeit!

An dieser Stelle sei dann ein weiteres Mal die, vom Verwaltungsgericht Neustadt angestoßene, Diskussion aufgegriffen, ob man freiwillig auf seine Menschenwürde gem. Art. 1 GG verzichten kann (bzw. was sittenwidrig ist); und/oder ob diejenigen belangt werden können, die dieses Angebot in Anspruch nehmen. Selbstredend ist das in diesem Fall zu einem großen Teil reine Polemik.

P.S.: Nein, ich habe noch für keine Dame gegen TG (nackt) das Klo geputzt ;-)
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Fake - was ist das eigentlich?Erstellt am 31. Juli um 16:58 
In den nun folgenden Ausführungen geht es um das Thema Fake-Accounts. Es sind also weder Rolex-Uhren aus China, noch Ed-Hardy Pullis aus Tschechien gemeint, wenn ich diesen herrlichen Anglizismus in die Überschrift setze. Dies tue ich aus dem Grund, dass mir in der kurzen Zeit, die ich hier (und in anderen einschlägigen Netzwerken) verbracht habe, einiges aufgefallen ist. Demzufolge ist diese Aufzählung auch mit Sicherheit nicht abschließend und soll viel eher meinen derzeitigen Wissensstand manifestieren. Darum bin ich freilich sehr dankbar für Ergänzungen inhaltlicher und persönlicher Natur, also Erfahrungsberichte und Interpretationen.

Nun, worum geht es also? Das im Internet nicht alles echt ist, wissen wir nicht erst seit dem Galileo-Fake-Check oder gephotoshopten Hochglanz-Nacktfotos von Hollywoodstars. Jedoch ist bei dieser Art von Fake, oder Fälschung, ein klares Motiv erkennbar. Aufmerksamkeit, Klickzahlen, Kohle. Punkt. So weit so gut. Was bewegt aber einen herkommlichen Durchschnittsbürger à la Meier von Nebenan dazu, unter falscher Identität sein Unwesen im Netz zu treiben?

Eins vorweg: es geht hier nicht um die Datenschutz-Problematik, die brandaktuell und äußerst verständlich ist. Schließlich will niemand, dass sein voller Name mit Foto zu verleumderischen Zwecken missbraucht wird oder der Arbeitgeber aus der Energiebranche über eine Standartsuchmaschine mit wenigen Klicks auf einen Atomkraft-kritischen Artikel von einem seiner Mitarbeiter stößt.

Nein, hier geht es um die Art Menschen, die Gefallen daran findet, in der virtuellen Welt in eine andere Identität zu schlüpfen. Dabei fälllt mir beim Schreiben schnell auf, dass ich erst mit einer Vielzahl von Negativ-Definitionen aufwarten muss, bevor verständlich ist was ich meine. Virtuelle Welt? Andere Identität? Was fällt einem da als erstes ein? Genau! Der Sohn vom Huber aus der Firma, der spielt zwölf Stunden pro Tag World of Warcraft und ist da bekanntermaßen ein Magier auf Level zweiundfünfzig.
Hmm, wieder nichts, der soll nämlich auch nicht in mein Raster fallen.

Okay, dann versuch ich's mal nicht durch Abgrenzung, sondern durch Merkmalsdefinition einzugrenzen. Die Person die mir vorschwebt ist - zumindest im Internet, und um noch konkreter zu werden im gofem-Chat - zu 99% weiblich. Sagt sie zumindest. Also schonmal über 50% der Nutzer hier verdächtig. Wir befinden uns schließlich in einem Frauenforum. Gut, weiter. Am einfachsten wird es einem gemacht, wenn ein Bild einer barbusigen Schönheit klein neben dem Chat-Namen angezeigt wird und beim Klick auf das Profil anstelle des Fotos der Text steht "Dieses Bild muss noch vom Webmaster freigeschaltet werden". Alles klar - Fake.
Dann gibt es aber noch etwas subtilere Varianten. Da ist das Profil dann schon freigeschaltet, da ein weitaus weniger sexualisierter Inhalt hochgeladen wurde. Trotzdem bedient sich unsere Person hierbei häufig gängiger Bilder-Suchmaschinen und lädt ein Bild von irgendeinem C-Promi aus Amerika hoch. Das ist auch noch verhältnismäßig einfach. Man muss schon ein ziemlicher Naivling sein, wenn man tatsächlich glaub, es wimmelt hier von sich in der Sonne räkelnden jungen Schönheiten mit perfekten Maßen und das ganze im Hochglanzformat mit einer digitalen Spiegelreflexkamera und perfekter Beleuchtung abgelichtet. Diese Art der Aufmachung von Fotos sollte sofort misstrauisch machen, auch wenn die Dame auf dem Bild vielleicht nicht gerade Michaela Schaffrath oder Cameron Diaz darstellt.

