Beschreibung: Seit Juli weiß ich, dass ich das Borderline-Syndrom habe. Von jetzt auf gleich kann sich meine Stimmung so verändern. Dann kann ich nicht anders, muss mich ritzen...
... und sie regen mich so was von auf. Ich musste heute meine Pfandflaschen, die ich nie wegschmeiße, mal wegbringen. Der erste Automat wo man die Flaschen reinlegt, ist wohl für Doofe oder Rentner gedacht. man sollte die Flaschen laaangsaaam reinlegen. Ich wusste nicht, ob ich gegen den Automaten treten sollte oder mal ne Runde pennen soll, eben weil es so langsam ging. Selbst wenn man mit Zeitlupe eine Flasche reintat, kam noch eine Fehlermeldung, dass man die Flaschen langsamer reintun soll. Da kriege ich Plaque - oder auch Pilzbefall. Zudem gab es in diesem Getränkemarkt nur einen Automaten. Da hatte ich noch mal sooo einen Hals gehabt. Irgendwann habe ich mir den Bon ausgedruckt, obwohl ich noch einen einkaufstrolley voller Pfandflaschen hatte, habe mir das Geld auszahlen lassen und bin zum Supermarkt, wo auch solch ein Automat stand. Entweder konnte er die Barcodes nicht lesen oder befand eine oder mehrere Flaschen als unbekannt, obwohl der die gleichen Vorgänger gerade geschluckt hatte. Also stand ich wieder kurz vor Wutanfall - das dritte Mal schon, denn vorhin verpasste ich wegen einer Dauer-Rot-Fußgängerampel den bus. Vor Wut schlugf ich den trolley gegen die ampel, was leider das Grün nicht beschleunigt.
Glück ist für mich ein Fremdwort. Auch wenn ich hier vor meinem Laptop sitze, rege ich mich immer und immer wieder auf. Die Updates erfordern den Neustart, wobei es eh schon dauert, bis ich überhaupt ins Internet kann. Dann öffnet mein Antivirusanbieter Werbung, dann hängt alles.
Das Pech im Abo hatte ich in der Wiege liegen, verfolgt mich seit knapp 38 Jahren. Ich kann mich an nichts mehr freuen, weil ich weiß, dass nach einem Glücksmoment zehn mal so viele Unglücksmomente folgen. Deswegen hasse ich mein Leben auch so. Jetzt habe ich bald auch noch Geburtstag, aber darauf habe ich keine Lust, und dann noch an einem sonntag. Am liebsten wie Weihnachten behandeln: Schlaftabletten einwerfen und verpennen.