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Leben, Lieben, Leiden - Mein Alltag


Von: nerocorleone86
nerocorleone86

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Kategorie: Schwangerschaft

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 Leben, Lieben, Leiden - Mein Alltag 
Eintragen im Februar 2012.

Erster Geburtstag mit Baby (übermorgen!)Erstellt am 25. Februar um 17:20 
Erster Geburtstag mit Baby (übermorgen!)
Übermorgen steht mir mein 1. Geburtstag mit Baby bevor und ich bin schon ganz gespannt. Ganze 26 Lenze zähle ich dann schon, oh man... Wobei, wenn ich so auf mein Leben blicke, kann ich doch eigentlich richtig zufrieden sein. Ich habe einen prima Mann, ein unglaublich tolles Kind, ein gemütliches Heim und alles, was man sich so wünschen kann. Na ja fast, ich habe keine Hühner ;-)

Hühner?? Fragt man sich da vielleicht, ja Hühner, ich bin gerade im Hühnerfieber. Vor einiger Zeit habe ich ja schon einmal berichtet, dass mein Mann und ich uns ein Haus kaufen wollen, aus der Idee des Hauses wurde mittlerweile ein Bauernhof, klein aber zur Haltung kleinerer Nutztiere geeignet. In meinen Träumen besitze ich dann auch Schafe, Ziegen und ein Minischwein, aber da bin ich realistisch und halte das in absehbarer Zeit nicht für machbar. Die Tiere wollen ja auch etwas futtern und brauchen viel Pflege... aber so ein paar Hühnerchen, doch, das wäre schon was. Wir sind also wieder sehr aktiv mit der Haussuche beschäftigt, aber leider fehlt uns immer noch der "Lottogewinn" ;-) Für unser Budget gibt es leider gerade hier in der Region nicht so vieles, aber wir sind optimistisch, dass das schon irgendwann klappt. Und dann ziehen sie ein, meine 6 Hühner und ein Hahn (ja, das weiß ich schon so genau).

Am vergangenen Montag habe ich bei Aljoscha tatsächlich das erste Zähnchen entdeckt (ein paar Tage nachdem ich mir meine beiden Weisheitszähne ziehen ließ...), damit ist er der erste Zahnkrieger in unserer Baby-Treff-Gruppe (und das, wo ich die letzte bin, die noch voll stillt). Trotzdem ist er ein wirklicher kleiner Engel und benimmt sich zur Zeit sehr gut. Wir hatten zwar mal wieder einige Nächte, in denen er mich fast zum Wahnsinn trieb, aber jetzt wacht er nur 1x, höchstens 2x pro Nacht auf, klasse, oder? Wenn ich da an früher denke, wo es teilweise jede Stunde war *uff*. Somit war ich auch sehr irritiert, als ich mal die Beneidete war. Sonst wurde ich ja immer bedauert, wenn ich von Aljoschas Schlaf berichtet habe, doch neulich wurde ich tatsächlich beneidet! War mir gar nicht so aufgefallen, dass wir es eigentlich mittlerweile wirklich gut haben. Danke Aljoscha :-) Mitverantwortlich für unsere bessere Nachtruhe ist allerdings auch unser Staubsauger, welchem an dieser Stelle ebenfalls Dank gebührt. Läuft der, schläft unser Wurmi wie ein Stein, deshalb schalten wir Abends oder auch Nachts immer mal wieder kurz den Sauger ein. Lustigerweise schlafe ich zwischenzeitlich auch bei dem Geräusch ein und das, obwohl ich dieses nervige Rauschen eigentlich hasse. Man übernimmt eben doch irgendwie auch die Eigenschaften des Kindes.

Und noch einen tollen Tipp zum Schlafen kann ich verraten: Schwimmen! Wir gehen mit Aljoscha neuerdings Samstags zum Schwimmen (kein Babykurs, sondern freies Schwimmen) mit 2 Saunagängen. Er liebt es und schläft danach mindestens 2 Stunden am Stück. Probiert es doch auch mal aus. Vor allem in der Sauna ist der Kleine tiefenentspannt... liegt auf dem Handtuch, kaut auf seinem Spielzeug rum und brabbelt völlig vergnügt vor sich hin. Uns beachtet er dann gar nicht mehr.

