Hätten wir eine Rubrik "Held des Monats", James Turley würde sie für den Oktober sicher füllen. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht wollen würde. Aber endlich kann ich hier auch einmal etwas Gutes über einen Mann schreiben.
Turley ist der Chef der Beratungsfirma Ernst & Young. Viel wichtiger für diesen Blog: Er ist die Stimme und das Gesicht der CEO Champions, eine Gruppe von über 20 Unternehmenschefs. Hinter verschlossenen Türen berieten sie hier bei Obst, Champagner und Nestlé Kaffee (übrigens der übliche Snack hier), was sie gemeinsam für die Förderung von mehr Frauen in ihren Unternehmen tun könnten. Niemand erwartete, dass tatsächlich mehr als die übliche Leier à la "Wir wollen Frauen fördern" herauskommen würde.
Doch nach dem Treffen trat Turley mit zufriedenem Lächeln vor die Kameras (und es sind wirklich viele hier, glaubt mir!). Selbst ist er als absoluter Verfechter von "Diversity" in Unternehmen bekannt, von sieben Einheiten werden bei ihm selbst drei von Frauen geleitet, eine von einem schwarzen Mann, drei von weißen Männern.
Turley erklärt, was Familienfreundlichkeit ihm selbst bedeutet hat: Als sein Sohn zwei Jahre alt war, wollte er derjenige sein, der mit ihm einen wöchentlichen Gymnastikkurs besucht. "Ich hatte das Glück, dass man mir vertraute, dass ich meine Arbeit trotzdem machen würde." Das war vor 24 Jahren. "Das hat mir damals unglaublich viel bedeutet. Ich habe meinen Job mit noch mehr Freude machen können."
Und so scheint Turley auch die richtigen Argumente gefunden zu haben, um seine Kollegen, die anderen Chefs der größten Unternehmen der Welt, zu bewegen.
Auf sechs Punkte haben sich die Chefs von Coca-Cola bis Sanofi Aventis geeinigt. Die Förderung von Frauen wollen sie künftig zu ihrer persönlichen und damit zur Chef-Sache machen, bei Bewerbungen stets auf die Vielfalt der Bewerber achten, aktiv für bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sorgen - und allen anderen Chefs Feuer unter dem Hintern machen, die noch nicht dabei sind! Beim nächsten Women's Forum 2011 wollen sie sich an ihren Versprechen messen lassen.
"Jetzt ist die richtige Zeit, das zu tun.", erklärt Sylvain Vincent von Ernst & Young Kanada. "Während die Wirtschaft sich derzeit erholt, brauchen Unternehmen diese neue, frische Perspektive von Frauen um ihr Wachstum anzukurbeln und im globalen Wettbewerb mitzuhalten. Und Männer müssen in diesem Prozess diejenigen sein, die in die Diskussion einsteigen und sie befeuern."
Wir sind gespannt und werden berichten. Bis dahin wünschen wir den CEO Champions ein gutes Gelingen!