Bill Clinton ist da, Bill Gates, Annie Lennox, Königin Mette-Marit. Und nun auch noch Auma. Wer das nun ist, fragt Ihr Euch sicher. Auma Obama ist - wie der Nachname erahnen läßt - die Halbschwester von US-Präsident Barrack Obama.
Der Internationalen Aids-Konferenz in Wien wollte sie jedoch nicht (nur) den Glanz ihres Stammbaums verleihen. Sondern ordentlich den Kopf waschen: Anti-Aids-Kampagnen dürfen um Gottes Willen nicht langweilig werden, warnte sie die überraschten Besucher in einer Pressekonferenz der internationalen Hilfsorganisation CARE.
"Vor allem in Afrika ist es notwendig, dass die Menschen lernen, 'Nein' zu sagen. Erst, wenn junge Frauen erkennen, was für sie möglich ist, werden sie ermutigt sein, die Dinge zu ändern." Dafür müssten genügend Gelder bereitgestellt werden, vor allem in Afrika, wo der HI-Virus besonders wütet (hier leben zweidrittel der weltweit 33 Millionen HIV-Infizierten) und dort vor allem für Frauen (sie machen wiederum die Mehrzahl der Infizierten in Afrika aus. Und: Sie geben den Virus an ihre Kinder weiter).
"Entscheidend ist es deshalb, dass unsere Kampagnen nicht langweilig werden.", so Auma, die den gleichen Vater wie Präsident Obama hat, aber in Kenya aufgewachsen ist.
Dominiert wird die 18. Welt-Aids-Konferenz mit über 20 000 Teilnehmern von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen im Kampf gegen die Krankheit:
Frühzeitige Behandlung von Infizierten mit einem neuen Medikamenten-Mix senkt nicht nur die Sterberate sondern auch die Zahl der Neuinfizierungen
Ein Impfstoff gegen Aids steht kurz vor dem Durchbruch
Der Einsatz von neuen Methoden wie etwa ein vaginales Gel für Frauen senkt die Infektionsrate um fast 40 Prozent (das Gel etwa wirkt wie ein Verhütungsmittel, stoppt die Viren in der Vagina)
Die Wissenschaft ist zuversichtlich, dass Sterberaten und Neuerkrankungen deutlich reduziert werden können.
Aber wie immer auf solchen Konferenzen und auch in diesem Blog geht es um die Frage: Wer soll das bezahlen? Insgesamt, so die Schätzung der Experten von UN AIDS fehlen jedoch allein in diesem Jahr 19,3 Milliarden Euro für den Kampf gegen Aids.
Die Prominenten wie Bill Clinton und Bill Gates forderten, dass finanzielle Mittel besser und effizienter eingesetzt werden. Organisationen würden Experten teuer durch die Welt fliegen lassen, während es bei den Projekten vor Ort an dem Nötigsten fehle, so der ehemalige US-Präsident.
Die Konferenz dauert noch bis Freitag. Mal schauen, wer noch so vorbeischaut!