Dafür beachtet er mich gerade umso mehr, ich bin dann mal weg ;-)
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Kindererziehung früher und heuteErstellt am 12. Februar um 11:37 
Kindererziehung früher und heute
Das kennen bestimmt viele junge Mamas und Papas - die gutgemeinten Ratschläge der älteren Elterngeneration. Auch ich werde immer wieder damit konfrontiert und möchte heute mal ein bisschen davon berichten. Manchmal prallen dabei nämlich zwei völlig verschiedene Welten aufeinander und ich frage mich heimlich, wie zur Hölle sind wir groß geworden? ;-)

Eines der heißesten Themen ist sicherlich das Stillen. Aljoscha ist mittlerweile 5 Monate und 10 Tage alt und der Kleine wird - Achtung festhalten - immer noch voll gestillt. "WAS?!", höre ich da schon die ältere Generation rufen. "Das arme Kind!". Ja, Aljoscha ist schon arm dran. Er darf nicht von meinem Löffel kosten, nicht an der Schokolade lecken und ich mache ihm auch keinen Honig an den Schnuller. Stattdessen lege ich ihn alle 2-4 Stunden an und er muss die langweilige, fade Milch trinken. Und dass er sich alles in den Mund steckt, hat natürlich damit zu tun, dass er furchtbaren Hunger hat...

Ich habe neulich mal irgendwo gelesen, dass man laut der Meinung von anderen beim Stillen nur alles falsch machen kann. Stillt man noch, verhungert das arme Kind und möchte so gerne mal etwas "Echtes" essen. Hat man abgestillt, war es zu früh und dem Kind fehlen wichtige Abwehrstoffe. Wie man es macht, macht man es falsch, kein Thema ist so heiß umkämpft von beiden Parteien (Befürworter und Ablehner) wie das Stillen. In meinem unmittelbaren Lebensumkreis ist es zwar nicht ganz so schlimm, aber auch ich muss immer wieder erklären, warum ich Aljoscha noch voll stille. Ich nenne dafür verschiedene Gründe:

1. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt das volle Stillen bis zum Ende des 6. Lebensmonats. (Wird als Erklärung meistens ignoriert...)
2. Er wächst und gedeiht wunderbar. (Da bekomme ich Zustimmung)
3. Er tut uns beiden gut, festigt unsere Bindung. (Bedenken seitens der Kritiker, ob unsere Bindung nicht vielleicht zu eng werden könnte? Man muss das Baby schließlich auch mal "schreien lassen")
4. Stillen geht schnell, ist praktisch und jederzeit verfügbar. (Na ja, aber so ein Gläschen ist doch auch schnell warm gemacht...)
5. Ich schaue mir die Natur an und versuche sie zu verstehen. Aljoscha hat noch keine Zähne und kann noch nicht sitzen, ist doch irgendwie logisch, dass die Natur uns damit sagen will, dass er noch ein Säugling ist und noch nicht bereit zum Essen. (Natur? Was ist das denn?)
und 6. In der Muttermilch ist alles drin, was der Kleine braucht. Wäre es nicht so, gäbe es wohl keine Menschen mehr. Was sollten die Mütter sonst früher gemacht haben? (Ja aber der will doch sicherlich mal was anderes kosten...)

Ich bin wahrlich keine Vertreterin des "Stillens bis der Schulbus kommt" (es gibt eine sehr sehenswerte gleichnamige Folge der Reihe "Menschen hautnah", zu sehen in der WDR-Mediathek), aber ich vertraue der Natur und denke mir, die macht schon nichts falsch. Zwar wollen uns der gute Herr Hipp und andere erzählen, dass Babys bereits nach dem 4. Monat Beikost brauchen, aber ich halte das für Quatsch. Wenn es so wäre, würde mir die Milch längst ausgehen und Aljoscha würde vor Hunger weinen, aber ihm geht's prima und er wird satt. Allerdings weiß ich auch, dass es vielen Menschen sehr schwer fällt, sich auf das Natürlichste in uns zu konzentrieren und darauf zu vertrauen. Wir wollen nun einmal immer alles kontrollieren, loslassen und vertrauen fällt da schwer.

