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Leben, Lieben, Leiden - Mein Alltag


Von: nerocorleone86
nerocorleone86

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Kategorie: Schwangerschaft

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Leben, Lieben, Leiden - Mein Alltag
Schön macht's nicht - aber glücklich (meistens...)Erstellt am 2. November um 11:15 
Schön macht's nicht - aber glücklich (meistens...)
... oder auch "Realitycheck der Supermamas"

Aljoscha wird heute 2 Monate alt und so langsam lässt sich eine Bilanz ziehen. Eigentlich, wenn ich wirklich nur mich betrachte, fällt diese ganz gut aus. Ich habe mich soweit von allem erholt und fühle mich im Grunde auch wieder recht wohl. Zwar passe ich immer noch nicht wieder in meine normalen Hosen rein und an enge Tops ist auch nicht zu denken, aber sonst ist alles in Ordnung. Aljoscha ist ein Goldstück und auch wenn die Nächte wirklich extrem anstrengend sind, möchte ich kein anderes Kind der Welt haben.

Aber - es geht wahrscheinlich schon aus der Einleitung hervor, dass ein Aber kommen muss - wenn ich mir den gefühlten Rest der Welt ansehe, kommen mir Zweifel.
Vor ein paar Tagen sah ich Susan Sideropoulos im TV (= ehem. Verena aus GZSZ), die kurz vor mir ihren Sohn entbunden hat. Und was sah ich da? Die Frau ist dünner als jemals zuvor, total dünnes Gesicht, magerer Hals, sie sah sich überhaupt nicht mehr ähnlich. Und das nur 2 Monate nach der Geburt!! Doch wie geht das? Natürlich hat sie "eigentlich gar nichts dafür gemacht", denn "das kam von ganz alleine". Es folgte auch die übliche Erklärung von wegen "Kinder sind Sport" und allein durch Rumtragen, mit dem Kinderwagen spazieren und ein bisschen gesunde Ernährung purzeln die Pfunde von alleine. HA HA HA. Also mal ehrlich, wenn ich mir die anderen 6 Mamis aus meinem Rückbildungskurs angucke, da sieht keine so aus, als würden irgendwelche Pfunde von "ganz alleine purzeln", die sehen alle noch irgendwie "halbschwanger" aus, jede trägt noch ein bisschen Babyspeck mit sich rum, genauso wie ich eben auch. Sind wir also alle unnormal?

Zweites Beispiel: Verona Pooth. Auch sie bekam in diesem Sommer ihr 2. Kind per Kaiserschnitt, ich sah die Bilder im Fernsehen, wie sie - tip top gestylt wie für eine Abendgala - aus dem Krankenhaus nach Hause kam. "Heute Abend gehen wir erstmal schön essen, mir geht es soooo gut" trötete sie in die Kamera und strahlte mit ihrem dauergegelten Mann um die Wette. Cool, dachte ich mir, 5 Tage nach dem Schnitt ist man also schon wieder so schön und fit. Doch was war mit mir los? Am Tag meiner Entlassung konnte ich etwa 10 Minuten am Stück laufen, mehr war nicht drin und "laufen" ist auch etwas übertrieben, eher kriechen. Bei allen Schmerzen musste ich mich zwingen, aufrecht zu gehen, um meinen Rücken nicht noch mehr zu belasten. Und die blöde Heimfahrt erst... jedes Schlagloch spürte ich in meiner Narbe *autsch*. Zu Hause angekommen, fing Aljoscha an zu heulen und ich ein bisschen mit. Irgendwie war alles zu viel und überforderte uns. Den Rest des Tages schliefen wir, denn viel Schlaf bekam ich im Krankenhaus nicht ab (und das änderte sich bis heute nicht *g*). Wenn mich jemand gefragt hätte, ob ich heute Abend essen gehen möchte, ich glaube, dem hätte ich eine volle Windel ins Gesicht geschleudert. Von meiner Optik will ich mal gar nicht reden, der schlabbrig-leere Babybauch, die struppeligen Haare und meine dunklen Augenringe, alles kein schöner Anblick. Was habe ich nur falsch gemacht??

