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Das Dressing zu meinem Kopfsalat


Von: drake81
drake81

Beschreibung:
Meine Straße, mein Zuhause, mein Blog...
Hier steht was mir gerade durch den Kopf geht und was mich beschäftigt. Den roten Faden habe ich schon vor einer Weile verloren ;-)

Kategorie: Tagebuch-Mein Leben

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 Das Dressing zu meinem Kopfsalat 
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Vergessen?!Erstellt am 6. August um 19:40 


Vergessen?!

Wer geliebt kann nie vergessen,
wer vergisst kann nie geliebt,
wer geliebt und doch vergessen,
hat vergessen wie man liebt.
Solltest du mich je vergessen,
doch vergessen kann auch ich,
kann vergessen dein Vergessen,
Dich vergessen kann ich nicht.


(Verfasser unbekannt)
Das WE.Erstellt am 14. Juli um 20:52 

Habe mich am Wochenende wie geplant mit Marina getroffen. Irgendwie war es ein Mix aus einem Date und einem Wiedersehen alter Freunde. Ich muss zugeben, dass ich vorher etwas nervös war, da ich befürchtete, unser Gespräch könnte vielleicht nicht so recht ins Laufen kommen. Im Endeffekt war das aber völlig unbegründet. Ich holte sie zu Hause ab und wir fuhren in die City. Es herrschte lockere Stimmung und das sollte auch für den Rest des Abends so bleiben. Wir haben uns knapp vier Stunden bei leckerem Essen richtig gut unterhalten. Relativ am Anfang, wollte sie wissen, ob es bei mir in der letzten Zeit etwas neues gäbe? Ich: Hm, nicht wirklich. Sie: Ich habe da im Internet ein Bild von dir und einer Frau im Arm gesehen. Ist das deine Freundin?

Daraufhin erklärte ich ihr, dass das nicht meine Freundin ist. Ich wusste noch nicht mal, dass sie das Bild online gestellt hat. Jedenfalls wusste Marina jetzt, dass ich noch immer solo bin.
Wenn sie das gleich klären wollte, hat sie es jedenfalls zügig getan, dachte ich mir. Wir haben uns dann über Gott und die Welt unterhalten und viel gelacht. Irgendwie kam es mir nicht vor, als hätten wir uns 5 Jahre nicht gesehen. Die Frau ist jedenfalls Zucker.

Allerdings verspürte ich an diesem Abend auch einen Dämpfer. Oder sagen wir mal gleich zwei. Erstens: Sie hatte einer Freundin versprochen, dass sie mich zu einem Problem aus Männersicht befragt. O-Ton: Ich treffe da heute Abend einen sehr guten Kumpel, den werde ich mal fragen...
In diesem Moment zuckte ich innerlich zusammen, da ich mich fragte, ob ich „nur“ ein guter Freund oder Kumpel für sie bin bzw. sein kann.
Zweitens: Ihr Ex hängt offensichtlich noch wie ne Klette an ihr, da er die Trennung im letzten Jahr wohl nicht überwunden hat. Bei ihr bin ich mir sehr sicher, dass die Geschichte für sie passé ist...

Ich habe sie dann nach Hause gebracht und sie hat sich für den „sehr schönen Abend“ bedankt. Unsere nächste gemeinsame Aktion ist schon in Planung. Ich werde jetzt einfach mal abwarten und beobachten, wie sich das alles weiter entwickelt.

Einfach wäre wohl zu langweilig ;-)
Kommentare ansehen (2)
Jetzt aber.Erstellt am 4. Juli um 20:13 

Hatte vor über zwei Monaten ja schon von der Freundin Marina geschrieben, die ich nach Jahren wieder getroffen habe. In der letzten Zeit hat sich da dann nicht wirklich etwas ergeben. Heute habe ich die Gunst der Stunde nach einer Mail von ihr genutzt und sie gefragt, ob wir zusammen mal weggehen. Mal sehen, was passiert...

UPDATE: Yes, es hat geklappt! Am Wochenende gehen wir zusammen weg.
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Halbfinale Teil 1Erstellt am 23. Juni um 19:59 

„Ich schwöre: Schiri ist büyük Arschloch“


VON MORITZ NETENJAKOB

Am Mittwoch steigt das heiße Halbfinale zwischen Deutschland und der Türkei bei der Europameisterschaft. Was in einer deutsch-türkischen Familie bei diesem Duell vor dem Fernseher abgehen könnte, hat ein Autor zusammengefasst, der beide Kulturkreise kennt.

Ort: die Wohnung meines türkischen Schwagers.

Personen: meine türkische Frau, meine türkischen Schwiegereltern, mein türkischer Schwager, seine türkische Frau, sowie meine deutschen Eltern.

20 Uhr: ich komme mit meinen Eltern an und gehe an einer Türkei- und einer Deutschlandfahne im Flur vorbei ins Wohnzimmer, wo für das Spiel der Spiele "nur ein paar Kleinigkeiten" vorbereitet wurden: ein großer Korb mit Fladenbrot, ein Korb mit Sesamkringeln, zwei große Schüsseln Reis, vier Teller Köfte, fünf Teller Fleischspieße, eine sehr große Schüssel Salat (etwa in den Ausmaßen eines Kinder-Planschbeckens), drei Teller mit türkischer Pizza, jeweils eine Schale kleine grüne Oliven, große grüne Oliven, kleine schwarze Oliven, kleine schwarze schrumpelige Oliven, große schwarze Oliven, große schwarze schrumpelige Oliven, sowie gefühlte 120 Kilo Schafskäse. Immerhin können auch wir etwas beisteuern: Zwei Tüten Kartoffel-Chips.