So weit so einfach. Diese Menschen als "Fake" zu überführen gelänge wohl jedem, der mehr als zwei Stunden im Internet verbracht hat. Es gibt aber noch die verschärfte Variante. Da gibt's dann meistens sogar ein Fotoalbum - "also wer sich die Mühe macht, der kann ja kein Fake sein" - ja nee, is klar. Diese Fotos wirken dann auch meistens schon "echter". Ein junges Mädchen, fotografiert sich selbst vor dem Spiegel oder im Urlaub. Zwischen 18 und 25. Das Foto wurde vielleicht mit einer Handykamera aufgenommen oder mit einer stinknormalen Digicam. Man sieht den Blitz im Spiegel, der Fokus ist nicht hundertprozentig scharf, vielleicht ist das Bild sogar überbelichtet. -"Hmm, kling realisitisch." Tatsächlich mag auch unter den auf diese Kriterien zutreffenden Profilen die ein oder andere "echte" Frau sein. Um sich also halbwegs sicher sein zu können, müssen noch mehr Momente dazutreten.

Dafür eignet sich ein kurzer Blick in das Profil - so viel Zeit muss schon sein, allzu viel steht da in den seltensten Fällen drin. Unsere Person hat häufig Interesse an "Sex", "versauten Dingen", "Baden mit Kleidung", "SB an ungewöhnlichen Orten" oder dergleichen, mehr oder weniger explizit ausgedrückt. -"Klingt cool, genau so eine such ich doch!" Doch schnell kommt die Enttäuschung - und damit das nächste Tatbestandsmerkmal - beim Weiterlesen. "Bi" steht da oft - "wow, ich wollte doch schon immer mal nen Dreier" - und dann noch, "steh aber nur auf Frauen und Mädchen, Jungs können mir gestohlen bleiben, ich beantworte euere PNs auch nicht" - "Schaaaade. Menno, warum sind immer die geilsten Mädels lesbisch?" Frag ich mich allerdings auch.

Nun, ich bin ja ein netter Mensch und so sei mal unterstellt, dass es in einer Frauen-Community tatsächlich die ein oder andere Frau gibt, die mal gerne eine andere Art von Erfahrung erleben möchte oder auch "ganz" lesbisch ist. Kein Thema. Schon wieder eine Gruppe, die ich nicht meine. Wenn unsere Person nun aber noch subtiler - und intelligenter - vorgeht, beschreibt sie nicht ihr ausschließliches Interesse an "Girls". Dann steht da sowas wie "stehe auf Jungen und Mädchen, aber bevorzuge weiblich, mag nicht: aufdringliche Typen." Klingt dann natürlich weniger verdächtigt. Im Idealfall hat unsere Type nun noch eine Freundesliste angelegt. Und wen sehen wir da? Auch nur einen Kerl? Nein. Alles voller Frauen.

Wer jetzt besonders gewitzt ist, klickt sich dann auch mal durch die Mitglieder auf dieser Freundesliste. Nur so zum Spaß. Und was bekommt er da zu Gesicht? Genau! Wieder sog. "Fake-Profile." Und damit wären wir schon bei der ausgeknobelsten Variante der gofem-Faker. Faker vernetzen sich untereinander, bekommen so schnell ihre Freundesliste voll und die Kredibilität, die sie vor Angriffen vom Kaliber "Du bist Fake" schützen. Die besonders Dreisten treiben dies dann noch insofern auf die Spitze, als sie dazu schreiben "ich mag keine unenchten Profile" - Ja nee, verstehe, aber wer war nochmal die Tussi auf Deinem Foto? Bettina Zimmermann? Schon recht!"

Ach ja: ein beliebter Profil-Satz lautet auch noch "mag nicht: 'Fotos versenden und Cam'" - jaja, wieso auch, würd ich dann vielleicht rausfinden, dass Du doch nicht Lindsey Lohan bist?

Wir wissen also nun, wer in unser Fadenkreuz fällt, was meist realtiv leicht herauszufinden ist. Doch beim Motiv tappen wir nach wie vor im Dunkeln.
Sind das Frauen, die sich hässlich fühlen und ein anderes Ego vorschieben? Kling auf den ersten Blick plausibel, doch solche weiblichen Wesen verstecken sich viel lieber hinter Blumen- oder Landschaftsbildern und schummeln ein wenig bei der Beschreibung. Im Inneren wollen sie doch, dass man sie liebt und nicht irgendeine makellose Schönheit, die durch 50% Gene, 30% Diät und 20% Computer-Bearbeitung erschaffen wurde. Diesen Fall mag es geben, doch ich würde sagen die Häufigkeit hält sich eher in Grenzen.