Am dämlichsten finde ich ja das "Argument", das Baby wolle doch auch einmal einen anderen Geschmack testen. Wieso sollte es? Es weiß doch gar nicht, dass es "andere Geschmäcker" gibt. Und was soll es schon kosten? Künstliche Aromen? Geschmacksverstärker? Na supi. Muttermilch schmeckt doch auch nicht immer gleich sondern je nachdem, was Mama gegessen hat. Und was man nicht kennt, vermisst man schließlich auch nicht. Deshalb lasse ich mein Baby selbstverständlich nicht an irgendwas lecken, was ich gerade esse. Ich könnte wirklich jedesmal ausflippen, wenn ich dazu aufgefordert werde. Da beruhigt mich auch nicht, dass das mit uns früher auch gemacht wurde. Selbstverständlich wurde da der Nuckel in Honig getaucht, damit wir auch brav dran genuckelt haben und ruhig waren. Gerade Honig, Allergieauslöser und Pilzträger Nr. 1 und deshalb für Kinder unter 2 Jahren tabu. Aber wenn ich das sage, wird das auch meistens nur weggelacht mit dem Satz "Aber ihr habt das doch auch bekommen und seid groß geworden...".

Generell ist es wirklich schwer, verständlich zu machen, dass man klare Linien in der Erziehung der eigenen Kinder verfolgt. Mein Mann und ich lassen Aljoscha nie schreien, es sei denn, wir fahren Auto, und er weint hinten drin, da geht nicht anders. Aber zu Hause, ob tagsüber oder am Abend, versuchen wir immer heraus zu finden, was der Kleine hat und womit wir ihm helfen können. Verwöhnen nennen das die Älteren, das hätte man doch früher auch nicht gemacht. Wisst ihr eigentlich, woher dieser Glauben kommt, dass man Kinder auch mal schreien lassen muss? Die Herkunft ist tragisch wie logisch, er kommt aus dem 3. Reich. Damals waren Frauen ja zu nichts anderem da, als stramme deutsche Kinder zu gebähren, am besten eines nach dem anderen. Das ging natürlich nur, wenn man Zeit hatte und die hatte man, weil man sich um das einzelne Kind nicht so kümmern musste, denn Kinder müssen ja eh mal schreien. Wo heute sofort das Jugendamt auf der Matte stehen würde, das war damals normal, ja sogar ideal. Kinder durften ja sowieso nicht verweichlichen, indem Mama sich intensiv um sie kümmerte. Es klingt hart, aber genau das wurde in dieser Zeit aus politischen Gründen propagiert und hatte noch auf unsere Elterngeneration Auswirkungen. Erst so langsam setzt sich wieder durch, dass Babys volle Zuneigung und Aufmerksamkeit brauchen und eben auch, dass sie gut und gerne 6 Monate gestillt werden sollten. Auch das passte natürlich so rein gar nicht in die Nazi-Ideologie. Ich finde es schon komisch zu sehen, dass man von älteren Leuten immer noch kritisch beäugt wird, wenn man sein Kind Nachts nicht schreien lässt. Im Notfall könnte man doch etwas Honig auf den Nuckel schmieren.....

Ach, man sieht schon, ich könnte das noch unendlich weiter ausführen. Das waren nur Ausschnitte aus meinen Konfrontationen von Erziehung heute und gestern. Aber weil ich mich um mein Baby kümmern muss und möchte, setze ich das Thema eventuell ein anderes Mal fort. Im Grunde sind das ja auch nur die Anfänge, ich will noch gar nicht dran denken, was ich zu Themen wie "auf den Arsch hauen" oder "allen die Hand geben" noch erleben werde.
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...Erstellt am 3. Februar um 19:26 
Heute war es also soweit
Heute war es also soweit, mein Opa wurde beerdigt. Das war schon irgendwie komisch, man steht auf und macht sich eigentlich fast genauso fertig wie für einen Geburtstag oder eine Familienfeier - etwas Schickes anziehen, frisieren, wichtige Sachen für Aljoscha zusammen packen und los. Nur dass es diesmal kein schöner Anlass war, kein Geburtstagslied geben würde, kein lustiges Beisammensein... Wobei, so schlimm war es nicht, wenn auch traurig.

