Nichts Genaues weiß man nicht, das gilt auch für die neue Gleichberechtigungseinrichtung der UNO. Wurde im März auf der Sitzung der UN-Frauenrechtskommission noch viel Wind darum gemacht, dass die "neue Einheit" möglichst rasch eingerichtet werden solle, ist das Ergebnis heute, fünf Monate später, alles andere als zu bejubeln.
Zwar gibt es jetzt den einstimmigen Beschluss der Staatengemeinschaft die "gender entitiy" einzurichten. Ab 1.Januar 2011 soll sie die Arbeit aufnehmen, wie angekündigt dabei die vier bisherigen mit Gleichstellungs- und Frauenfragen befassten UN-Einrichtungen in sich aufnehmen und erstmals miteinander verschmelzen. Auch ein Name wurde gefunden: UN Women.
Selbst ein Budget wurde bereits eingereicht: 500 Millionen Dollar will die neue Super-Einrichtung jährlich ausgeben müssen.
Nur: Die entscheidende Frage ist bisher nicht geklärt worden. Wer soll dieser mächtigen Organisation vorstehen und damit auch entscheiden, wie sie künftig funktionieren, wieviel wofür sie ausgeben und wo sie mitzuentscheiden hat? Werden Programme, Personen und Strategien ausgetauscht? Welches Gewicht werden die einzelnen Organisationen bzw ihre Aufgaben haben?
Das Chaos ist also komplett - und typisch für das Dilemma der UNO: Einerseits will sie etwas vorzeigen, die Kritiker für einige Zeit besänftigen können: Seht her, wie tun was für die Frauen. Andererseits müssen die Staaten alle ihre eigenen Interessen in den gemeinsamen Beschlüssen wiederentdecken können. Und so landet man beim kleinsten gemeinsamen Nenner und wird proaktiv, wo es eigentlich nötig gewesen wäre, strategisch vorzugehen.
Dem ersten Budgetentwurf hat die UN -Generalversammlung bereits eine Absage erteilt. Im Herbst soll Generalsekretär Ban-ki Moon entscheiden, wer Chef wird. Bis dahin sollten sich die "Macher" der UN Women ersteinmal ruhig verhalten.