Ich muss ehrlich sein: Meistens finde ich es ziemlich lächerlich, was sich First Ladies so einfallen lassen, um ja nicht zu gelangweilt zu sein. Schön und gut, wenn sie die millonste Kinderhilfsorganisation gründen, wir brauchen sie sicher. Aber meistens wirkt es eher wie eine Manicüre für das öffentliche Image.
Heute Morgen beim Frühstuck jedoch setzte sich Jaqueline Chimanzi (Foto) mit ihrem Tee zu mir. Und ich neige dazu, meine Meinung zu ändern. Denn was Graca Machel, die Frau von Nelson Mandela und damit ehemalige First Lady von Südafrika derzeit auf die Beine stellt, ist einfach beeindruckend.
"New Faces, New Voices" heisst ihre Initiative, die mittlerweile zu den einflussreichsten des afrikanischen Kontinents gehört.
Die Idee: Frauen müssen mehr Zugang zu Finanzgeschäften bekommen, als Bankkunden, aber auch als Entscheidungsträger in den Banken selbst. Nur so kann Afrika sein volles Potential ausschöpfen. Und dieses Potential wird entscheidend für uns alle sein: Afrika ist der Motor der globalen Erholung nach der Wirtschaftskrise (als Produzent von Agrarprodukten, aber mit mehr und mehr Wohlstand auch als Abnehmer von Produkten aus Europa und den USA).
"Die Wirtschaftskrise hat dafür gesorgt, dass alles, was bisher war, jetzt hinterfragt wird.", erklart Deloitte-Managerin Jaqueline, die Mitglied der Organisation ist - auf Einladung Machels. "Und damit auch, warum nicht mehr Frauen an Finanzgeschäften beteiligt waren - als normale Bankkunden und als Verantwortliche in den grossen Banken."
Die Argumente der ehemaligen First Lady Machel scheinen sehr zu überzeugen: Die grössten Banken Afrikas, darunter die AFDB und Standard Bank haben sich bereits verpflichtet: Mehr weibliche Bankkunden, mehr weibliche Bankmanager und das in den kommenden zwei Jahren.
"Und wir", sagt Jaqueline und zeigt dabei auf mich, dann auf sich selbst. "Wir werden da sein, um zu sehen, ob sie es wirklich machen."
Mehr dazu bald, jetzt geht das Programm endlich los!