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Unser Weg zum Wunschkind mit ICSI


Von: tinib77
tinib77

Beschreibung:
Dieses Tagebuch schreibe ich, weil es mir gut tut alles von der Seele zu reden, aber auch, um anderen Betroffenen zu zeigen, dass man nicht alleine ist. Irgendwann einmal werde ich hoffentlich meinem Kind damit zeigen können, wie sehr es gewollt war und dass wir alles tun für ein eigenes Kind.

(Die höchste Seitenzahl (z. B. 12) ist der Beginn des Blogs, sprich das Aktuellste steht immer oben auf Seite 1!)

Kategorie: Schwangerschaft

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Unser Weg zum Wunschkind mit ICSI : Vollständige Liste der Einträge ohne Kommentare
Unser Weg zum Wunschkind mit ICSI : Detail eines vollständigen Eintrags mit Kommentaren
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Unser Weg zum Wunschkind mit ICSI
12. Juli 2010 / Der langsame Abschied vom KinderwunschErstellt am 12. Juli um 15:58 
12. Juli 2010 / Der langsame Abschied vom Kinderwunsch
Gestern habe ich es gewagt auf einen Schwangerschaftstest zu pinkeln und es erschien keine 2. Linie. Von allen 3 Embryonen wollte kein einziger bleiben. Es waren jetzt insgesamt 15 Stück, die mir in die Gebärmutter gesetzt wurden.

Wir waren natürlich traurig und haben ne Weile geredet und bei mir ging das auch nicht ohne Tränen. Aber wir haben eine Entscheidung getroffen, die unser ganzes Leben verändern wird.

Ich lasse die Ärzte jetzt in meine Gebärmutter schauen, ob alles in Ordung ist, dann holen wir uns noch die letzten Eisbärchen und starten eventuell noch mal ein oder zwei Versuche mit Clomifen. Aber dann ist Schluss. Mehr als 5 Jahre warten wir nun schon, haben Zeit, Nerven und Geld investiert. Unser Lebensinhalt besteht nur noch darin zu den Ärzten zu rennen, Medis zu nehmen, Blut abnehmen, Hoffen, Bangen, Weinen, sich spritzen, Narkosen, nicht weit in die Zukunft planen, da ja eventuelle eine Schwangerschaft eintritt und, und, und. Mir fällt diese Entscheidung sehr, sehr schwer und vielleicht nehme ich mir auch zu viel vor. Schließlich waren wir uns immer einig, dass ein Baby unser Leben perfekt machen wird. Aber so wie es aussieht stimmt bei uns was nicht und ich weiß nicht wie oft ich es noch schaffe mich aus diesen dunklen Löchern wieder zu befreien. Vor allem will ich meinem Körper und meiner Seele diese Qualen nicht länger antun.

Wir werden uns vielleicht noch mal nach Adoption erkundigen, aber das ist ehr nicht unser beider Ding, zumindest, wenn ich auf meinen Bauch höre. Und auch weiß ich nicht, ob es was bringen würde, wenn wir es mit fremden Zellen versuchen würden. Anscheinend funktioniert die Einnistung nicht. Da helfen dann auch keine fremden Gene. Wir werden versuchen uns neue Ziele zu suchen und unser Leben zu genießen. Sicher kann man keinen Schalter umlegen und sagen: So ab heute will ich keine Kinder mehr. Aber wir werden versuchen das Beste daraus zu machen. Das ist ein langer Prozess, der vielleicht auch professioneller Hilfe bedarf. Und sicher werde ich auch in dieser Zeit leiden unter der Situation. Wer weiß, welche Wege sich eröffnen. Ich will das auf mich zukommen lassen und nicht so viel planen.

Nur eines weiß ich: Ich will mehr Zeit für mich und uns haben und daher ist der erste Schritt für mich sicher ein Jobwechsel, vielleicht auch nur mit einer 32-Stunden-Woche. Ich brauche neue Aufgaben und Herausforderungen, die mir das jetzige Leben nicht bieten kann. Ziele habe ich mir ein paar gesteckt, wenn auch nur kleine. Aber es ist ein Anfang in den Weg zurück ins Leben.

Ich habe von vielen Menschen Zeilen gelesen: Du bist so stark und das bewundere ich. Aber irgendwann kommt der Zeitpunkt, wo man erkennt, dass das Leben an einem vorbeirauscht und man nur noch einen Tunnelblick hat für das eine Ziel. Ich bereue nichts und würde alles ganz genauso wieder machen. Aber der Weg kann nicht unendlich sein. Irgendwo gibt es ein Ende, auch wenn das in unserem Fall anders ausfällt als wir erhofft haben. Wir haben schon so viel Geld ausgegeben für Leid, Tränen und Schmerzen. Die Belohnung blieb aus. Wir arbeiten nur noch dafür, dass wir uns den Kinderwunsch erfüllen können. In meinem Augen hat der Staat hier versagt. Kaum ein Mensch kann sich so viele Versuche leisten.

Dieses Jahr haben wir uns noch die Zeit gegeben um die letzten kleinen Versuche zum Abschluss zu bringen. Hoffnung habe ich aber viel zu wenig. Ich denke, dass es gut ist, sich parallel schon an den Gedanken zu gewöhnen, dass ich nie ein kleines Wunder in meinem Bauch strampeln spüre oder das Gefühl der Geburt oder des Stillens kennenlerne oder die Lebensabschnitte im Leben eines eigenen Kindes zu erleben, geschweige dann von Enkel im Alter zu träumen. Alles ist auf einmal anders. Es fühlt sich sehr fremd und komisch an. Ich werde eine Weile brauchen und auch weiß ich nicht, ob man das alles so schaffen kann, wie ich mir das denke. Ich werde hier weiter berichten und meine Gedanken und Eindrücke aufschreiben.



FOTO: Kölner Dom
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