Eventuell sitzen aber auch Männer vor den Bildschirmen und hinter den Profilen. Mit multipler Persönlichkeitsstörung? Wohl kaum. Dieser verschwindend gering bleibende Prozentsatz an der Gesamtbevölkerung müsste dann indirekt proportional hoch hier im Chat vertreten sein und diese Sache auch noch bewusst steuern. Das halte ich für äußerst unwahrscheinlich.

Was mir viel mehr plausibel erscheint ist, dass unser (wohl) männlicher Chatter nicht unbedingt clever aber einigermaßen raffiniert ist. Er ist vielleicht nicht der allerhübscheste und hat bereits einige Erfahrung in sozialen Netzwerken gesammelt. Bestimmt ist er schon öfter abgeblitzt mit seiner direkten Art. Keine Frau mag gierige Lustmolche, die schnell zur Sache kommen wollen und der langwierige Small-Talk davor ist anstrengend und Nervenaufreibend. Nun sucht unser Trieb-Chatter nach Lösungsansätzen. Er weiß genauso gut wie wir (s.o.), dass es durchaus Frauen gibt, die im Laufe der Zeit ihre mehr oder weniger vorhandene bi-sexuelle Ader entdecken und diese unter Umständen erst mal im "sicheren Hafen" des weltweiten Netzes ausleben möchten. Soweit so gut. Frauen sind unschuldig. Vertrauenswürdig. Frauen helfen anderen Frauen. Frauen nehmen einer anderen Frau ein "ich hab Probleme in der Beziehung und würd gern mal was anderes ausprobieren" viel eher ab, als einem Mann. Eigentlich tolle Voraussetzungen. Ein Profil kann nach der obigen Anleitung jeder in wenigen Minuten erstellen. Wenn man sich keine Porno- oder Filmstars ins Profil kleben will, nimmt man eben die Fotos der Exfreundin oder haut ein paar Stichworte in die nächstbeste Suchmaschine oder hat ein bisschen mehr kriminelle Energie und "klaut" sich einige Fotos von SchülerVZ oder Facebook.

Das ganze dauert für unsere Person keine Stunde und der Nutzen ist enorm: man kann plötzlich in "Nur für Ladies"-Räume. Das ist fast schon, als ob man im echten Leben als Frau verkleidet auf eine Damentoilette darf. Frauen schütten einem das Herz aus. Weibliche Mitglieder reden viel schneller über ihre Fantasien mit einem. Werden schnell versauter. Zügelloser. "Man ist ja 'unter sich'". Unter Umständen springt sogar mal das ein oder andere Foto raus "ich mit meiner Freundin im Urlaub" und im Gegenzug dazu gibt's dann halt wieder ein Oben-Ohne Bild von der Ex oder ein Amateur-Pornobild, die man sich paketeweise auf rapidshare-Seiten besorgen kann.

Natürlich kann ich mit meiner Interpretation auf vollkommen daneben liegen, ich weiß es nicht. Lustig wär's aber allemal. Man stelle sich nur vor, unser Chatter ist gar nicht so gerissen wie vermutet und added die anderen "Faker" nicht als Authentizitätsbeweis sondern weil er tatsächlich selbst davon ausgeht eine Frau vor sich zu haben und umgekehrt. Bei solchen Gedanken kommt man natürlich schnell ins Schmunzeln, denn so wird wieder gleiches mit gleichem vergolten und der Faker ist in jedem Fall der Verlierer, denn die Aufmerksamkeit, Vertrautheit und evlt. sogar Liebe wird immer nur der Maske zuteil, die er trägt und nie ihm selbst. Das Selbstwertgefühl, dass durch diese Art von Zuneigungs-Erschleichung aufgebaut wird, steht auf äußerst tönernen Füßen und wird spätestens beim ersten realen Treffen in sich zusammenstürtzen wie ein Kartenhaus.

Nun merke ich, dass mein erster Artikel, anders als geplant, doch recht lang geworden ist. Vielleicht findet er trotz alledem den ein oder anderen Interessierten. Wer es geschafft hat, den Text komplett durchzulesen, der darf sich gerne dazu aufgefordert fühlen, in der Kommentarspalte von seinen eignen Erfahrungen zu berichten.

Liege ich eventuell falsch und gofem ist tatsächlich nichts anderes als eine Plattform von 90-60-90 Schönheiten und willenlosen Frauen mit dem Aussehen von Gina Lisa Lohfink?

Habt ihr selber schon einmal mit einem Fake geschrieben (als Frau). Und kam Euch da noch etwas merkwürdig vor, dass ich nicht erwähnt hab?

Habt Ihr vielleicht sogar schon einmal einen Faker enttarnen können oder mit seinen Machenschaften konfrontiert?

Was könnt Ihr über die Motive oder Hintergründe dieser Leute sagen?

Ich bedanke mich für's Lesen.
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