Drittes und für mich momentan lächerlichstes Beispiel: Sarah Connor. Nur 6 Wochen nach der Geburt moderierte sie schon wieder eine überflüssige Castingshow und "Delphinchen" (ja, der Kind heißt wirklich Delphine) ist hinter der Bühne mit dabei. Das geht, denn das Kind ist "total tiefenentspannt" und wenn es Hunger hat, "wird kurz in der Werbepause gestillt". Also ehrlich, da kann ich fast nichts mehr dazu sagen. Mein Aljoscha würde mir was husten, wenn ich ihn kurz mal 5 Minuten anlege. Nicht zu vergessen, dass Frau in so einer Werbepause sicherlich mal fix aufs Klo muss und die Maskenbildner wollen auch nochmal ran. Bleiben also höööchstens 5 Minuten, welches Kind in dem Alter wird davon satt? Aljoscha ist so, dass er bestialisch anfängt zu plärren, wenn sich sein Hunger meldet. Ich gebe es zu, da ist er wie ich, wenn der Hunger einmal da ist (und der kommt meistens ganz plötzlich), ist alles andere piepegal. Da zählt nur ESSEN! Wenn ich dann nicht schnell genug die Milchbar eröffne und ihn trinken lasse, wackeln die Wände zu Hause. Dann wird natürlich so lange genüsslich getrunken, bis Aljoscha fertig ist (was zwischen 10 und 40 Minuten alles sein kann). Das nennt man auch "Stillen nach Bedarf" (und nicht nach Uhr) und entspricht dem aktuellen Stand sämtlicher Expertenempfehlungen. Doch anscheinend ist nur mein Kind so anspruchsvoll und bestimmt den Essensplan, oder traut sich Delphinchen nicht, ihre Rechte als Säugling einzufordern? Bei dem Namen verstünde ich das aber, wer weiß wozu ihre Mutter noch in der Lage ist?

Natürlich gibt es auch im echten Leben diese Supermamas, ich kann gar nicht mehr zählen, wie viele Frauen mir - natürlich ungefragt - davon berichteten, dass ihr Kind mit 2, 6 oder 8 Wochen schon durchschlief. Ich steh dann da wie bedröppelt und wenn ich zaghaft erwähne, dass mein Sohn Nachts alle 2 Stunden kommt (was gelogen ist, denn manchmal ist es sogar jede Stunde!!), ernte ich nur entsetze Blicke. Nicht einmal großartig mitleidige, denn unterschwellig wird mir direkt klar gemacht, dass ich an dieser Situation selbst schuld bin. Ob ich denn das Buch "Jedes Kind kann schlafen lernen" nicht gelesen hätte. Ob ich denn immer reagieren würde, wenn Aljoscha schreit. Ob ich denn dies, ob ich denn das. Herje, JA, ich reagiere auf mein Kind, wenn es schreit. Nein ich habe dieses bekloppte Buch nicht gelesen, denn ich halte mich an das, was Stillexperten, meine Hebamme und Menschen mit Liebe im Herzen sagen: Stillen nach Bedarf. Ein Säugling muss ca. 10-12 mal pro Tag gestillt werden, wenn mein Liebling 6 mal davon Nachts braucht, ok, dann ist das eben so (er hat das Buch anscheinend auch nicht gelesen). Deshalb bin ich nun einmal müde am Tag, deshalb komme ich nicht wirklich zu was (denn auch tagsüber lasse ich ihn nicht einfach schreien, sondern beschäftige ihn, wenn er wach ist) und deshalb kann ich leider nicht behaupten, dass Aljoscha tiefenentspannt ist.

Überhaupt scheint hier die Lösung all meiner Fragen zu schlummern. Bestimmt ist es möglich, dass man nach 2 Monaten wieder schlank ist, dass man trotz Säugling strahlend schön aussieht oder bereits wieder arbeiten gehen kann. Aber mal ehrlich, ist das realistisch? Ist das kindgerecht? Als normale Durchschnittsmami, mit Haushalt und Mann, der arbeiten geht, kommt man doch überhaupt nicht zum Gutaussehen. Ich bin froh, wenn ich es gegen 11 schon geschafft habe, Frühstück im Bauch zu haben, die nächste Mahlzeit ist dann meistens erst Nachmittags. Dieses unregelmäßige Essen führt natürlich dazu, dass die Portionen mal etwas größer sind oder ich ausnahmsweise keinen frischen Obstsalat schnippele. Dazu kommt, dass Aljoscha empfindlich auf viele Obst- und Gemüsesorten reagiert, da wird das Pöpschen wund und der Bauch tut weh, wenn Mama etwas Falsches gegessen hat. Sprich, ich komme schlicht nicht dazu, mich 100% gesund zu ernähren. Ja, da muss es nunmal das schnelle Brot zwischendurch sein und ja, da bleibt man beim Einkaufen mal fix beim Bäcker stehen, weil der Magen knurrt. Ist das wirklich so unnormal? Das glaube ich nicht, ich glaube, das geht den meisten jungen Mamis so.

