Beschreibung: Seit Juli weiß ich, dass ich das Borderline-Syndrom habe. Von jetzt auf gleich kann sich meine Stimmung so verändern. Dann kann ich nicht anders, muss mich ritzen...
Aber mich gibt es noch. Depressionen habe ich zur Zeit mal nicht so dolle. Dafür aber habe ich immer noch die ES, die aber eher meine Verbündete ist. Beim Essen habe ich ein schlechtes Gewissen. Essen ist mein Feind. Habe sooo Angst, zuzunehmen. Klar weiß ich, dass mein Ess- oder Nicht-Ess-Verhalten sehr schädlich ist. Auf normalem Wege nehme ich eben nicht ab. Hinzu kommt, dass ich eine Schilddrüsenunterfunktion habe, die jede Mühe noch zusätzlich erschwert. Ich habe Normalgewicht, aber ich fühle mich noch zu fett. Mich stört, dass mir überall Essen angeboten wird. In jeder Ecke lauert es, und das zu jeder Zeit. Okay, wenn es nur Vitamine wären, aber nee, süßigkeiten, Torten, Chips, Fast Food warten darauf, dass ich mich daran vergreife. Ja, das tue ich ja auch, aber anschließend muss es wieder raus. Ich gebe meinen Körper den Anschein, dass es jetzt was gibt, verschlinge es, Auch wenn ich es wieder los bin, bin ich gesättigt. So signalisiert mein Körper das. Dass er das irgendwann nicht mehr mitmacht, ist mir egal. Schlank um jeden Preis. So wie ich noch bin, fühle ich mich zu FETT. Ich hasse meinen Körper, besonders meine Beine, die feisten Trampelstampfer. Röcke, Kleider, kurze Hose... die ziehe ich im Leben nicht an. Too Fat for world, too fat for life, too fat for myself. In einem Forum wurde ich gefragt, ob ich gegen die ES angehen möchte. Ehrlich gab ich zu, dass ich vllt. erst dann da raus will, wenn ich zum Beispiel ins Krankenhaus muss. Das wäre grauenvoll. Aber das würde mir erst dann drohen, wenn ich gefährliches Untergewicht hätte, aber ich wiege bei 164 cm 65 kg. Also immer noch zuviel für akut ins Krankenhaus. Krankenhaus in dem Fall bedeutet, die Privatsphäre bei der Pforte lassen, Kontrolle durch andere, Zwang zum Zunehmen. Aber der Zeiger der Waage bewegt sich nicht vom Fleck, nicht weiter nach links, wo er hin soll. Von solchen beinen wie auf dem Bild kann ich weiter träumen. Sooo oft wird gesagt, dass es nicht auf das Aussehen ankommt. Aber daran kann ich nicht mehr glauben, denn die gleichen Leute, die das sagen, schauen sich mit Wohlgefallen attraktive, schlanke Frauen an. Ihr Worte sind nur leere Worte, um die Betroffenen zu trösten. Vllt. bin ich genauso oberflächig, aber ich hasse, hasse, hasse mich so, wie ich aussehe.