Beschreibung: Seit Juli weiß ich, dass ich das Borderline-Syndrom habe. Von jetzt auf gleich kann sich meine Stimmung so verändern. Dann kann ich nicht anders, muss mich ritzen...
Eben noch schlecht drauf, jetzt wieder gut drauf. Doch wie lange hält das gute Gefühl an? Wie lange darf ich mich gut fühlen? Bis ich an meine Nächste innere Grenze heran geführt werde. WUMMS! Ein Trigger, und mich haut es wieder aus den Laschen, und ich ticke wieder aus. Diese Grenzen haben mit mir selbst zu tun.
Soll ich mal ein paar Beispiele nennen, wo ich austicke?
Wenn man mir vor auchen führt oder meint mir immer sagen zu müssen, dass ich behindert bin - Ja, nee is klaa. Hätte ich nicht gedacht. Habe mich schon gewundert, was dieser grün-rote Ausweis mit meinem Foto und der 60 % soll. Leider knallt mich meine freundin drauf, wenn ich was nicht so gut kann. Sollte ich ihr mal sagen, dass ich da nicht immer dran erinnert werden will/brauche, weil mich das runterzieht.
Wenn ich meinen Körper sehe/unbekleidet zeigen soll. Nein, Ich bin nicht Heidi Klum, sehe mich wie Luise Koschinski, die Phantasie-Figur von H.-W. Olm. Und auch Cindy aus Marzahn, verkörpert von einer Mareike, ist das richtig. beide haben in ihren Rollen mehr Selbstbewusstsein als ich. Wenn ich mich beim arzt oder sonst vor anderen entkleiden muss, ist das ein innerer K(r)ampf für mich. Beim Duschen und Baden schaue ich woanders hin, nicht auf meinem Körper. Aber Körperpflege lasse ich nicht außer Acht. Wenn ich mich mit meinen Körper nicht anfreunden, nur anfeinden kann, muss ich nicht auch noch als Stinktier durch die Gegend laufen. Wenn ich im Laden Kleidung anprobieren will, und ein Spiegel ist drin, drehe ich diesem so lange den rücken zu, bis ich angezogen bin, dann erst schaue ich. Klingt bescheuert, aber es gibt ja viele die ihren Körper hassen
Das sind mal so 2 Beispiele.
Wann geht es mir gut?
Auf Line Dance partys, beim training, beim sport (Voraussetzung: keiner Partner-Spielchen mit Anfassen, keine ballspiele da schon schmerzhafte Konfrontationen mit dem fliegenden Kugeln gehabt), Gespräche mit besonders lieben Menschen, hier jetzt die Rehaklinik, gute Musik.
Eigentlich sollte man positives irgendwie "mitnehmen" können, sollte es sich wieder ins Gedächtnis rufen können.
Aber das funktioniert bei mir nicht. Verlasse ich diese Stelle, wo das Gute passiert und kehre in meine Wohnung zurück, ist es, als hätte es nie stattgefunden. Mich holen wieder alle Negativ-Gefühle ein.
Z. B. hatte ich an einem Tag mal mein Tanzabzeichen in silber in Line Dance gemscht - und auch noch bestanden. Am nächsten Tag aber ging es mir so dreckig, dass ich mich selbst verletzt hatte, und das so, dass ich dann auch noch genäht werden musste. Eigentlich wollte ich nie eine Chirurgische Ambulanz mit in meine SVV-Aktionen einbeziehen, und es ist zum glück biher nur einmal vorgekommen. Na ja, ist halt passiert.
Ich hoffe ja, dass ich in der DBT-Gruppe (ambulant) lerne, mit Skills gegen SVV und mit meinen Gefühlen - und vor allen mit diesen - umzugehen.