Seitdem Aljoscha auf der Welt ist, war ich einmal 4 Stunden alleine weg (auf einem Konzert) und einmal 3 Stunden mit meinem Mann (bei einer Lesung). Beide Male waren für mich groooßartig, erforderten aber auch viel Planung und Organisation. Angefangen beim Babysitter über Milchabpumpen usw. An "mal eben essen gehen" oder gar wieder zu arbeiten, ist mit so einem kleinen Wesen zu Hause doch nicht wirklich zu denken, zumindest nicht als Normalsterbliche.

Mein Fazit lautet also, sicherlich ist es möglich, kurz nach der Geburt wieder schlank und gut auszusehen und alle möglichen Freiheiten zu haben, aber realistisch ist es nicht. Bestimmt ist es auch für die Supermamis nicht einfach, aber wer gibt das schon zu? Wer gibt schon offen zu, dass so ein Baby einen manchmal bis zum Heulkrampf stresst, dass der Schlafmangel an die Substanz geht und einem manchmal jeder einzelne Knochen im Körper weh tut. Keiner gibt das gerne zu, stattdessen hört man an jeder Ecke nur von Vorzeigemüttern mit perfekten Kindern... wie albern. Und wie gemein, hört auf, uns normalen Mamis ein schlechtes Gewissen einzureden. Eigentlich solltet ihr das haben, denn wir widmen uns voll und ganz den Bedürfnissen unserer Babys und richten diese nicht nach unserem Zeitplan aus.

Wir beide, Aljoscha und ich, sind nicht perfekt und trotzdem bleiben wir so, wie wir sind. Passend dazu muss ich diesen Eintrag jetzt beenden, denn Aljoscha ruft mich aus seinem Kinderwagen, in dem ich ihn heute Morgen rumgefahren habe, damit er eeendlich mal einschläft. Hat auch geklappt, etwa eine Stunde lang, aber in realen Leben freut man sich auch über eine Stunde.
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Von am 23. November um 10:31

Danke, Danke, Danke!!!!! Mit diesem Beitrag hast du mir aus der Seele gesprochen.... Mir geht es nämlich auch so, mein Mausbär ist 3 Monate alt und ich bin weit entfernt von einer guten Figur. Und mein Styling lässt auch zu wünschen übrig und mein Haushalt auch.... Mein Mausbär schläft zwar nachts durch (sorry das ich das jetzt sagen muss) aber dafür trinkt er tagsüber ständig.... Also 3 Stunden Ruhe zwischen den Mahlzeiten ist selten.... Aber ich stille auch nach Bedarf, also befindet sich dreiviertel der Zeit des Tages meine Brust im Mund meines Babys.... und man kommt zu nichts, bzw. das was ich anfange bringe ich nie zu Ende.... Leider wird das Gewicht heute auch bei den Baby´s schon extrem kontrolliert (siehe mein heutigen Blogeintrag) Traurig aber wahr....
Aber nochmal Danke.... dein Eintrag hat mir meinen Tag versüßt ;)
Liebe Grüße



Von am 4. November um 12:08

Toll! Einfach schön wie ehrlich du bist! Wer weiß ob "diese anderen" Babys wirklich "so perfekt" sind wie die Mütter behaupten???
Weiterhin alles Gute für euch :-)


Von am 3. November um 11:30

Lass dir nichts vorgaukeln. Die normale Mutti schafft es nicht, gleich wieder schlank zu sein und super auszusehen, ihr Kind wird auch mit 4 Wochen noch nicht durchschlafen, etc.
Du wirst merken, dass häufig bei Babys verglichen und angeben wird. Das ist eine Sache die unheimlich nervt. Aber glaub mir, eine Mutter, deren Baby mit 4 Wochen schon durschläft hat auf der anderen Seite auch wieder etwas, was nicht gut klappt. Nur würde sie das nie sagen, sie will ja angeben damit, das sie so ein tolles Baby hat. Niemand ist perfekt und auch kein Baby.
Zum Gewicht: Das geht wirklich schnell alles wieder los zu sein. Ich hab in meiner zweiten Schwangerschaft nur 13 Kilo zugenommen und sah wenige Wochen später wieder aus wie vorher. Dazu gehört aber auch Disziplin. Und da wir 2 Monate nach der Geburt kirchlich geheiratet haben war es mir schon wichtig wie ich da aussehe. Daher glaube ich, das Frauen, die in der Öffentlichkeit stehen auch mehr auf sich achten müssen als die normale Hausfrau.


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