Am meisten Angst hatte ich ja vor dem Anblick der Urne und seines Fotos, so sollte es nämlich aussehen: Seine Urne umrahmt von Blumen und daneben ein großes Bild von ihm. Doch ich hatte Glück, ich saß so, dass ich während der ganzen Zeremonie sein Foto nicht sehen musste, ich warf nur ganz am Anfang mal einen Blick darauf. Die Urne sah ich hingegen, aber ich fand es aushaltbar. Die Rede des Trauerredners fand ich auch sehr gut, sie hatte einen fröhlichen und optimistischen Unterton, genauso wie mein Opa war. Außerdem erfuhr ich viel Neues über seine Kindheit und Jugend und auch so einiges, was ich schon einmal gehört aber wieder vergessen habe. In einigen Beschreibungen habe ich sogar ein wenig mich selbst wieder erkannt, z.B. bei seiner Liebe zur Natur und zu Tieren und sein Interesse für Geschichte, Politik und Weltgeschehen. Mir wurde auch so richtig bewusst, dass wir wirklich einen sehr besonderen Menschen verloren haben. Mein Opa war wirklich unglaublich klug, man konnte ihn fragen, was man wollte, er wusste alles! Auch von diesem Gesichtspunkt her wiegt der Verlust schwer, denn sicher schlummerte in ihm noch so wahnsinnig viel Wissen, was nun verloren ist...

Im Anschluss an die Trauerfeier war dann die Beisetzung und schließlich eine kleine Feier, der "Leichenschmaus" oder wie auch immer man das nennen mag. Hier wurden Erinnerungen und Fotos ausgetauscht und der Opa so am Leben gehalten. Dann kam es zu einem wirklich sehr schönen Moment, mein Cousin spielte auf der Mundharmonika meines Opas das Lied "Tränen lügen nicht". Mein Opa liebte Musik immer sehr und vor allem seine Mundharmonika. Jeder aus der Familie bekam sein individuelles Erinnerungsstück, für mein Cousin, der selbst musikalisch ist, war es eben dieses Instrument. Binnen 4 Tagen lernte er das Lied und führte es uns heute fast fehlerfrei vor. Dann sagte jemand so schön "Da hat der Opa doch ein wenig mitgespielt". Und so war es bestimmt auch, er saß garantiert da oben auf seiner Wolke, sah uns zu und schickt ein paar Noten herunter.

Nun ist es also Zeit, wirklich Abschied zu nehmen. Und es tut immer noch weh, akzeptieren zu müssen, dass es kein Zurück mehr gibt. Gestern Abend lag ich im Bett und musste immer wieder an meine Kindheit denken, die Ferien bei Opa, der Geruch seines Hauses, was wir unternommen haben und ich wünschte mir so sehr, wenigstens noch einmal 10 Minuten in dieser Zeit zu leben. Das würde mir doch schon reichen... noch einmal gemeinsam spazieren gehen, noch einmal Pilze sammeln, noch einmal seinen Geschichten lauschen. Doch es geht nicht, es ist vorbei.

Trotz allem freue ich mich, ihn gehabt zu haben und möchte diesen Eintrag positiv beenden, genauso wie er immer war. Deswegen meine Erkenntnis des Tages: Macht euch immer wieder bewusst, wie wertvoll die Menschen um euch herum sind und schließt Erlebnisse ganz tief in eure Herzen ein. Es wird der Tag kommen, andem ihr sie nur noch im Kopf wieder erleben könnt und das gibt Trost und Kraft.

Mach's gut Opa. Ich werde dich immer lieben. :-)

P.S: @ exwuscheltom: Ich weiß nicht, ob ein Baby von 5 Monaten die Zunge rausstrecken können MUSS. Ich glaube generell, dass jedes Kind andere Stärken und Schwächen hat. Wir haben es Aljoscha gar nicht beigebracht, er hat es von ganz alleine gemacht.
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