20 Uhr 12: der Fernseher wird eingeschaltet, und zwar in ohrenbetäubender Lautstärke - türkische Tradition. Das hat zur Folge, dass man sich zur Unterhaltung anbrüllt. Hinzu kommt die Grundregel, dass von fünf Türken immer mindestens drei mit dem Handy telefonieren müssen - insgesamt eine atemberaubende Klangkulisse, die den Baulärm am Chlodwigplatz wie sanftes Bachgeriesel anmuten lässt. Während Johannes B. Kerner eine mittelmäßige Pointe versemmelt, Jürgen Klopp der Kamera stolz das Ergebnis seines letzten Zähne-Bleechings präsentiert, und dieser Schweizer Schiedsrichter mit einer kompletten Tube Gel im Haar erläutert, dass passives Abseits nur dann passiv ist, wenn der Stürmer auch wirklich passiv ist, schimpft mein Schwiegervater darüber, dass Torwart Volkan immer noch gesperrt ist ("Da sitzen zwei Griechen in der Uefa-Kommission") und erklärt mir, warum gleich drei Türken gelbgesperrt sind: "Der Schiedsrichter hatte eine griechische Schwiegertochter." Obwohl meine Eltern Intellektuelle sind, akzeptieren sie die Haltung meines Schwiegervaters - als Ausländer darf man schließlich ausländerfeindlich sein. Das gehört ja zu der fremden Kultur dazu, und wenn man wirklich tolerant ist, toleriert man auch die Intoleranz. Zumindest ein Stück weit.

20 Uhr 40: die deutsche Nationalhymne. Niemand singt mit. Meine Eltern äußern, dass sie ein merkwürdiges Bauchgefühl haben, wenn da so viele mitgrölen. Mein Schwiegervater schaut sie ratlos an.

20 Uhr 43: die türkische Nationalhymne. Mein Schweigervater, sein Sohn und dessen Frau singen sehr laut mit, während meine Schwiegermutter noch lauter mit der Türkei telefoniert. So kriegt meine Frau trotz höflichen Bemühens akustisch nicht mit, wie mein Vater das Mitgrölen von Hymnen in Deutschland historisch einordnet.

20 Uhr 45: Das Spiel wird angepfiffen. Mein Vater lügt: "Ich hoffe, der Bessere möge gewinnen." Mein Schwiegervater lügt: "Das hoffe ich auch." Lügen sind für ein multikulturelles Miteinander oft recht praktisch.
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Halbfinale Teil 2Erstellt am 23. Juni um 19:58 

21 Uhr 13: Podolski schießt das 1:0 für Deutschland. Ich will laut schreien, unterdrücke es aber, so dass ein gequältes "hhhhhmmmmpfff" dabei herauskommt. Meine komplette Freude geht so stark nach innen, dass mir mein ohnehin schon überlasteter Magen jetzt richtig weh tut. Mein Vater versucht so auszusehen, dass er sich nicht freut, was schwer ist, wenn man so breit grinst. Meine Mutter äußert Mitleid mit dem armen Torwart ("Och guck mal, wie traurig der guckt."). Derweil ergeht sich der türkische Teil der Familie in einer kollektiven Schimpftirade. Mein Schwiegervater hüpft wie eine Mischung aus Louis de Funès, HB-Männchen und dem türkischen Trainer vor dem Fernseher und beschimpft die türkischen Abwehrspieler. Auch sein Sohn und seine Frau schimpfen auf Türkisch, aber in ihre Handys, aus denen ebenfalls laute türkische Schimpftiraden herausdröhnen. Gleichzeitig beweist meine Frau, dass man Flüche auch kostengünstiger per SMS verschicken kann.

21 Uhr 30: Pause. Während Johannes B. Kerner eine weitere Pointe vergeigt und Jürgen Klopp das schöne Tor von Podolski mit albernen weißen Strichen verunstaltet, erläutert der Schweizer Pomaden-Schiedsrichter, warum Podolski, der zunächst im passiven Abseits stand und dann aktiv wurde, trotzdem nicht im aktiven Abseits war, weil das aktive Abseits durch die Ballberührung eines Türken aufgehoben wurde. Dafür hat mein Schwager nur einen Satz übrig: "Wallaha, Schiri ist büyük Arschloch!"

22 Uhr 29: Inzwischen steht es 3:0 für Deutschland. Mein Schwiegervater hat alle türkischen Spieler verflucht und ihnen die Pest an den Hals gewünscht. Mein Vater und ich versuchen, nicht zu glücklich auszusehen. Meine Mutter möchte Tuncay adoptieren, weil der auf der Tribüne so unglücklich guckt.

22 Uhr 32: Die Türken haben mit 4:3 gewonnen. In der letzten Minute fiel das 3:1 und in den drei Minuten der Nachspielzeit jeweils ein Treffer. Meine türkische Familie droht mich und meine Eltern im kollektiven Freudentaumel fast zu erdrücken. Fünf Türken telefonieren gleichzeitig mit acht Handys und zwei schnurlosen Telefonen. Dazu dröhnen die ersten Autohupen von draußen - mein Trommelfell ist an der Grenze der Belastbarkeit angekommen.

0 Uhr 21: Die Trauer ist vergessen, ich feiere mit meinen Eltern und knapp 100 000 Türken auf dem Ring eine große Party. Jaaa, wir sind im Finale! Meine Eltern und ich schwenken die Türkische Fahne und singen von den Bläck Fööss "Ruut un wieß, wie lieb ich dich!"

http://www.ksta.de/html/artikel/1213962194962.shtml

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